IHN erkennen - Gedanken zu Fronleichnam

ein in Vergessenheit geratendes Fest

Wieder einmal tragen sie Ihn durch die Straßen ihrer Stadt. Das ganze Jahr über warteten sie vergebens darauf, dass die Menschen der Stadt endlich zu ihnen kämen und nicht nur zu Ostern, Weihnachten oder der Erstkommunion. Ihr Warten war mehr oder weniger vergebens. Und nun "gingen sie mit Ihm spazieren", stellten Ihn leibhaftig als Brot unter das Licht einer strahlenden Gottessonne und folgten Ihm, der ihnen, der mosaischen Wolkensäule am Roten Meer gleich, vorauszog. Sie sorgten sich um ihn und bedeckten das brennende Feuer seiner Liebe mit einem Baldachin, damit es nicht erlosch oder gar von einem Regentropfen erschlagen würde (Bert Brecht). Welch unbegründete Furcht! Auch dass er in den Schmutz der Straßen und ihrer Welt gezogen werden könnte, ängstigte sie, dass er mit der Luft in Berührung käme, die sie tagein tagaus mit Leben beschwerte. Hatten Ihn denn nicht schon genug Menschen ihrer Gedanken, Worte und Taten beschmutzt, seinen Namen zur Täuschung in Mund und Herz geführt und ihr Wollen als Sein Wollen ausgegeben?
Er jedoch sehnte sich wieder wie in jedem Jahr nach dem hautnahen Kontakt zu Mensch und Straße, dem Staub, Lärm und dem Allerweltstreiben der Zeit. Es war ihm lieber, als in seinem Tabernakel genannten Zuhause der Kirche, in dem man ihn gefangen hielt, zu vereinsamen. Sie nannten es "Aussetzung", dass er sich für die Menschen "draußen" einsetzte. Das Wortspiel gefiel Ihm. Nicht dass ihnen immer weniger durch die Straßen der Stadt begleiteten, weil ihnen der Anlass fremd geworden war und die glaubwürdigen Übersetzer fehlten, dauerte Ihn. Dass Sie ihn nach 2000 Jahren durch ihr Verhalten und Dafürhalten immer wieder kreuzigten, war sein größter Schmerz, den sie durch noch so innigen Gesang nicht zu mindern vermochten. Glaubten sie wirklich, sie seinen so grundlegend anderer Natur als jene, die ihn vor 2000 Jahren an einem Holzkreuz richteten? Würden sie es je lernen, dass er sich von keinem Menschen und keiner Institution dieser Welt an seinem Kreuz fest-legen ließ, dass es nichts und niemand vermochte, ihn dort zu halten, wo er ihnen nützte; dass das einzig Verbindliche an Ihm seine unbändige Sehnsucht nach Freiheit des Menschen war? Dass er sich darum aus freien Stücken ans Kreuz, in ihre Welt und ihre Kirchen gegeben hatte- nicht als verweilende Sicherheit, sondern als lebendiges Fragezeichen mutmaßlich sicherer wie unsicherer Zeiten. Es genügte Ihm, jetzt und hier nahe bei den Seinen zu sein, wenn auch nur für einen kurzen, innigen Moment. Er erwartete nicht wie sie, dass die Menschen der Zeit zu Ihm in die Kirche kämen. Er war ja jetzt da. Und das war das Entscheidende.
Und Sein sanfter Windhauch fegte die zusammengelegten Blüten ihres Altarbildes auf der Straße zu vier Buchstaben: I N R I. Jesus, der Nazarener, ein Straßenkönig, unterwegs zu den Menschen der Stadt.

Um 9.30 h Gottesdienst bei schönem Wetter in der Weiterstädter Kath. Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Altäre:
1. "Team Grasmück/Wünsch/Rank" im Wendehammer Melibokusstr.
2. Minis und Firmlinge Fam. Haneke in der Schubertstr.
3. Pfadfinder im Pfarrgarten bei der Kirche

Bei schlechtem Wetter entfallen die Altäre leider und die Gottesdienstzeit verschiebt sich auf 11 Uhr.

Im Anschluss an Gottesdienst (und Prozession) gibt es Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen im Pfarrgarten und Gemeindezentrum.
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