Sommerpause des Heimatmuseums Biebesheim am Rhein und der Treppenhaus-Galerie enden am 07.009.2014

  Biebesheim am Rhein: Heimatmuseum Biebesheim |

Ab 07.09.2014 sind beide Einrichtungen wieder geöffnet

Im Heimatmuseum Biebesheim und in der Treppenhaus-Galerie im Museum endet am 07.09. die Sommerpause.

Ab 07.09.2014 sind beide Einrichtungen sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr und die Treppenhaus-Galerie im Museum auch donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr wieder geöffnet.

Im Heimatmuseum sind die Sonderausstellung

Dreihunertfufzischst Biwesemer Kerb
350. Biebesheimer Kirchweihfest

und in der Treppenhaus-Galerie im Museum die Kunstausstellung

Fantasie in Graphit, Acryl,
sowie Digitale Essenzen
Eine Auswahl von Arbeiten der Künstlerin Jana Haft

an diesem Sonntag letztmals zu sehen.






Dreihunertfufzischst Biwesemer Kerb
350. Biebesheimer Kirchweihfest


Die ab 1659 errichtete Notkirche wurde, vier Wochen nach Ostern am Sonntag Kantate, dem 15. Mai 1665, eingeweiht. An diesem Sonntag wurde, erstmals nach dem 30jährigen Krieg, die Biebesheimer Kirchweih (Biwesemer Kerb) gefeiert. Es zeigten sich aber bald Schwierigkeiten, so dass es zu Reibereien kommt und die Obrigkeit eine „Verwilligung“ herausgibt, dass die Kerb alljährlich auf Rogate, vier Wochen nach Ostern, gehalten werde. Seitdem hat Biebesheim am Rhein eine der ersten Kerwe im Ried, während in allen umliegenden Dörfern die Kerb meistens im Herbst gefeiert wird.

Die später neu errichtete Kirche wurde durch den Superintendenten Waitzel am 7. November 1773 eingeweiht. Die Bauarbeiten leitete der Darmstädter Baumeister Johann Martin Schuhknecht.
Mit der Neuerrichtung der Kirche wurde auch eine neue Orgel von dem Orgelbauer Onimus aus Mainz aufgestellt, die bis 1834 ihren Dienst tat. Eine öffentliche Kerb wurde aber aus diesem Anlass nicht gehalten, da eben nach der älteren „Verwilligung“ die öffentliche Kerb an Rogate (4 Wochen nach Ostern) gehalten wird.

Sicherlich feiern die Biebesheimer bereits seit über 800 Jahren Ihre „Kerb“, vielleicht nicht in gleicher Weise und wahrscheinlich nicht zum gleichen Zeitpunkt, aber sie ließen sich eine derartige Möglichkeit zum Feiern sicherlich nicht entgehen. Denn wenn es 1209 bereits ein reparaturbedürftiges Kirchendach gab, zu dem die Erbacher Mönche eine Summe Geld für die Ausbesserung des „Bubelnsheimer“ Kirchendaches gaben, dann gab es auch ein Kirchweihfest, denn diese Kirche wurde irgendwann vorher geweiht.

Der Brauch neuerbaute Kirchen zu weihen soll bereits aus dem 4. Jahrhundert stammen. Im Rahmen eines feierlichen Messegottesdienstes übergab der zuständige Bischof das Gotteshaus seiner Bestimmung. Im Laufe der Zeit wurde es üblich, dem „gemeinen Kirchenvolcke“ mit mehrtägigen Schmausereien und Lustbarkeiten das Andenken an den großen Tag „lieblich erfahrbar“ zu machen.

Die Kirchweihfeste entstanden etwa seit dem 9. Jahrhundert. Sie wurden von Pabst Gregor I. sogar ausdrücklich angeordnet.

Auch nachdem Biebesheim reformiert war, also 1535, wurde sicherlich eine Kerb weiterhin gefeiert, vielleicht auch noch zu dem vermutlichen vorherigen Termin.

„Do honn die Kerl gedanzd wie de Lumb am Stegge.“ Wenn auch der Reformator Dr. Martin Luther gegen diese Feste war, haben es sich die Biebesheimer sicherlich nicht nehmen lassen diesen „höchsten Feiertag“ im Jahr mit Musik und Tanz zu begehen. Denn sonst bot der dörfliche Alltag , neben familieren Feiern nicht allzu viele Möglichkeiten. Luther störten die Unsittlichkeiten die dann vorzufallen pflegten. In seiner Hauspostille wettert er in gewohnt deutlicher Weise: „Derohalben christliche Obrigkeit von Amts wegen die Kirchweihfeste, solch säuisch Gefräß und unordentlich Leben billig abzuschaffen und mit harter Strafe wehren soll.“

Die Kirchweih als kirchlicher Tag der Erinnerung wurde immer mehr von der weltlichen Kerb mit ihrem Jahrmarktrummel abgelöst. So auch in Biebesheim am Rhein, wo erst in den letzten Jahren wieder gelang beides, durch einen Gottesdienst am Samstagabend, in Verbindung zu bringen.

