Wort in den Sonntag

Gedanken zum kommenden Sonntagsevangelium

Im Evangelium des letzten Sonntags berührte Jesus die für einen gläubigen Juden kultisch unreine Bahre eines Toten, den er dann in seinem Tod bzw. aus seinem Tod heraus aufrichtete. An diesem Sonntag wird er aus streng jüdischer Sicht durch die Berührung einer Frau unrein, die eine Prostituierte gewesen sein dürfte. Sie ist weniger sündhaft als diejenigen Männer, die sie durch ihre Nachfrage erst zur "stadtbekannten Sünderin" machten. Sie nähert sich von hinten, scheut die direkte und unmittelbare Begegnung mit Jesus.
Sie sucht nicht die Provokation, den öffentlichen Skandal. Er lässt sich von den Tränen ihrer Liebe berühren. Sie äußert ihren tiefen Glauben durch stumme Taten der Hingabe - das Salben der Füße beantwortet Jesus durch eine Salbung mit dem Blick seiner -göttlichen- Liebe, die jener erniedrigten Frau wieder Würde und Selbstwert schenkt, sodass sie aufrechten Hauptes das Haus jenes Simon verlassen kann. Ausgerechnet an den in unseren Augen tiefsten Sünderinnen und Sündern zeigt Jesus seine Größe, seine im wahrsten Sinne des Wortes auf-richten-de Vergebung, die jedes menschliche Verstehen und Begreifen übersteigt.
Lk 7,36-50
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