Ein gelungenes Flüchtlingsfest in Pfungstadt

EH-Studenten "zeigen Gesicht" (Foto: (* Aufnahme Clemens Bergmann))
 
Trommelduo Nestor und Issa Sanou aus Burkina Faso (Foto: (*Aufnahme Johannes Borgetto))

Zu einem Begegnungsfest zwischen Pfungstädter Bürgern und Flüchtlingen der Stadt luden der „Koordinierungskreis Asyl Darmstadt und Landkreis“, der „Arbeitskreis Flüchtlinge der katholischen Kirche“, die Stadt Pfungstadt und der Kreis-Ausländerbeirat ein.

Völlig überrascht waren die Veranstalter als bereits kurz nach 16 Uhr das Mühlbergheim mit Gästen voll besetzt war. Eigentlich hatte man mit einem gemächlichen Start gerechnet und zu Beginn ein Malangebot für Kinder vorbereitet. Die Anleitung übernahm die Maltherapeutin Annbritt Uhlig aus Jugenheim. Doch da kam schon der Chor der Friedrich-Ebert-Schule, konnte aber mit Kaffee und Kuchen noch eine Weile ruhig gestellt werden, damit der Zeitplan nicht durcheinander geriet.

Kuchentafel und Abendbüffet waren reichlich bestückt durch interkulturelle Angebote der in Pfungstadt Schutzsuchenden. Eine Finanzierungshilfe des Kreis-Ausländerbeirates hatte das interkulturelle Kochen ermöglicht. Die weiteren Veranstalter waren Stadt und Asylkreis Pfungstadt, sowie der „Koordinierungskreis Asyl Darmstadt und Landkreis“. Auch sie, sowie Pfungstädter Bürgerinnen erweiterten die Tafel durch eigene kulinarische Beiträge und stellten das Personal. Als der Chor dann gegen 17 Uhr endlich loslegen durfte, bot er einen fulminanten Auftritt, ergänzt durch persönliche Migrationserfahrungen seiner koreanisch-stämmigen Chorleiterin Frau Park-Assem. „O happy day“ war der Wunsch des Chores, der an diesem Nachmittag auch voll in Erfüllung ging. Eine nicht weniger eindrucksvolle musikalisch-interkulturelle Antwort gab das Trommelduo Nestor und Issa Sanou aus Bobo Dioulassou in Burkina Faso. Bürgermeister Koch wünschte in seiner Begrüßungsansprache, sie in Pfungstadt in Zukunft öfter zu hören; aber sie gehen zurück nach Hause, wo sie in einer eigenen Musikschule den Nachwuchs ausbilden.

Die nächste Überraschung kam aus dem Hintergrund: einige Gestalten behandelten in szenischer Darbietung das Thema Diskriminierung und Rassismus. Studierende der Evangelischen Hochschule Darmstadt stellten so ihre Studienarbeit aus dem Fach Kulturpädagogik vor.

Bittere Realität von Flüchtlingssituationen wurden den Gästen gegen 20 Uhr geboten. Ulrike Schmutz zeigte einen Kurzfilm über die Lage der Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos, direkt der Türkei vorgelagert. Dort haben „Christian Peacemaker Teams“ einen Stützpunkt errichtet, um die einheimischen Kräfte zu fördern und zu ergänzen. Danach berichtete der HR-INFO-Reporter Riccardo Mastrocola von einer Informationsreise durch Sizilien und Südkalabrien und teilte Trauriges aber auch Tröstliches zu mit. So versucht ein Bergdorf in Südkalabrien die Landflucht der eigenen jungen Menschen durch die gezielte Aufnahme von Flüchtlinge auszugleichen. Verlassene Häuser werden so wieder mit Leben gefüllt, Kunsthandwerk aus fernen Ländern bietet Touristen einen Anreiz, das Dorf zu besuchen und Schule wie Kindergarten beleben sich wieder. Ergänzt wurde die Beschreibung durch Bilder von Johannes Borgetto, der den Journalisten begleitet hatte. Die Berichte motivierten eine Zuhörerin aus Somalia, neu in Pfungstadt, dazu, ihrer eigene, noch frische Fluchtgeschichte vorzutragen. Mit diesem Spontanbericht wurden die Anwesenden in den Abend entlassen.
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