"Sorgenfresserchen"

gibt es im Angebot eines Onlineversandhändlers mit der speziellen Zielgruppe besorgter Mütter/Eltern. Dahinter steckt offenbar die Sehnsucht nach einer "Anlaufstelle" für das, was ihrem Kind die Ruhe und den Schlaf rauben könnte. Jede/r von uns könnte so etwas ab und an wohl sehr gut gebrauchen, so ein "Sorgenfresserchen", an das ich all meine Sorgen und Ängste abgeben mag. Gott in Jesus will so ein "Sorgenfresser" für uns sein."Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch mit neuem Leben füllen! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht." Ein Joch ist das Zuggeschirr für zwei vor einen Pflug gespannte Ochsen. Mit Gott in Jesus "auf dem Rücken", so die Zusage, kann uns nichts mehr bedrohen und aus der existentiellen Ruhe bringen. Ein sanftes Joch mit einer leichten Last, das erinnert eher an einen Schal, der vor Unterkühlung schützt als an ein Arbeitswerkzeug. Was für eine Ent-Lastung! Und es gäbe nichts, was wir dafür im Vorfeld leisten könnten oder müssten (ein hilfreicher Akzent des bevorstehenden Reformationsgedenkens 2017). Gott tut es einfach so, ohne dass wir ihn -wie das "Sorgenfresserchen" speziell zu diesem Zweck "erwerben" könnten.
Eine echte Kraftquelle für Trost und Zuversicht, an die wir nicht nur abgeben können, sondern die "von sich aus strahlt". Und außerdem: so furchterregend aussehende "Sorgenfresserchen" treiben "den Teufel mit dem Beelzebub" aus. Ein kleines Gebet vor dem Zubettgehen, das Kreuz auf die Stirn oder der Griff in ein selbstgemachtes Weihwasserbecken aus Ton scheinen mir da ein pädagogisch unbedenklicheres Ritual, in das nicht nur Kinder ihre Sorgen und Ängste legen können.

M. Stutzenberger
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