Ausstellung: Nie wieder Krieg

(Foto: Kunst Archiv Darmstadt)
 
(Foto: Kunst Archiv Darmstadt)


Künstler im Ersten Weltkrieg
Malerei, Arbeiten auf Papier, Dokumente und Fotografien

Beteiligte Künstler:
Ludwig Meidner, Karl Deppert, Karl Thylmann, Karl Scheld, Josef Eberz u.a.

Ausstellungsdauer:
23. Oktober 2016 bis 31. März 2017

Ausstellungseröffnung:
Sonntag, 23. Oktober 2016, 11.00 Uhr
Es spricht Claus K. Netuschil

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 10.00 bis 13.00, Do 10.00 bis 18.00 Uhr

Parallelveranstaltungen:
Donnerstag, 24. November 2016, 19.00 Uhr
Führung durch die Ausstellung

Freitag, 2. Dezember 2016, 19.00 Uhr
Staatenlos im Nirgendwo
Aart Veder (Texte) und Michael Erhard (Klavier) setzen Walter Mehring in Szene.

Ort der Ausstellung:
Kunst Archiv Darmstadt e.V., Kasinostr. 3/Literaturhaus, 64293 Darmstadt


Künstler im Ersten Weltkrieg

Innerhalb des großen fünfteiligen Ausstellungsprojekts zu Ludwig Meidner anlässlich seines 50. Todesjahres, zeigt das Kunst Archiv Darmstadt e.V. Meidner als hellsichtigen Seismographen seiner Epoche. Er malte und
zeichnete als einer der wenigen Künstler seiner Zeit visionäre apokalyptische Landschaften und Schlachtfelder, lange bevor der Erste Weltkrieg ausbrach. Die unvorstellbare Welterschütterung bringt er eindrucksvoll und realistisch ins Bild. Karl Deppert arbeitete mitten im Kriegsgeschehen und zeichnete und radierte die vorher noch nie erlebte Grausamkeit der Welt- und Menschzerstörung. Karl Thylmann der 28-jährig vor Verdun Opfer des Ersten Weltkriegs wurde, setzte seine Kriegserlebnisse völlig anders um. Der als romantisch beschriebene Jüngling schnitt in Holz, zeichnete und schrieb Gedichte.

Die Ausstellung des Kunst Archivs, die bis zum 31. März 2017 zu sehen ist, will das grausame Erlebnis des 1. Weltkrieges aus sehr unterschiedlicher künstlerischer Sicht zu Tage fördern, begleitet von Tagebuchaufzeichnungen, Texten, Briefen und Fotos. Alle beteiligten Künstler haben einen Bezug zu
Darmstadt oder der Region.

Im Verbund mit dem großen Meidner-Projekt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain (mit den Stationen Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Mathildenhöhe Darmstadt, Stadtmuseum Hofheim und Galerie Netuschil) richtet das Kunst Archiv Darmstadt e.V. eine Ausstellung ein, die unter dem Titel „Nie wieder Krieg! Künstler im „Ersten Weltkrieg“ gezeigt wird. In der Zeit vom 23. Oktober 2016 bis 31. März 2017 werden Arbeiten von fünf Künstlern vorgestellt, die nach ihrem Einsatz an der Front ihre Erlebnisse künstlerisch verarbeiteten.

Zu Ehren des begabten Darmstädter Graphikers und Dichters Karl Thylmann (1888-1916), der 1916 mit 28 Jahren im Kriegsgeschehen an der Westfront fiel, thematisiert die Ausstellung den pazifistischen Gedanken aller beteiligten Künstler.

Ludwig Meidner (1884-1966) ist der große Seismograph, der bereits 1912 das Unheil des Krieges vorausgesehen und gespürt hat. In Schlachtfeldern, stürzenden Straßen und apokalyptischen Landschaften wird diese Vorahnung bereits zwei Jahre vor Kriegsausbruch sichtbar.

Karl Deppert (1897-1986) musste als sehr junger Mensch in den Krieg, erlebte die Greul und Grausamkeit. Er wurde mehrfach an der Westfront verwundet und kehrte, wie die große Mehrzahl der Soldaten, als erklärter Pazifist zurück. Leblang hat er Bilder gegen den Krieg gemalt!

Josef Eberz (1880-1942), Karl Scheld (1895-1936) und Max Beckmann (1884-1950), der 1915 nach Frankfurt übersiedelte (Arbeiten von ihm sind angefragt), nehmen mit ihren verstörend-realistischen Blättern vom Kriegsbeginn, Schlachtbeschreibung und Revolution an der Ausstellung teil.

Und schließlich der jugendliche Karl Thylmann, der vor Verdun bei seinem ersten Fronteinsatz von einer Granate getroffen und Opfer des Krieges wurde, so wie Franc Marc und die Dichter Ernst Stadler und Georg Trakl u.v.a. Alle Künstler haben über ihre Fronterlebnisse in Tagebüchern, Texten, Briefen und Gedichten beschrieben. Teil der Präsentation sind zudem Fotografien und Dokumente.

Die Ausstellung leistet einen wichtigen, historischen Beitrag für die Darmstädter Kunstgeschichte und soll mit dem ergreifenden Bildmaterial einen Denkprozess über kriegerische Auseinandersetzungen auch heute auslösen und befördern. Der dringende Apell lautet: Nie wieder Krieg!

(Kunst Archiv Darmstadt)
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