1968 war der Brauch der „Kerweborsch“ mehr oder weniger „einschlafen“und es wurde die Biebesheimer „Kerb“ ohne „Kerwe-Borsch“ gefeiert. Auf Initiative der Gemeinde Biebesheim auf der einen und einer weiteren Gruppe ehemaliger „Kerweborsch“ auf der anderen, wurde der alte Brauch wieder belebt und es gibt heute einen „Kerweborsch-Verein“. Wobei aber auch noch weitere Biebesheimer Gaststätten zeitweise „Kerweborsch“ hatten und haben.

Früher hatte jede Biebesheimer Gaststätte, die einen Saal hatte eigene „Kerweborsch“. So gab es zeitweise bis zu fünf Gruppen, die für „ehr Wertschaft de Baam geholt un die Kerweredd“ gestaltet haben. Denn Biebesheim hatte eine Vielzahl von Gaststätten die mehr oder weniger große Säle für Tanzveranstaltungen hatten.

Als 1930 der Biebesheimer Marktplatz gebaut worden war wurde, neben dem Biebesheimer Viehmarkt, auch die Biebesheimer Kerb dort gefeiert. Nach der Errichtung der Rheinhalle wurde dike „Kerb“ dorthin verlegt und als das neue Rathaus bezogen war, verlegte man den „Kerweplatz“ dahin, da sich gezeigt hatte, dass die „Kerb“ am Rande des Ortes bzw. damals sogar noch außerhalb des Ortes von der Bevölkerung nur bedingt angenommen wurde.

Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit diese wieder auf den Marktplatz zu verlegen, nachdem sich dieser vor einigen Jahren neu ausgebaut, wieder zu einem gut angenommenen Platz im Ortszentrum entwickelt hat.







Fantasie in Graphit, Acryl,
sowie Digitale Essenzen
Eine Auswahl von Arbeiten der Künstlerin Jana Haft

In Graphit-Zeichnungen und Acrylgemälden verpackt die Groß-Rohrheimer Künstlerin Jana Haft ihre Fantasie. Planeten präsentiert in einem Eisbecher oder die Ästhetik einer Gravitationslinse laden den Betrachter ein, sich in unmögliche Welten entführen zu lassen.
Die Künstlerin hinterfragt in vielen ihrer Werke den Begriff der banalen Realität. Mit Hilfe ihrer phantastisch, surrealen Bildsprache übersetzt sie Un-Begreifliches, wie etwa Gefühlszustände, sowie Begriffe wie Leben, Existenz und Ewigkeit, in gegenständliche Motive.

Ihre Bilder sind als „Denkansätze“ gedacht und sollen zum weiteren philosophieren anregen.

Jana Haft ist 1975 in Komotau, in der jetzigen Tschechischen Republik, geboren. Seit ihrem siebten Lebensjahr lebt sie im Hessischen Ried. Von frühester Kindheit an hat künstlerisches Gestalten einen großen und wichtigen Platz in ihrem Leben eingenommen. Im Laufe der Zeit kam noch die Liebe zur Literatur und Philosophie hinzu. Aus der Beschäftigung mit Texten, von der Antike bis zur Jetztzeit, ergeben sich regelmäßig Fragestellungen, die dann auch in ihre künstlerischen Arbeiten einfließen.

Zeichnen, Malen und der Umgang mit verschiedensten Werkstoffen sind ihr zu Eigen. Die Technik der künstlerischen Umsetzung ordnet sich bei ihr immer der Idee unter und so versucht sie sich autodidaktisch einer ausreichenden Darstellung zu nähern.

Da sie sich fortwährend leidenschaftlich der Philosophie zuwendet, ist ein stetiger Fortgang einer kunstphilosophischen Arbeit im Gange, die sie handwerklich bevorzugt mit Blei- und Graphitstiften, sowie in Acryl umsetzt. In digitaler Form findet ihre Kunst in der Reihe „Digital Essence“ ihren Platz. Für diese Digitalen Collagen verwende sie ausschließlich ihre eigenen digitalisierten Zeichnungen und Bilder, die sie per Software, neu arrangiert.

Weitere Informationen zur Künstlerin und ihren Werken unter: www.janahaft.de
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