Die Idee des Salons - eine Option für Künstler und Kunstförderer?

Gudrun J. Gottstein: Ölbild Jazzfestival in Groß-Umstadt
Wieder einmal gab es einen kunstvollen Neujahrsempfang in einem Privathaushalt in Eppertshausen: Ein Raum, für einen Tag komplett leer geräumt als Ausstellungsfläche für Ölgemälde von Gudrun J. Gottstein. Ein großes Wohnzimmer wurde umgestellt für den Auftritt von Musikern wie den "Los Burritos" und anderen Gruppen. Nur per Mundpropaganda wurde ein interessierter Kreis von Kunst- und Musikfreunden auf den kleinen "Salon" aufmerksam. Ziel des Gastgebers: mit interessanten Leuten ins Gespräch kommen, Leute aus der Kunstszene zusammenbringen, diskutieren, sich austauschen und einfach einen Tag mit Kunst verbringen, sich an der Kunst freuen.
Während im privaten Salon Kunst aller Richtungen möglich ist, werden im öffentlichen Raum "aus Rücksicht" auf z.B. Rathausbesucher Themen eingegrenzt und Motive abgelehnt (wie zuletzt Ende 2016 bei einer Lothar Bergmann Ausstellung in Babenhausen geschehen) oder Musik als unpassend abgelehnt.
Vielleicht sind es daher gerade jene Privaten, die Lust auf Kunst haben, keinen organisatorischen Aufwand scheuen und einen Tag Besucherstrom in ihrem Haus dulden, die ein Zeichen für die Kunst setzen. Für private Konzepte sprechen auch Tage des offenen Ateliers, Guerilla Kunst-Aktionen, Wohnzimmer- Lesungen, Tanz-Flash-Mobs und andere rein private Veranstaltungen die von Künstlern für Künstler oder durch engagierte Kunstfreunde organisiert werden. Ob deren Zahl in den vergangenen Jahren zugenommen hat, kann nicht ermittelt werden, auf jeden Fall werden die privaten Aktionen rund um die Kunst präsenter- nicht nur weil man sich in der Szene durch neue Medien besser vernetzen kann. Die unterschiedlichen Aktionen sind vierlorts schon zu einem Teil der Kulturlandschaft von Städten und Gemeinden geworden- ganz ohne Kunstförderung der städtischen Haushalte.
Wer Lust hat "aus Spaß an der Freude", selbst einen Salon oder ähnliches zu organisieren, sollte sich nicht scheuen, mit Künstlern aus der Region in Kontakt zu treten- das Interesse an solchen Alternativen ist nämlich bei vielen Kunstschaffenden groß. Es sind zudem nicht nur die großen Mäzene und fördernden Unternehmen wie sie z.B. so manchen Saal im Städel in Frankfurt unterstützen - auch der "Normalbürger" kann enorm viel zur Bereicherung der Kunstszene seiner Stadt beitragen.
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