Städtefreundschaft zwischen Babenhausen und Lichtentanne künstlerisch wertvoll

Wilfried Runst bei der Arbeit

Städtepartnerschaft Lichtentanne-Babenhausen bringt Künstler zusammen

Bildhauer Wilfried Runst, Jahrgang 1959, lebt und arbeitet in Glauchau im Landkreis Zwickau und beschäftigt sich seit 1982 intensiv mit Holzarbeiten und Druckgraphik. Er absolvierte Seminare bei Siegfried Otto und Johannes Feige. Zahlreiche Ausstellungen seiner Werke, u.a. in der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz und im Foyer des sächsischen Landtages Dresden, haben ihn überregional bekannt gemacht.
Während der Ausstellung Babenhäuser Künstler im Schloss Schönfels in Lichtentanne Mitte des Jahres war es möglich, Kontakt mit dem Künstler herzustellen, der sofort von der Idee, gemeinsam mit den Babenhäuser Künstlern während der Kunst und Kulturtage vom 09. bis zum 11.11.2013 auszustellen, begeistert war.

dem Holz verbunden

Wilfried Runst widmet sich mit seinen Skulpturen und Drucken ganz dem Holz, dessen Maserung, den Jahresringen, dem Wuchs. Der Bildhauer nutzt die Bearbeitungsspuren als Stilmittel, löst dadurch Konturen auf und gibt gerade damit den grob gehauenen Holzbildnissen weiche Linien und Lebendigkeit. Nur sparsam, dafür aber kontrastreich koloriert er einige seiner Figuren, um Details hervorzuheben.
Eine andere Ausdrucksform des Künstlers sind glatt geschliffene reduzierte Formen, die den Betrachter an hölzerne Moais erinnern mögen, den Figuren der Osterinseln. Diese phantomhaften Köpfe wirken eindringlich durch die über viele Schleifvorgänge sichtbar gemachte Maserung des Holzes, was den Zeitaspekt des Wachstums eines Baumes in den Skulpturen verdeutlicht.

Aktdarstellungen sind ein weiteres Thema des Künstlers. Das Frauenbild nimmt oft Bezug auf antike Göttinnen, ist zuweilen mystisch wie bei dem Werk „Mondmädchen“, das mit wallendem rotem Haar himmelwärts blickt.

Die Torsi scheinen aus dem Sockel zu wachsen, sind mit ihm aus einem Stück gehauen. Risse im Holz durchziehen die Figur und den Sockel, werden vom Künstler gewollt, das Holz lebt weiter, auch in der neuen, menschengemachten Form. Die Risse zeigen die Verwundbarkeit der Schönheit, des Ideals an sich, verändern vielleicht auch das Ideal oder die Art, wie man es betrachtet. Allen Figuren zu eigen ist ein Ausdruck von Kühnheit, Stolz und fließender Kraft. Wilfried Runst schafft Heldinnen und Helden, denen die Zeit nichts anhaben kann.
In seinen Holzschnitten arbeitet der Künstler detailreich Furchen, Klüfte, Grate heraus, lässt damit felsige Landschaften, Strudel und Riffe mit mystischen Zitaten aus antiken Sagen wie der Orestie oder dem Deukalion, dem ehernen Zeitalter, entstehen oder schafft plastische Portraits seiner modernen Helden und Götter.
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