Neues Jahr, neues Glück?!

Olli Schulz, Trainer der Handball Löwen von der SG Rot-Weiss Babenhausen I seit der Saison 2014/2015
Der Trainer der SG Rot-Weiss Babenhausen I schaut zurück und nach vorne

Im zweiten Jahr hintereinander gelang es den Löwen das Gesamttableau der Landesliga Süd auf Rang zwei abzuschließen. Ob dies „gut“, „schlecht“, „glücklich“, „befriedigend“, „bestätigend“, „traurig“, „unnötig“ oder einfach nur „die goldene Ananas, für die man sich nichts kaufen kann“ ist bzw. war, darauf will sich niemand so wirklich im Lager der Rot-Weissen festlegen.
Fest steht: Die Tabelle lügt nicht. Am Ende der Saison war Offenbach-Bürgel verdient und zu Recht aufgestiegen. Clever und konstant zogen die Offenbacher in die Oberliga ein.
Erster Verlierer waren somit die Löwen.
Kein Grund allerdings in eine negative Grundstimmung zu verfallen und Nichterreichtem hinterher zu trauern, denn ...
…auch in dieser Saison, werden die Löwen wieder eine Mannschaft haben, die „oben“ mitspielen kann und mitspielen will.
…zur neuen Saison werden wieder Jungs aus der eigenen Jugend den Kader auffrischen und die SG bleibt ihrer Linie damit treu.
…die Landesliga wird zur neuen Saison durch den Absteiger aus der Oberliga und teils souveränen Aufsteigern aus den Bezirksoberligen eine größere Leistungsdichte haben.
… weil die SG Rot-Weiß Babenhausen der etwas andere Club ist, so sehen es die Jung's!

Was geschah…
Dass, wie eingangs erwähnt, die Tabelle nicht lügt, ist sicherlich nicht falsch, soll aber Leistung(en) in der abgelaufenen Saison mit Platz zwei auch nicht abwerten. Das beste Torverhältnis (aller 42 Landesligisten / mit plus 292 Tore), die beste Abwehr (aller 42 Landesligisten / mit nur 612 Gegentore / unter 24 Gegentore pro Spiel), 48:4 Punkte (24 Siege und 2 Niederlagen) reichten über die Saison hinweg nicht, um nach 26 Spielen, die man im Schnitt mit über 11 Toren gewann, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.
Stimmt, davon kann man sich nichts kaufen. Die goldene Ananas ist es aber dennoch nicht, bedeutet für die Löwen aber auch, konsequenter auf der Platte – ob in Training oder Spiel – zu sein.
Zusammengefasst war es eine deutliche Steigerung zur Vorsaison 2014/15. Viele Spieler haben sich konstant bzw. im Saisonverlauf weiterentwickelt und waren in der Lage mehr als nur eine Position nahezu ohne Qualitätsverlust zu begleiten. Sicherlich waren auch die Neuzugänge für den erfolgreichen Saisonverlauf mitverantwortlich. Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass das „Patchworksystem“ greift. Anderweitige (berufliche, familiäre, künstlerische,…usw.) Verpflichtungen oder gesundheitliche Einschränkungen einzelner Spieler konnten mit dem nach außen hin groß erscheinenden 18-Mann-Kader sehr gut kompensiert werden.
Bereits in der Vorbereitungen ereilten die schweren Verletzungen von Max Lang und Christoph Seipel die ersten Hiobsbotschaften. Max Lang wird in den Planungen weiterhin eine Rolle spielen und schrittweise herangeführt werden. Christoph Seipel wird leider nicht mehr auf die „Platte“ zurückkehren. Mr. „Zuverlässig“, bzw. dessen Knie, hat bedauerlicherweise den Belastungen des Handballs mit dem dritten Kreuzbandriss Tribut zollen müssen. Somit wurde die rot-weisse Patchwork Familie auf 16 Mann reduziert und vor neue Aufgaben gestellt.
Dass Eckpfeiler und Kapitän Dobler beruflich bedingt nun häufiger in den USA weilte, machte die Sache auf den ersten Blick nicht besser, eröffnete aber auch Möglichkeiten neue Formationen zu testen, Spielzeiten und Verantwortung an die Youngster zu übertragen. Darüber hinaus begann ab Januar die Integration der 99/2000er Jugendspieler im Trainingsbetrieb. Sie sollen schrittweise an den Aktivenbereich herangeführt werden.
Das Team ums Team machte ebenfalls einen Riesenjob – ob die Physios Simone, Anna, Nadine, Torwart- und Co-Trainer Rexi, Betreuer Manni oder Organisator Cem und viele mehr waren und sind ein wichtiger Bestandteil des Teams und werden viel zu selten für ihre Arbeit „Backstage“ gewürdigt!
Wer weiß wofür die goldene Ananas gut ist. Im Gesamtbild der SG steht sie jedenfalls für Teamgeist, Entwicklung und Erfolg sowie Lieferant die SG Rot-Weiss auch für die kommenden Etappen mit dem nötigen Selbstvertrauen zu versorgen.

