OB zeichnet Günter Scheib mit Rathausmedaille aus

(Foto: Stadt Offenbach am Main)
Offenbach am Main. Der Offenbacher Günter Scheib ist vom Oberbürgermeister der Stadt, Horst Schneider, mit der Rathausmedaille ausgezeichnet worden. In einer Feierstunde dankte Schneider dem Lehrer im Ruhestand in einer Rede für seinen zehn Jahre währenden ehrenamtlichen Einsatz im Offenbacher Stadtarchiv. Er baute dort in vielen Stunden Arbeit eine Archivdatenbank für großformatige Bestände wie Stadt- und Architekturpläne, Bilder und Tafeln auf und erschloss Akten der Stadtverwaltung für die Nutzer des Archivs. „Sie haben in den vergangen, fast zehn Jahren, einen hervorragenden Beitrag im Haus der Stadtgeschichte geleistet“, begründete Oberbürgermeister Horst Schneider in einer Rede die Auszeichnung. Scheib kam über das Freiwilligenzentrum Offenbach 2007 zum Stadtarchiv. Den umfangreichen Bestand des Archivs an Stadtplänen und historischen Karten erschloss er in einer Datenbank und sorgte für eine chronologische Ablage in selbst angefertigten Mappen aus säurefreiem Karton. Auf diese Weise konnte das Archiv auch ein großes ungeordnetes Konvolut von der SOH übernommener Architekturpläne zu Offenbacher Liegenschaften in den Bestand integrieren. Scheib erfasste die Dokumente nicht nur, sondern ordnete sie auch historischen Ereignissen, Daten und Begriffen zu, welche die Recherche für Archivnutzer erst ermöglichen. „Diese Besonderheiten erkennt man nur, wenn man umfassende allgemein-historische Kenntnisse und fundierte Kenntnisse der Offenbacher Stadtgeschichte hat“, hob Schneider hervor. Er lobte Genauigkeit und Sachverstand des früheren Lehrers am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Mühlheim am Main. Rund 1200 Dokumente in besonders großen Formaten wie Plakate, Fotos, Grafiken und Tafeln erschloss Scheib ebenfalls für den Bestand bevor er sich den Akten der Stadtverwaltung zuwendete: Sie reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert und umfassen mindestens 2000 Nummern. Viele der Akten sind in altertümlicher Schrift verfasst, so dass der Inhalt nur mit paläographischen Kenntnissen erschlossen werden kann. „Sie meisterten auch diese Hürde mit Bravour und eigneten sich das Lesen der alten Schriften selbständig an“, betonte der Oberbürgermeister in seiner Rede. Für den Katalog zur Ausstellung „Im Glauben an das Exquisite. Siegfried Guggenheim, ein jüdischer Mäzen der Buch- und Schriftkunst“ erarbeitete Scheib einen Aufsatz mit dem Titel „Siegfried Guggenheim: Biographischer Überblick, Leben und Wirken in Offenbach“. Die Ausstellung war eine Kooperation von Stadtarchiv und Klingspor Museum. Für das Stadtarchiv erstellte Scheib eine Ausstellung unter dem Titel „Wer viel trommelt…: Werbung Offenbacher Firmen in Offenbacher Zeitungen“. Dafür durchforstete der in Essen geborene Scheib Zeitungen, Akten, Bücher und andere Unterlagen nach besonders schönen oder witzigen Werbeanzeigen von Offenbacher Firmen. Er griff auch die Arisierung mancher Betriebe während der NS-Zeit auf. Bei der Recherche zu dieser Ausstellung stieß er auf den jüdischen Herrenkonfektionär Herrmann Hirschen, der sein Bekleidungsgeschäft in der Frankfurter Straße führte. Fasziniert von seinen originellen Werbeanzeigen publizierte Scheib ein Buch über seine Erkenntnisse zum Schicksal von Hirschen als Jude in der NS-Zeit. Zum 100. Jahrestag der Einweihung der Synagoge in Offenbach konzipierte Scheib innerhalb von nur acht Monaten die Ausstellung „100 Jahre Einweihung Synagoge an der Goethestraße“. Von der Konzeption über die Inhalte bis zur grafischen Gestaltung erarbeitete er diese Ausstellung eigenständig. „Ohne Sie hätte das Archiv keinen Beitrag zum Gedenkjahr liefern können“, sagte der Schneider. Gemeinsam mit Stadtarchivarin Anjali Pujari führte er während des Gedenkjahres Gruppen durch die Ausstellung. (Stadt Offenbach am Main)
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