Der Bürgerbus für Bad könig kommt

Bürgerbus für Bad König kommt ! Von Hans-Nikol Biehl 12.07.2017

Eine gute Nachricht für die Einwohner der Kurstadt im Jubiläumsjahr 2017: Der Bürgerbus kommt in Kürze. Freude und Erleichterung sind groß beim Bürgerbusverein Bad König, der sich vor einem Jahr gegründet hatte, um nach dem Wegfall des Stadtbusses eine Ersatzlösung zu finden. Die andauernd finanzielle Notlage hatte die städtischen Gremien zu einer ersatzlosen Abbestellung des innerstädtischen Busverkehrs gezwungen. Eine spontane Umfrage hatte zwar Proteste und Bedauern bei mehr als 1000 Unterzeichnern ergeben, doch die politisch Verantwortlichen gingen mit einem Schulterzucken darüber hinweg. Wir sparen 80 000 Euro städtischen Zuschuss ein, lautete das entscheidende Argument.

Dagegen half nur eins: Wir müssen das ehrenamtlich packen für unsere Mitbürger, die darauf angewiesen sind, sagten sich die Aktiven der Gründungsversammlung. Damit begann die Arbeit. Bürger fahren für Bürger lautete die Devise. Einen Verein zu gründen, eine Satzung zu formulieren, die das Amtsgericht anerkennt, die Ziele und Aufgaben zu definieren, so dass das Finanzamt die Gemeinnützigkeit und damit die Berechtigung zu Spendenbescheinigung zugesteht, ist schwierig genug. Verantwortliche Vorstandsmitglieder in die Pflicht zu nehmen, Zeit und Geld für Organisation und Betrieb zu opfern ist das Eine, ehrenamtliche Fahrer zu finden, die geeignet und bereit sind, regelmäßig Dienste am Steuer zu übernehmen das Andere. Doch das Hauptproblem ist eine solide Finanzierung für ein solch ambitioniertes Projekt.

„Wir haben seit Monaten Förder- und Zuschussquellen mit mehr oder weniger Erfolg angebohrt, aber jetzt, mit der Zusage der Hessischen Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ für eine auf drei Jahre angelegte Förderung ist uns der Durchbruch gelungen“, sagt dazu der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Kuckuk. „Unsere zähen Bemühungen gehen jetzt auf die Zielgerade. Unser Konzept: Wir holen alle auf unseren Service angewiesenen Bürger von zu Hause ab, fahren sie kostenfrei beispielsweise zum Arzt, zum Rathaus, zum Einkauf, zum Bahnhof oder zur Therme und bringen sie wieder heim.“
Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Nikol Biehl ergänzt : „Jetzt wird das neue Fahrzeug bestellt und in zwei Monaten können wir den Betrieb starten. Wir werden einen achtsitzigen VW-Kleinbus leasen und in Bad König und allen seinen Stadtteilen im Probebetrieb beginnen. Zunächst wird ein Hol-und Bringdienst an allen Dienstagen und Donnerstagen eingerichtet. Wer gefahren werden will, meldet seinen Fahrtwunsch am Tag vorher telefonisch an. Unser Angebot gilt für alle mobilitätseingeschränkten Bürger, vorrangig also Senioren, um deren Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in Bad König weiterhin sicherzustellen. Alle Transporte sind unentgeltlich, der Verein freut sich natürlich über kleine Spendenbeiträge.“

Klaus Deitrich, versierter Rechner des Vereins, erläutert die Säulen der Vereinsfinanzierung: „Wir haben (bescheidene) Mitgliedsbeiträge von unseren knapp 50 Bad Königer Vereinsmitgliedern und freuen uns über weitere Mitglieder und ehrenamtliche Fahrer. Auf dem weißen Bürgerbus werden sie Werbung von Institutionen und Firmen finden, die einen erheblichen Beitrag zur Fahrzeugfinanzierung leisten. Wir haben in beachtlicher Zahl Spenden von Sponsoren aber auch ebensoviele Absagen bekommen. Helfen Sie mit! Ich stelle gerne Spendenbescheinigungen aus.“

Der Betrieb eines ehrenamtlich geführten Bürgerbusses ist Neuland für den Odenwald, und das Land Hessen ist beileibe kein Vorreiter. So musste der Vereinsvorstand an Beispielen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz lernen. In mehr als 15 Vorstandssitzungen hat Reinhard Baron als Schriftführer des Vereins sorgfältig die vielfältigen Entwicklungsschritte und Rückschläge protokolliert.

Auch wenn der Bürgerbusverein keinen ÖPNV betreibt, wird er in fachlichen Fragen von der OREG, der Nahverkehrsorganisation des Odenwaldkreises unterstützt. Die Auflagen der Gemeinnützigkeit erfordern es, dass der Bürgerbus nur einen genau definierten Personenkreis befördern darf.

Der Bürgerbusverein Bad König e.V. ist unabhängig und überparteilich und würde sich freuen, wenn er in den politischen Gremien der Stadt so viel Unterstützung fände, wie es bei anderen Bürgerbusvereinen Selbstverständlichkeit ist. In einem Flyer an alle Haushalte werden wir rechtzeitig über Start und Bedingungen für die Nutzung des Bürgerbusses informieren, sagt Kuckuk.
Wir streben weiterhin den Schutzschirm der Stadt an. Damit würden sich Versicherungs- und Haftungsfragen vereinfachen. Wir haben schon manche Klippe umschifft. Für ein solches Projekt braucht man einen langen Atem, so Biehl abschließend.
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Hans-Nikol Biehl aus Bad König | 19.07.2017 | 13:57  
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