Critical Mass - KEIN Atomunfall in Darmstadt

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Trike-Tandem mit Anhänger: Fahrspaß pur!

Der englischsprachige Ausdruck steht für „Kritische Masse“. Atomtechniker und Physiker werden jetzt gleich an Becquerel, d.h. an die Strahlenmaßeinheit und die gefährliche Strahlung eines radioaktiven Materials denken. Um die Gesundheit besorgte Leser werden eventuell an die ehemals radioaktiv belastete Pilze oder das Rehgulasch im Restaurant denken. Aber keine Sorge! Die kritische Masse gibt es nicht in Form einer Kernschmelze im inzwischen stillgelegten Atomkraftwerk in Biblis, sondern in Darmstadt.

Und zwar Mitten auf dem Marktplatz! Heute, am Freitag, den 10. Juni 2016 um 19 Uhr. Und das Besondere daran ist, dass sich jeder interessierte Darmstädter an der kritischen Masse beteiligen kann, sodass diese im größer wird und dass die kritische Masse nichts kostet.

Obwohl das nicht ganz stimmt. Es kostet je nach Aktivität etwas Schweiß auf der Stirn oder unter den Achseln. Ein 24 Stunden Deo oder ein Deoroller wären also angebracht, wenn sich die kritische Masse nicht in miefige Luft auflösen soll.

Der Unterschied zwischen kritischer und träger Masse

Neben der kritischen Masse gibt es natürlich auch noch eine träge Masse. Als träge Masse bezeichnet man einen sich langsam fortbewegenden oder schwimmenden Körper, der sich trotz einer hohen Antriebskraft nur ganz langsam und zäh beschleunigen lässt. Dabei versucht die träge Masse stets den eingenommenen Zustand der Ruhe oder auch Bewegung unverändert beizubehalten.

Eine träge Masse gibt es aber nicht nur in der Physik, sondern auch beim Menschen. Inzwischen ist ja jeder zweite Deutsche mehr oder weniger leicht übergewichtig und kann zusammen mit seiner Leibesfülle und der altersbedingten Antriebsschwäche aufgrund von leichten Depressionen durchaus auch als träge Masse bezeichnet werden. Und wenn sich das leichte Übergewicht zur gesundheitsschädlichen Adipositas entwickelt, die aufgrund der Leibesfülle nicht zu übersehen ist, dann entwickelt sich die träge Masse zur kritischen Masse. Das merkt der Betroffene nicht nur beim Tanzen, wenn er für den Wiener Walzer eine längere Beschleunigungszeit seiner trägen Masse benötigt, sondern wenn ihm auch schon nach kurzer Zeit die Puste ausgeht.

Gesetzliche Regelung der kritischen Masse

Gesetzlich ist die kritische Masse übrigens auch geregelt, damit es zwischen der trägen und kritischen Masse zu keinen Kollisionen kommt. Im Gesetzt heißt es dazu: „Fahren mindestens 16 Radfahrer in einer Gruppe, können sie einen sog. geschlossenen Verband bilden.

[ Geschlossen ist ein Verband immer dann, wenn er für andere Verkehrsteilnehmer deutlich als solcher erkennbar ist (§ 27 Abs. 3 Satz 1 StVO). Zu beachten ist, dass der geschlossene Verband als ein einziger Verkehrsteilnehmer zählt. Fährt das Führungsfahrzeug berechtigterweise (z.B. wenn eine Ampel "grün" zeigt) in die Kreuzung ein, darf der Rest des Verbands folgen, selbst wenn die Ampel mittlerweile auf "rot" umgesprungen ist. Die übrigen Fahrzeuge müssen also nicht ihrerseits Halte- oder Wartepflichten einhalten (LG Verden, Urteil vom 02.02.1989, Az. Ns Ds 2 Js 10396/88). Radfahrer dürfen im Verband auch zu zweit nebeneinander fahren, auf der Fahrbahn auch dann, wenn ein Radweg vorhanden ist. Wird der Radweg benutzt, gelten die Radfahrer als Einzelpersonen. Allerdings ist das Fahren im geschlossenen Verband nur dort gestattet, wo der übrige Verkehr nicht behindert wird. Nötigenfalls muss der Verband in einer Reihe fahren. Das Fahren als geschlossener Verband ist grundsätzlich nicht als übermäßige Straßenbenutzung anzusehen, sodass eine behördliche Genehmigung nicht erforderlich ist. ] (Quelle: adfc-bergstrasse.de)

Die kritische Masse mit Spaßeffekt

Spaß an der Freude des Radfahrens muss man erleben, im sprichwörtlichen Sinne erfahren. Denn beim Radfahren und die mehr oder weniger körperliche Anstrengung schüttet der Körper körpereigene Morphine aus, die die Stimmung heben und zum Wohlbefinden beitragen. Dabei gehen Körper, Geist und Fortbewegungsmaschine quasi eine Symbiose ein, verschmelzen diese zu einer Einheit. Durch die Bewegung spürt man seinen Körper, triumphieren Körper, Wadenmuskulatur, Sehnen und Knochen über den Geist, ist der Körper plötzlich nicht mehr der Sklave des ansonsten alles dominierenden Geistes. Der Kopf wird frei und trübe Gedanken versinken im Meer der Glücksgefühle. Man freut sich, seinen Körper wieder zu spüren und etwas zu leisten, zu vollbringen, nämlich von A nach B zu fahren und entdeckt ständig neue Dinge, Gerüche und Geräusche, die man beim Autofahren nicht mitbekommt. Der Spaß an der Freude stellt sich bei der Critical Mass aber auch deshalb ein, weil man sich gemeinsam in der Gruppe mit gut gelaunten, jungen Menschen bewegt. Im Gegensatz zu den Ü50-jährigen sind diese nämlich noch nicht verbrämt, engstirnig, stur oder altersstarrsinnig, da sich die rosarote Brille bei den Mitte Zwanzigjährigen noch nicht in Luft aufgelöst hat. Wie bei einer Blattlaus lässt sich der Lebenssaft der jungen Leute, der Erlebnisdrang und die Lebenslust anzapfen und quasi in den eigenen Körper umleiten.

Einer der Gründe dafür ist natürlich auch der, dass die Studenten, die sich in Darmstadt für die Critical Mass engagieren, oftmals ein Lastenrad mit integriertem Ghettoblaster, d.h. einer lautstarken Stereoanlage mit Verstärker und Bassreflex-Boxen, dabei haben. Dabei wirkt dann die meist rhythmusintensive Musik direkt aufs Gemüt der Radfahrer, wirkt diese quasi als Booster für die gute Laune.

Unterstützt wird die Critical Mass in Darmstadt übrigens auch von „Radfahren in und um Darmstadt“ sowie von „futuRad“ aus Griesheim, dem Fahrradspezialisten und der Werkstatt mit besonderem Anspruch der Kundenzufriedenheit. Jörg Ruf ist der Garant für Fachwissen, Qualität und gute Laune. Lassen Sie sich von seinem schelmischen Blick in den Bann ziehen, und lernen Sie ganz nebenbei während einer Probefahrt oder bei einem Radausflug einen ganz besonderen Menschen mit seinem anthroposophischen Lebensgefühl kennen.

Damit die Darmstädter Radler vor, während und nach der Critical Mass nicht dehydrieren, d.h. wegen Wassermangel austrocknen, gibt es von der Pfungstädter Privatbrauerei auch noch zwei Kästen Pfungstädter Radler. Einer davon mit dem neuen, naturtrüben Radler Weizen.
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