Freude prägt das Miteinander - Neujahrsempfang des Evangelischen Hospiz- und Palliativ-Vereins Darmstadt

DARMSTADT. „Die Arbeit macht Spaß“, so der Tenor beim Neujahrsempfang, zu dem der Evangelische Hospiz- und Palliativ-Verein Darmstadt e.V. in den Stiftssaal eingeladen hatte. Im Vordergrund stand der Gedankenaustausch, dazu gab es im offiziellen Teil interessante Informationen. Pfarrer Walter Ullrich, der nach Vollendung des 65. Lebensjahrs bei der Hauptversammlung des Vereins im März nicht mehr für den Vorsitz kandidieren wird, führte locker durch den Abend, den Michael Sosna am Klavier musikalisch begleitete.
45 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen nach Worten der für den Einsatz zuständigen Koordinatorin Anneli Lichtenberger für die ambulante Hospizarbeit zur Verfügung. Der Tod Alleinerziehender oder eines Elternteiles stelle neue Aufgaben. So habe man im zurückliegenden Jahr mehrfach Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis zirka 18 Jahren, deren Väter oder Mütter im Sterben lagen, betreut. Weiterhin kümmere man sich neben der Sterbebegleitung auch um die Trauerbegleitung, eine Arbeit, die bisher allerdings nicht finanziell honoriert werde. Bis es soweit komme, muss nach Ansicht von Anneli Lichtenberger noch viel Lobbyarbeit geleistet werden
Neben der ambulanten Hospizarbeit ist die Ausbildung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für den ambulanten Dienst sowie den Dienst im Elisabethenhospiz in Kursen des Palliativ-Care Kollegs ein Schwerpunkt des Vereins. Im Palliativ Care Kolleg werden besonders auch Pflegekräfte für die hospizlich-palliative Arbeit qualifiziert. Fünf Gruppen wurden in den zurückliegenden Jahren bereits geschult, ein neuer Kurs beginnt im März.
Die Belegung im Elisabethen-Hospiz, das in der Trägerschaft des Evangelischen Hospiz- und Palliativ-Verein Darmstadt e.V. und der Agaplesion Elisabethenstift gGmbH ist und über zwölf Betten verfügt, schwankt nach Informationen von Karin Hansel. Grund ist die Tatsache, dass in manchen Wochen die Sterberate sehr hoch ist und die Aufnahmeformalitäten sich zeitaufwendig gestalten. Dass im Hospiz keine ernste, sondern eher eine heitere Atmosphäre herrscht, bestätigten unter anderen Ferdinand Pogrzeba und Gabriele Hojer. Das berufstätige Paar leistet am Wochenende gemeinsam ehrenamtlichen Dienst im Hospiz und stellte die beglückenden Erfahrungen heraus. Der Kontakt zu den insgesamt 30 anderen Ehrenamtlichen sei ganz toll und der Kontakt zu den Patienten etwas Besonderes. Eine neue und schöne Erfahrung sei auch, dass Schwestern und Patienten sich bedankten, etwas, was im Geschäftsleben fast unbekannt sei.
Die Tatsache, dass die Arbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen im Elisabethen-Hospiz unkompliziert läuft, hob Pfarrer Ullrich hervor und stellte heraus, dass viel intensive und aufbauende Arbeit im Evangelischen Hospiz- und Palliativ-Verein seit seiner Gründung vor acht Jahren geleistet worden ist. Jetzt stoße man langsam allerdings an Grenzen des ehrenamtlich Machbaren. Seine Nachfolgerin bzw. sein Nachfolger müsse nach neuen Wegen suchen. Er bleibe selbstverständlich der Hospizbewegung weiterhin verbunden.
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