Postfaktisch

ist das Wort des Jahres 2016. Postfaktisch, dass hat auch etwas mit Weihnachten zu tun, zumindestens mit der Art und Weise, wie wir den Geburtstag Jesu (in uns) begehen. Das geschichtlich belegbare Faktum ist die Geburt eines der vielen Menschen namens Jesus / Jeschua im Jahre 4 nach Christus. Stall, Ochs und Esel, das entspringt unseren romantischen Gefühlen, die wir mit dem Fest Weihnachten verbinden. Weihnachten ohne Gefühle? Das geht gar nicht.
Manchmal habe ich das Gefühl, mit je mehr und größeren Geschenken wir uns eine Freude zu machen versuchen, desto mehr geht die wirklich innere Freude am Beschenktwerden verloren. Es kann ja auch im Grunde gar nicht anders sein, wo sich doch die meisten das, was sie wirklich brauchen, selber kaufen und nicht bis Weihnachten warten. Und so vieles, was man bräuchte, kann man sich nicht schenken lassen, leider. Einen Arbeitsplatz, an dem fair miteinander umgegangen wird z.B., wo es keine Übergriffigkeiten gibt, einen Arbeitgeber, der das, was ich tue, wertschätzt, der Leitung partizipativ wahrnimmt, all das kann ich mir nicht "verdienen", das ist ein Geschenk und leider alles andere als selbstver-ständlich, selbst in Organisationen, die dies zu Recht anderen immer wieder "ins Stammbuch" schreiben. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mit jedem Jahr, das ich älter werde, habe ich das Gefühl, dass mein Interesse an materiellen Geschenken abnimmt und meine Sehnsucht nach Immateriellem im gleichen oder sogar stärkeren Ausmaß wächst. "Weihnachten ... beginnt mit der Sehnsucht .. für Schöneres und Größeres, als wir es uns zu geben und schenken vermögen", weil Gottes Mensch-Werdung (und das ist Weihnachten) mit seiner Sehnsucht nach uns Menschen anfing. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns diese über die alles andere als "stillen Tage" in der Welt, in uns und um uns herum so manche "weihnachtskleinigkeit", die Sie für die vielen neuen und alten Wege in 2017 ermutigt und bestärkt. Ich danke allen Freundinnen und Freunden, Wegbegleitern, die mich in konstruktiver und fairer Weise im zu Ende gehenden Jahr im Rahmen meines Berufswechsels begleitet und bestärkt haben.

M. Stutzenberger
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