80 JAHRE AKKORDEON-CLUB BLAU-WEISS BENSHEIM E. V.

Das Erste Orchester des Akkordeon-Clubs Blau-Weiß Bensheim, Dirigent Eduard Ungefucht, eröffnete das Konzert mit einer empfindsamen Interpretation der „Morgenstimmung“ von Grieg
 
Musikalischer Leiter des 1. Orchesters Eduard Ungefucht
Bensheim: Dorfgemeinschaftshaus Schwanheim |


Zum Auftakt des 80-jährigen Vereinsjubiläumsjahres hatte der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim e. V. (ACB) am 20. März zu einer musikalischen Matinée ins Dorfgemeinschaftshaus Bensheim-Schwanheim geladen, wo die Akkordeonisten ihre überaus zahlreich erschienenen Gäste mit Sekt, leckeren Häppchen und einem außerordentlich stimmungsvollen Konzert begrüßten.

Feierliche Einstimmung

Passend zur erwartungsvollen Atmosphäre erklang zur Eröffnung Edvard Griegs "Morgenstimmung" aus "Peer Gynt", ein wunderbar feines, dynamisches Klanggemälde aus dem Jahr 1888. Für die ergreifende Interpretation des ursprünglich für Symphonieorchester komponierten Werkes erntete das Erste Orchester unter der Leitung von Eduard Ungefucht großen Applaus von den Zuhörern.

Musikalisches Geburtstagsmenü

In bunter Folge schlossen sich Festansprachen und Musikbeiträge an, detailreich und mit einer guten Prise Humor moderiert von Bernd Rettig. Das Hobbyorchester spielte unter Führung von Heinz Schuster die „Humoreske“ von Dvorak und „`S Wonderful“ von Gershwin. Das Trio mit Ilona und Manfred Spitzner an den Elektronien und Tobias Bergemann am Bass servierte ein tönendes „Geburtstagsmenü in fünf Gängen“, das der frühere ACB Dirigent Mößinger seinerzeit für Ilona arrangiert hatte und das sie nun dem Publikum verschmitzt in perfekt italienischem Slang anrichtete. Das Ensemble des 1. Orchesters bot mit dem expressiven „Violentango“ von Piazzolla ein großes Werk des Tango Nuevo, das an Spannung nichts zu wünschen übrig ließ, sowie einen frohen „Ragtime“ von Mouline. Danach gehörte die Bühne wieder den rund 20 Spielern des Ersten Orchesters unter Dirigent Eduard Ungefucht.

Feuriges von Schostakowitsch bis Götz

Mit Esprit, Temperament und musikalischem Feingefühl präsentierten die Musiker des 1. Orchesters die Highlights ihres Repertoires, den schwungvollen „Walzer Nr. 2“ von Schostakowitsch, den lieblichen „Tango Villosa“ von Wagenmakers, den luftig-duftigen „Bal des Crinolines“ von Pratti und die mitreißende „Rhapsodia Andalusia“ von Götz. Auf brausenden Beifall und stehende Ovationen gab es als donnernde Zugabe Bizets „Carmen-Vorpiel“, ehe die Veranstaltung mit einem ganz besonderen Schmankerl schloss: Alle Spielgruppen schmetterten gemeinsam den „Blau-Weiß-Marsch“, die fast vergessene, handschriftlich überlieferte „Hymne“ des Vereins, begleitet von viel Ah und Oh seitens der älteren Zuhörerschaft und begeistertem Mit-Klatschen des ganzen Saals. „Eine Reminiszenz an alte Zeiten“, erklärte Moderator Rettig, „früher wurde dieser Marsch beim Bensheimer Winzerfestumzug gespielt, wo die Akkordeonisten immer zünftig mit marschierten. Das ist heute schon wegen der viel größeren und schwereren Instrumente gar nicht mehr möglich.“ Aus der volkstümlichen Harmonika von einst ist ein veritables Konzertinstrument geworden, das allen Facetten anspruchsvoller Kunstmusik gerecht wird.

Kultureller Stellenwert

1936 dem Namen „1. Bensheimer Handharmonika-Club Blau-Weiß“ gegründet, entwickelte sich der Club schon bald zu einem beachteten Bestandteil des regionalen kulturellen Lebens, was die Ehrengäste der Matinée in ihren Ansprachen hervorhoben. „Wir sind stolz auf das Orchester in unseren Reihen“ sagte Stadtverordnetenvorsteherin Carola Heimann in ihrer Festrede. Sie betonte die Rolle des Akkordeon-Clubs Blau-Weiß als fester Bestandteil in der Kultur der Stadt, als Botschafter Bensheims und als musikpädagogische Institution in Bensheim. Kreisbeigeordneter Kurt Knapp überbrachte die Glückwünsche des Kreises Bergstraße und stellte das Orchester Blau-Weiß als Bereicherung des kulturellen Lebens heraus, das schon vor Jahrzehnten weite Kreise bis ins Ausland zog und im Wandel der Zeit bis heute einen hohen Stellenwert genießt. Prof. Dr. Hemmje, Vorsitzender des Deutschen Harmonika-Verbandes Südhessen, pries den traditionsreichen Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim e. V. als „Juwel mit weit über die Region hinaus reichender Strahlkraft“.

Rudolph-Würthner-Medaille für Ehrenvorsitzenden Hans-Rüdiger Klein

„Die erfolgreiche Geschichte und der hervorragende Ruf des Bensheimer Akkordeonclubs sind vor allem der jahrzehntelangen unermüdlichen Arbeit von Hans-Rüdiger Klein zu verdanken, der sich als Vorsitzender mit Herzblut für den Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim, für den Landesverband Hessen und für die Akkordeonmusik allgemein eingesetzt hat“, so Hemmje. Im Auftrag des Deutschen Harmonika-Verbandes zeichnete Dr. Hemmje den Ehrenvorsitzenden des ACB Hans-Rüdiger Klein für sein Lebenswerk mit der Rudolph-Würthner-Medaille aus.

Schöne Erinnerungen

Umrahmt wurde die Matinée von einer Bilderschau einer Plakat-Ausstellung mit Fotos quer durch die 80-jährige Geschichte des Vereins. Belebt wurden die schönen Erinnerungen durch ein Interview mit Willi Gondolph, der als ehemaliger Vorsitzender und ältestes Mitglied des Vereins (Eintritt 1938) so manches aus dem Nähkästchen von früher plauderte, was nicht nur ihm sichtliches Vergnügen bereitete. Die Veranstaltung klang aus mit angeregten Gesprächen der Gäste, die Erinnerungen austauschten, sich über ein unverhofftes Wiedersehen mit Akkordeonfreunden freuten und ihre musikalischen Zukunftspläne erörterten.

Weitere Konzerte

Der gelungenen Veranstaltung zum Start ins 80. Jubiläumsjahr lässt der Akkordeon-Club Blau- Weiß Bensheim e. V. weitere festliche Events folgen.

Am 16. Juli 2016 präsentiert der ACB im Dorfgemeinschaftshaus Schwanheim, 64625 Bensheim, Weyrichstr. 23, ein Gala-Konzert mit dem Akkordeon-Virtuosen Stas Venglevski aus den USA.
Beginn 19 Uhr; Vorverkauf über alle Mitglieder des ACB

Info: www.akkordeon-bensheim.de
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