Stolpersteine auch in Biebesheim!

In den jüngsten Biebesheimer kommunalen Ausschußsitzungen stellten die Grünen den Antrag, die Verlegung von Stolpersteinen zu unterstützen. Anlaß war eine Initiative der Aktiven Frauen Biebesheim, die gerne die Patenschaft für einen solchen Stolperstein übernehmen möchten. Sie wollen damit die vielfältigen Formen des Gedenkens an vertriebene jüdische MitbürgerInnen ergänzen.
In vielen Nachbargemeinden sind bereits Stolpersteine verlegt und gute Erfahrungen damit gemacht worden.
Die Reaktion der übrigen Kommunalpolitiker auf den Antrag der Grünen war dann jedoch überraschend negativ.
SPD, CDU und FWB sind einhellig der Meinung, in Biebesheim sei schon genug zum Gedenken getan worden. Kann es denn zur Vergangenheitsbewältigung ein Zuviel geben?
Es wurde von den Sprechern der Parteien gemutmaßt, die Stolpersteine würden übersehen bzw. nicht beachtet werden. Schließt da nicht mancher eher von sich selbst auf andere?
Sogar von einem Trend und einer inflationären Erscheinung war in der Sitzung die Rede. Wie ignorant dürfen sich diese gewählten Ortspolitiker eigentlich äußern, wenn es um die Benennung von Einzelschicksalen in einer unrühmlichen Zeit geht?

Dass es in allen Städten und Dörfern unfaßbar viele Menschen waren, die verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, macht heute die zigtausenden von Stolpersteinen erforderlich. Gerade für Überlebende der Naziverfolgung und die Nachfahren der Opfer ist die Verlegung der Stolpersteine eine symbolische Handlung der Versöhnung.

Was aber hindert die Biebesheimer Kommunalpolitiker daran, eine Initiative von Bürgerinnen mit einer schlichten Genehmigung zu unterstützen? Während sonst in der Ortspolitik vieles an den Finanzen scheitert, werden die Stolpersteine durch Patenschaften gesponsort. Der Gemeinde entstehen also keine Kosten.

Von politisch engagierten Menschen sollte man doch erwarten, dass sie Bemühungen, die zur Verarbeitung der Geschichte und zur Entwicklung einer toleranten Gesellschaft beitragen, befürworten.
Man kann nur hoffen, dass die vielen Befürworter der Stolpersteine nun ihre gewählten Gemeindevertreter auf ihr Abstimmungsverhalten ansprechen und zu einem Umdenken bewegen. Die Biebesheimer haben schon viel zum Thema Gedenken getan, ja, aber noch mehr zu tun ist immer besser.
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