Was kommt…
Ein „Bäumchen-Wechsel-Dich“ sowohl im Kader als auch im Teilnehmerfeld wird die Löwen vor neue Herausforderungen stellen. Während mit Jakob Stoffel und Markus Dobler zwei SG Urgesteine und altbewährte Kräfte ins zweite Glied rücken, Christoph Seipel die Handballschuhe gänzlich an den Nagel hängt, streifen sich zukünftig Dennis Weih (SKG Roßdorf) und Philipp Schnabel (TV Kirchzell) die Trikots neuer Vereine über. Ersetzt werden die Abgänge durch Marius Hildebrandt und Paul Markovic (beide HSG Nieder-Roden II) und Peter Grimm (MSG Bieberau Modau II). In den neuen Kader werden immer wieder Spieler der A-Jugend aufrücken.
Das Teilnehmerfeld wird vermutlich ausgeglichener sein. Zu den Favoriten in dieser Saison zählen neben der SG sicherlich Absteiger Tuspo Obernburg. Aber auch Glattbach, Reinheim und Pfungstadt werden mit größeren Ambitionen und nicht als Außenseiter in die Runde gehen. Die aufstrebenden Drittligareserven aus Nieder-Roden und vor allem Groß-Bieberau werden mehr als nur Stolpersteine sein wollen, um mit neuen Spielern früher als in der Vorsaison den Klassenerhalt fix zu machen bzw. Tabellenplätze im ersten Drittel Tabelle anzusteuern. Roßdorf wird nicht nur, aber auch wegen der Verpflichtung von Dennis Weih, deutlich stärker einzuschätzen sein. Hanau wird neben dem Trainerwechsel und vielen Veränderungen im Kader, wie die Aufsteiger Gelnhausen II, Kleinwallstadt sowie Arheilgen eine große Unbekannte sein.

Die Zukunft bringt zwangsläufig Veränderungen mit sich, und das Spiel der Löwen wird aber auch weiterhin vom Defensiv- und Tempospiel leben – beides mit der nötigen Portion Risiko, Leidenschaft und Aggressivität. Dieses Spiel wird daher nie fehlerfrei bleiben, ganz im Gegenteil. Dennoch werden die Löwen alles daran setzen, an den eigenen Schwachstellen - im taktischen aber auch individuellen Bereich - zu arbeiten, um auch in den entscheidenden Momenten „abzuliefern“. Disziplin und Teamgeist werden bei der Verwirklichung der Ziele entscheidende Kriterien sein. Apropos Ziele: weniger reden, machen!

Es gilt 26 Spiele erfolgreich zu gestalten, um dabei die Bürde von 2 Minuspunkten auf Grund des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls zur neuen Saison auszumerzen.
Die Rot-Weissen Löwen würden sich zur neuen Saison freuen, zahlreiche und lautstarke Unterstützung zu erhalten, um enge Spiele zu drehen, Siege zu feiern und nach 60 Minuten….

LÖÖÖÖÖÖwen …zu brüllen! "Auf geht’s!" , das Motto von Olli Schulz
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