Ausstellungsvorschau

(Foto: Julian Irlinger, Props)
Darmstadt. Vom 14.11.17 bis 07.01.18 zeigt die Kunsthalle Darmstadt eine Werkschau des Städelschulabsolventen Julian Irlinger, der sich in seiner Arbeit intensiv mit Bildpolitiken und den institutionellen Kontexten von Kunst auseinandersetzt. Ihn interessieren unterschwellige Wirkmechanismen im Zeitalter der digitalen Bildproduktion, deren Offenlegung insbesondere die ökonomische Verstrickung von institutionalisierter Kunst in den Blick rückt. Die Einzelausstellung Props (deutsch: Requisiten) im Studio Ost der Kunsthalle Darmstadt zeigt neben einer Serie von Lentikulardrucken auch architektonische Elemente. Der konzeptuelle Rahmen soll die Aufmerksamkeit auf die der Kunstproduktion innewohnenden Widersprüche lenken und verhandelt dabei die enge Verbindung von Ökonomie, Öffentlichkeit und Kunst. Die Linsenrastertechnik erzeugt „Wackelbilder“, die bei einer Änderung des Betrachtungswinkels den Eindruck einer Bewegung oder eines Bildwechsels erzeugen. Die in der Ausstellung gezeigten Lentikulardrucke bestehen aus jeweils zwei überlagerten Screenshots, die Julian Irlinger während virtueller Rundgänge durch die Räume der Frick Collection in New York City festgehalten hat. Die beinahe identischen Bilder zeigen die Ausstellungsräume der Frick Collection, die auf den Mäzen Henry Clay Frick (1849–1919) zurückgeht. Mit erstklassigen Werken berühmter Maler der Neuzeit und frühen Moderne zählt das Museum zu den bedeutendsten öffentlich zugänglichen Privatsammlungen. Die verwendeten Onlinebilder der Interieurs wurden sowohl von der Frick Collection selbst als auch von dem Megakonzern Google produziert und online frei zugänglich gemacht. Einen zentralen Aspekt der Ausstellung Props bildet die konstante Veränderung der Installation. Im Gegensatz zur ständigen Verfügbarkeit von Bildern im Internet ist die Ausstellung niemals ganz zu fassen. Die ausgestellten Arbeiten werden immer wieder zu neuen Arrangements geordnet, einige Drucke verschwinden, neue kommen hinzu, wodurch Julian 2/2 Irlinger die Erfahrung des physischen Ausstellungsortes zur Disposition stellt. Julian Irlinger (*1986, Erlangen, D) absolvierte die Städelschule Frankfurt am Main und zählt zu den Preisträgern des Förderprogramms Mit Kunst für die Kunst, das die Kunsthalle Darmstadt 2015 gemeinsam mit dem Lions Club Darmstadt Mathildenhöhe initiierte. Gegenwärtig ist er Teilnehmer des Studio Program im Rahmen des Independent Study Program am Whitney Museum of American Art in New York City, wo er derzeit lebt und arbeitet.
(Kunsthalle Darmstadt)
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