"Rate mal, wer dran ist?" - Vorsicht vor angeblichen Verwandten am Telefon

(Foto: siepmannH / pixelio.de)

Hilfe mit 20.000 Euro von Seniorin erbeten

Südhessen. In Polizeikreisen wird die Masche Enkeltrick genannt. Aber das schließt nicht aus, dass Betrüger am Telefon die Rolle eines anderen Verwandten oder Bekannten einnehmen. Mit der Einleitungsfrage "Rate mal, wer dran ist?" lassen die Kriminellen den Angerufenen zunächst einmal im Unklaren, wer sie gerade anruft. Nennt der Angerufene dann den Namen der Person, die er glaubt an der Stimme erkannt zu haben, hat sich der Betrüger schon einen ersten Vertrauensvorschuss geschaffen. So geschehen in einem Fall vom Montagnachmittag (12.09.2016). Eine Seniorin glaubte nach dem bei diesem Trick üblichen Ratespiel eine Verwandte erkannt zu haben. "Katrin" kam schnell zur Sache. Sie sitze in Weiterstadt bei einem Notar und benötige sofort Hilfe in Form von 20.000 Euro. Nebenbei drang sie darauf, mit niemanden über das Gesprochene zu reden. Als die Seniorin entgegnete, nicht über so viel Geld zu verfügen, ließ die Betrügerin aber nicht locker. "Du hast doch das Geld auf der Bank, ich brauche es dringend bis morgen!", nahm die Anruferin einen weiteren Anlauf. Als die Anruferin immer wieder Geld forderte, kamen der Seniorin ernsthafte Zweifel und stellte "Katrin" Fragen, die sie nicht richtig beantworten konnte. Daraufhin beendete die Rentnerin das Gespräch und legte auf. Weitere Anrufe erhielt sie nicht. In diesem Fall entstand kein finanzieller Schaden. Aber Betrüger werden sich erneut melden, insbesondere bei älteren Menschen. Die Polizei hat bereits unzählige Male über diese dreiste Masche berichtet. Dennoch immer wieder folgende Hinweise: Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Geldforderungen stellen. Rufen Sie bei ihrem Verwandten oder Bekannten an und vergewissern Sie sich, ob diese tatsächlich angerufen hat und Geld benötigt! Geben Sie am Telefon niemals Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse. Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen. Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, z.B. nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung. Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache, auch wenn der Anrufer sie auffordert, mit niemanden darüber zu sprechen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen - auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln. Ändern Sie Ihren Eintrag im Telefonbuch, indem Sie Ihren Vornamen abkürzen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Sie aufmerksam zu werden! Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Kunden über die Betrugsform. Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt - Notruf: 110. Und noch ein wichtiger Hinweis gerade an ältere Menschen: es gibt nicht nur d e n einen Trick. Betrüger sind erfindungsreich. Erlaubt sei daher auch der Hinweis auf eine Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenst...

(Polizeipräsidium / Südhessen)
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