Segelflieger: Startklar für den Frühling

Afrika-Rückkehrer in einem Bensheimer Storchennest
Bensheim: Segelflugplatz Bensheim |

Spätestens wenn die Störche aus Afrika zurück sind und fröhlich mit den Schnäbeln klappern, dann werden auch die Segelflieger unruhig. Dabei waren die Mitglieder der Segelfluggruppe Bensheim in den letzten Monaten vielfältig aktiv, jedoch überwiegend am Boden und nicht in der Luft.

Graue Theorie - ohne die geht es nicht

Die Flugschüler haben im Unterricht das theoretische Rüstzeug für ihre Übungsflüge im Sommer erarbeitet. Ehrenamtliche Fluglehrer führten sie sicher durch die komplexen Materien wie Wetterkunde, Luftrecht, aber auch spannendere Themengebiete wie Technik und Navigation. Die „alten Hasen“, d.h. Scheininhaber, drückten ebenfalls die Schulbank und bildeten sich aktiv z.B. über Rettungsmaßnahmen (wir berichteten), in Sicherheitstraining und verschiedenen Seminaren fort.

Schweißtreibende Werkstattarbeit

Parallel dazu führten die Mitglieder unter der Regie erfahrener Werkstattleiter Wartungsarbeiten und Reparaturen an den vereinseigenen Segelflugzeugen aus. Immerhin gilt die Segelfluggruppe Bensheim als offizieller „Luftfahrttechnischer Betrieb“ und besitzt damit die Genehmigung, solche Arbeiten auszuführen. Für die Flugschüler die Gelegenheit, nach der Theorie auch gleich die Praxis der Flugzeugtechnik zu erleben. „Manch einem Anfänger mussten wir erst mal den Unterschied zwischen einem Schraubenschlüssel und Schraubendreher erklären“, erzählt schmunzelnd Herrmann Landgraf, einer der ehrenamtlichen Werkstattleiter. „Aber die Jungs und Mädels lernen fix .Schnell sind Torksschlüssel, Engländer, Kauschen und Splinte für die Schüler keine Fremdwörter mehr.“ Dann dürften sie schließlich selbst erste einfache Arbeiten unter Aufsicht durchführen.

Jährlicher TÜV

Zuletzt überprüft ein unabhängiger, externer Sachverständiger jedes einzelne Segelflugzeug auf Herz und Nieren. Denn für Flugzeuge sind jährliche, umfangreiche „TÜV-Prüfungen“ vorgeschrieben. Anhand eines Prüfprotokolls werden sämtliche Verbindungen, Lager, Hebel, Oberflächen, Instrumente usw. akribisch auf kleinste Beschädigungen und einwandfreie Funktion untersucht. Beim geringsten Zweifel wird das entsprechende Teil sofort ausgetauscht. In Sachen Sicherheit gibt es keine Kompromisse.

Erst wenn alle Prüfungen inklusive Testflug erfolgreich bestanden sind, dürfen die Segelflugzeuge wieder gemeinsam mit den Störchen ihre lautlosen Kreise am Bergsträßer Himmel ziehen.
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