Ronald Lässig (DDR-Opfer-Hilfe) begrüßt ehemals politisch Verfolgte zum Neujahresempfang

Rund 70 ehemals politisch Verfolgte waren der Einladung zum Neujahrsempfang des DDR-Opfer-Hilfe e.V. gefolgt
Viele ehemals politisch Verfolgte der DDR hatten sich diesen Tag schon lange vorgemerkt, für ein Treffen von Gleichgesinnten. Dazu eingeladen hatte Ronald Lässig, der Vorsitzende des DDR-Opfer-Hilfe e.V. Die Tische waren festlich gedeckt, eine Musikgruppe spielte. Möglich wurde diese Veranstaltung durch die Spende eines Unternehmers, der nicht benannt werden möchte. ”Die Vereinsmitglieder sind dankbar auch über solche Hilfe”, sagt Lässig. Etwa 70 ehemals Verfolgte der SED-Diktatur waren gekommen, um das Jahr 2013 auf diese Weise zu begrüßen. Mancher hatte auch Familienangehörige mitgebracht. Auch aus Hessen waren einige ehemals politisch Verfolgte gekommen. So wie Heinz Müller. Er musste in den achtziger Jahre in politischer Haft in Bautzen einsitzen, weil er das System kritisiert und einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt hatte. Nach mehr als zwei Jahren wurde er von der Bundesregierung in den Westen freigekauft. ”Das gelbe Elend war eine schlimme Zeit”, erinnert sich Müller. Auch nach der Wiedervereinigung 1990 blieb er in Darmstadt, wo inzwischen fast seine gesamte Familie lebt. ”Die Lebensqualität hier ist hoch”, schwärmt er. Doch oft denkt denkt er zurück an die politische Haft, wo Feiertage alles andere als feierlich waren. So wie Heinz Müller erging es Tausenden Menschen. Der Neujahrsempfang des DDR-Opfer-Hilfe e.V. bot ihnen nun die Möglichkeit, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. ”Es war wieder angenehm, Gleichgesinnte zu treffen. Wir haben im Verein im letzten Jahr eine Menge bewegt und vielen Menschen geholfen”, freut sich Müller und hofft, dass das neue Jahr genauso erfolgreich wird. Seine Enkelin bringt Müller öfter mit zu Veranstaltungen wie diesen, weil sie schon frühzeitig erfahren soll, was bis 1989 im Osten geschehen ist. ”Die Jugend weiß zu wenig über früher”, bedauert er. Deshalb will sich Müller auch 2013 wieder am Zeitzeugenprojekt des Vereins beteiligen und in Schulen über seine Haftzeit in der DDR berichten. Schon Ende Januar steht er vor einer Klasse in Darmstadt.
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