Kultur der Anerkennung: Erneut wurden Ehrenamtler mit Behinderung für ihren Einsatz in Südhessen ausgezeichnet.

  Darmstadt, März 2012 +++ Irgendwie hatte es was von einem Déjà-vu, wie Sozialdezernentin Barbara Akdeniz gleich zu Beginn der Veranstaltung bemerkte. Der gleiche Rahmen, die gleichen Räumlichkeiten wie im vergangenen Jahr und doch war vieles ganz anders.
Am Dienstag, den 20. März kam es zum Zweiten Feierlichen Abschluss für die engagierten Teilnehmer im Projekt Aha! (Aber hallo: Engagiert und besonders!). Sieben Männer mit unterschiedlichsten Begabungen wurden für ihre Leistungen im Bürgerschaftlichen Engagement geehrt. Sozialdezernentin Barbara Akdeniz betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig freiwilliges Engagement für eine Stadt wie Darmstadt sei. Ihr besonderer Dank galt den Projekt-Teilnehmern, die ihre Begabungen ein halbes Jahr in ganz unterschiedliche Bereiche einbrachten. Volunta Bereichsleiter Axel Eppich betonte die enorme Entwicklung des Projektes im letzten Jahr. Gleichzeitig erinnerte er an die Anfangszeit, die doch von Skepsis geprägt war, ob ein Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Behinderung überhaupt „leistbar“ sei. Diese Leistungsfixierung spiele glücklicherweise im Freizeitbereich eine untergeordnete Rolle, so Jens Bucher. Der Heilpädagoge leitet das Projekt Aha! seit knapp drei Jahren.
Vielmehr gehe es darum, dass Menschen verschiedener Begabungen zusammenkommen, um für eine bestimmte Sache einzustehen. Schirmfrau Nicole Costantini lobte die Kultur der Anerkennung, die in dem Projekt sehr intensiv gepflegt werde. Projekt-Teilnehmerin Mutlu Celebi teilte ihre Erfahrungen aus dem Projekt mit den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern. Wenn es nach ihr gehe, dürfe das Projekt Aha! immer weiter gehen.
Bucher stellte nun die Engagierten und deren Aufgaben in den Einsatzstellen in kurzen Portraits vor. Immer häufiger fänden sich mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Zweier-Team zusammen, um als Tandem gemeinsam aktiv zu werden. Er betonte, wie wichtig es sei, nicht als „die Behindertengruppe“ wahrgenommen zu werden, sondern als ein Teil vieler Engagierter, die mit ihrem Einsatz zu einer vielfältigeren Bürgergesellschaft beitragen. Das Projekt Aha! müsse als Einstiegsinstrument verstanden werden, dass den Projektzeitraum nutze, um nachhaltige Strukturen zu etablieren.
Ein Tandem hat macht sich seit November vergangenen Jahres für den SV Darmstadt 98 stark. Andreas Lata und Nico Stelzer, beides eingefleischte Lilienfans sorgen vor den Heimspielen dafür, dass die Fans ihre Stadionzeitschrift, den „Lilienkurier“ lesen können. Sie sortieren die Zeitschriften, stellen die Zeitschriftenboxen an ihre Standorte und kontrollieren, ob noch ausreichend Exemplare vorhanden sind.
Florian Holzbrecher, Marketing- und Salesmanager bei den Lilien fand in den Räumen der Volunta sehr wertschätzende Worte des Dankes. Die Grüße der Mannschaft übermittelte er durch zwei von der Mannschaft signierte Fußbälle der 98iger.
Neben Urkunden und Fotografien aus dem Einsatz war es vor allen Dingen Anerkennung, die die Teilnehmer an diesem Tag mit nach Hause nehmen konnten. Nicht aber ohne zuvor ordentlich in den Räumen der Volunta zu feiern.
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