Caritasverband Darmstadt bietet Menschen mit Behinderungen neue Chancen

Seit zwei Jahren führen Menschen mit und ohne Behinderungen das Hotel-Restaurant Karolinger Hof auf hohem Niveau

Sina Grüner steht in der Küche vom Hotel-Restaurant Karolinger-Hof und kocht Marmelade für die Gäste. Konzentriert geht sie Schritt für Schritt nach Rezept vor. Die fertige Marmelade schmeckt lecker und Sina freut sich über ihr Werk. „Die 27jährige macht eine tolle Arbeit“, lobt Chef-Koch und Ausbilder Klaus Stumpf. Das kommt wohl auch daher, weil Sina viel Spaß bei der Arbeit hat. Die Erfolge machen sie selbstbewusst. Betriebsleiterin Claudia Bock ist mit Sina stolz darauf, dass es vor zweieinhalb Jahren gelungen war, zum ersten Mal in Hessen eine berufliche Förderung durch das sogenannte Persönliche Budget zu erreichen. Schon immer hat Sinas Mama dafür gekämpft, dass ihre Tochter trotz Down Syndrom integriert wurde. So gehörte sie zu den ersten, die in einen integrierten Kindergarten und eine integrierte Schule gingen. Da dies der Tochter sehr gut getan hatte, kämpfte die Mutter mit viel Herzblut darum, dass Sina in einem Normalbetrieb arbeiten darf. Dank der Finanzierung durch das Persönliche Budget erhielt Sina von den Leistungsträgern eine Geldleistung anstelle von Dienst- oder Sachleistungen. Als dies Ende letzten Jahres ausgelaufen war, unterschrieb Sina zum Januar ihren Beschäftigungsvertrag im Karolinger Hof, der über Leistung des persönlichen Budgets vom LWV finanziert wird und den Beschäftigungsplätzen analog der Werkstatt für Menschen mit Behinderung entspricht. Die Freude darüber war riesig groß und ihr größter Traum damit in Erfüllung gegangen.

Doch dies ist nicht die einzige Erfolgsgeschichte, die der Karolinger Hof, der vor zwei Jahren seinen Betrieb in Lorsch eröffnete, schrieb. Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer ist daher sehr froh, dass er mit viel Engagement und trotz Schwierigkeiten in der Bauphase sein Ziel nicht aufgab, mit dem Karolinger Hof auch denen Menschen neue Chancen und Arbeitsplätze zu bieten, die es im Leben nicht leicht haben. So finden hier Männer und Frauen wieder Hoffnung, die lange arbeitslos waren und schon keine Perspektive mehr für sich sahen. So auch der 31jährige Markus Braun (Name geändert). Zu viele Belastungen hatten in seinem jungen Leben dazu geführt, dass er seine Ausbildung als Schlosser nie abgeschlossen hatte. Es begannen Jahre, in denen er in Leasingfirmen im Lager, in der Logistik, als Maler oder Lackierer arbeitete, nie wissend, ob er den Arbeitsplatz, den er freitags verlies auch noch montags besuchen durfte. Das machte den jungen Mann fast krank und so war es für ihn eine echte Perspektive, als er von dem Projekt AktivO im Karolinger Hof erfuhr. Nach einem Praktikum im Winter 2014 begann er nun im Januar mit dem sechsmonatigen Beschäftigungsprojekt mit dem klaren Ziel vor Augen, danach eine Ausbildung zum Koch zu beginnen. Die Sozialpädagogische Begleiterin der Teilnehmer Sari Bayertz hilft nun dabei, die Finanzierung für die Ausbildung sicher zu stellen und wird entsprechende Fördermittel beantragen. Die Teilnehmer erhalten bei der speziell qualifizierten und erfahrenen Diplom-Sozialpädagogin Unterstützung, Begleitung und Rat. Da sie auch eine Ausbildung zur Hotelfachfrau abgeschlossen hat, passt sie ideal in das Team, welches aus Ausbildern, Anleitern, pädagogischen Fachkräften, Restaurant- und Hotelfachfachkräften sowie Köchen besteht.

„Die Arbeit hier ist besonders reizvoll, denn neben dem Anspruch, auf hohem Niveau zu kochen, geht es auch darum, den hier arbeitenden Menschen bei ihren täglichen Problemen zu helfen“, erzählt Klaus Stumpf, der sich daher nicht nur als Koch sondern auch als Pädagoge gefordert sieht. „Den Menschen geht es nicht an allen Tagen gleich gut, darauf müssen wir eingehen. Sehr geholfen hat mir dabei eine einjährige Schulung, die der Verband uns für die Arbeit mit psychisch kranken Menschen angeboten hat.“

Da es Betriebsleiterin Claudia Bock und ihrem Team gelungen ist verschiedene Kostenträger zu gewinnen, können neben Langzeitarbeitslosen und Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen auch Menschen mit körperlichen Behinderungen sowie Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen und Lernbehinderungen hier eine neue Chance erhalten. Kreativität ist dabei immer gefragt. So werden derzeit für den Arbeitsbeginn eines gehörlosen Mitarbeiters die notwendigen Maßnahmen besprochen und ein Laptop zur Unterstützung angeschafft.

Dank der optimalen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung wird im Karolinger Hof ein sehr gutes Angebot vorgehalten. Hotel- und Restaurantbetrieb werden auf hohem Niveau geführt. Vor kurzem wurde das Hotel als Top Quality Hotel 2014 vom Hotelportal HRS ausgezeichnet.

„Wir sind allen dankbar, die uns bei diesem Projekt als Kooperationspartner unterstützen. Gemeinsam sind wir guten Mutes, dass wir vielen helfen, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so der Caritasdirektor. Der Caritasverband Darmstadt geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat neben dem Karolinger Hof auch schon Arbeitsplätze im Café Klostergarten in Bensheim und im Café in Darmstadt geschaffen.


Karolinger Hof


Hotel – Restaurant
Lindenstraße 14, 64653 Lorsch
Tel. 06251 17520-0
info@karolinger-hof.de
www.karolinger-hof.de
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