Stromnotstand

Bickenbach: saphir im stahl | Seit Samstag, den 22. Mai wurden dreizehn der siebzehn deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Warum alle Betreiber gleichzeitig ihre Kraftwerke vom Netz nehmen, ist nicht ganz klar, sieht nach einer Absprache aus und wird, sollte der Strom ausfallen, durchaus als Nötigung aufzufassen sein. Nur noch Isar II und Grundremmingen C in Bayern, Neckarwestheim II in Baden-Württemberg und Brockdorf in Schleswig-Holstein liefern weiterhin Atomstrom. Grund für die Abschaltungen sollen Wartungsarbeiten sein, die sich überschneiden würden. Bedenkt man jedoch, dass die Wartungsarbeiten regelmäßig stattfinden und bisslang keine Überschneidungen stattfanden, sollten diese auch heute nicht auftreten. Der Netzbetreiber Tennet warnte schon vor Wochen vor einer kritischen Lage. Die aber sicherlich nicht eintreten wird. Nach einer Meldung auf der Internetseite von n-tv (www.n-tv.de) stünden gut 75 Prozent der 20.500 Megawatt durch Atomkraftwerke produzierten Stromes nicht zur Verfügung.
Die reisserische Aufmachung in der Überschrift wird jedoch nicht stattfinden. Laut einer Meldung auf der Internetseite der FU Berlin (www.fu-berlin.de) gehen gut zwei Drittel der erzeugten und verteilten Energie bei Leitungsverlusten verloren. Das heisst, der teuer erzeugte und verteilte Atomstrom wird von den Endverbrauchern bezahlt, kommt aber nie an, weil er unterwegs verloren geht. Dies wird aber von den Kraftwerksbetreibern nie erwähnt. Stattdessen wird der vor Ort erzeugte Ökostrom, der nicht weit verteilt werden muss, schlecht geredet.
Wenn jetzt von einem Stromnotstand die Rede sein soll, wird das wie ein Schuss nach hinten losgehen. Mit der massiven Abschaltung der Atomkraftwerke wird gezeigt, dass Deutschland ohne die Kraftwerke auskommt.
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