Arbeitszeugnisse aufgeschlüsselt – Was bedeuten die Ausdrücke?

Ein Arbeitszeugnis spielt im Arbeitsleben und vor allem innerhalb des Bewerbungsprozesses eine wesentliche Rolle. Wurde beispielsweise ein schlechtes oder mangelhaftes Zeugnis ausgestellt, welches zudem auch noch in einer verschlüsselten Zeugnissprache erstellt worden ist, wird man bei der nächsten Bewerbung wohl eher schlechte Karten haben, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.



Ein Arbeitnehmer sollte daher bei Beendigung seines letzten Beschäftigungsverhältnisses stets darauf achten, dass das Arbeitszeugnis nicht nur gesetzeskonform geschrieben ist, sondern dass es sich dabei auch um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis handelt. Denn nur so kann sich der nächste Arbeitgeber ein angemessenes Bild über die Aufgaben, die Leistungen sowie das Verhalten des Arbeitsnehmers verschaffen.

Zeugnissprache richtig bewerten und verstehen

Für die Erstellung gibt es leider keine allgemein gültigen und verbindlichen Formulierungen und Vereinbarungen. So gibt es beispielsweise grundlegend verschiedene Vorstellungen bezüglich

- Umfang des Arbeitszeugnisses
- Formulierungen für das Arbeitszeugnis
- Einordnung der Formulierungen nach einer Notenskala
- Wichtigkeit einzelner Abschnitte
- Detailgenauigkeit
- Kenntnis aktueller Rechtsprechungen


Daher lassen viele Formulierungen in einem Arbeitszeugnis einen sehr großen Spielraum zur Interpretation dessen, dass der Verfasser damit denn tatsächlich gemeint haben könnte. Genau darin besteht letztlich auch ein gewisses Problem. Denn während es durchaus einige Kernsätze gibt, deren tatsächlicher Sinn leicht erkennbar ist, gibt es viele andere Formulierungen, bei denen die Interpretation nicht eindeutig geklärt werden kann. Handelt es sich beispielsweise um einen Kernsatz zur Leistung und zum Verhalten des Arbeitsnehmers, so kann dessen Bedeutung noch am ehesten gedeutet werden, da diese beiden Bereiche sowie die Schlussformel des Arbeitszeugnisses einer Notenstufe untergeordnet sind.

Eine erste grobe Bewertung

Um sein Arbeitszeugnis einer ersten eigenen Bewertung unterziehen zu können, sollte man folgende Punkte beachten, die dabei eine bedeutende Rolle spielen:

- äußere Form
- Umfang
- Reihenfolge der Tätigkeiten
- Kernsätze zu Leistung und Verhalten
- Schlussformel


Sowohl förmlich als auch äußerlich sollte das Arbeitszeugnis keine Mängel aufweisen. Sollten hier Mängel auftreten, kann dies schnell ein schlechtes Licht auf den Arbeitnehmer werfen. Unter Mängel fallen beispielsweise Flecken auf dem Papier, Knicke, Schreibfehler oder Hervorhebungen in Form von zum Beispiel Fettschrift oder Ausrufezeichen.

Arbeitszeugnisse weisen häufig diverse Codes auf. Eine Verwendung solcher Codes wirkt sich häufig nicht gerade positiv für den Arbeitnehmer aus. So lässt etwa die Erwähnung der Pünktlichkeit im Allgemeinen darauf schließen, dass der Arbeitnehmer doch eher unpünktlich gewesen ist, da diese Eigenschaft als selbstverständlich angesehen wird. Die Formulierung „war bemüht“ ist absolut negativ zu werten. Dies bedeutet letztlich so viel wie „Er war bemüht, aber geklappt hat es doch nie.“

Beispiel Arbeitszeugnisse finden Sie hier...
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