Ausbildungsstart: DGB-Jugend Südhessen fordert höheres Angebot an Lehrstellen und qualitativ bessere Ausbildungsbedingungen

Am 1. September hat für viele Jugendliche das erste Ausbildungsjahr begonnen. Leider haben jedoch viele junge Menschen im Agenturbezirk Darmstadt auch in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen. So verkündete die Agentur für Arbeit im Bezirk Darmstadt einen Anstieg der BewerberInnenzahlen um 3,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Oktober 2012 bis Ende August suchten demnach 5233 BewerberInnen einen Ausbildungsplatz. Dem standen im gleichen Zeitraum nur 3574 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber, bei einem Rückgang der Ausbildungsstellen um 10,6%. Gleichzeitig registrierte die Arbeitsagentur 2383 arbeitsloser junger Menschen unter 25 Jahren.

„Hier muss bis Ende September unbedingt von Unternehmensseite nachgesteuert werden“, so Sascha Schmidt, Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend Südhessen. „In Anbetracht des zurückgehenden Angebotes an Ausbildungsplätzen wird die fadenscheinige Debatte über den so genannten Fachkräftemangel mehr als deutlich“, so Schmidt weiter.

Dass zudem ganz bestimmte Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, verwundert Schmidt zudem nicht. Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände hatte gemeldet, dass insbesondere im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe noch zahlreiche offene Stellen zu finden seien. „Dabei handelt es sich genau um solche Berufszweige, die seit Jahren von vielen Auszubildenden aufgrund der schlechten Ausbildungsqualität kritisiert und deswegen wohl auch gemieden werden.“ Schmidt verweist diesbezüglich auf die Ergebnisse des alljährlich erscheinenden Ausbildungsreportes der DGB-Jugend. Gerade vor dem Hintergrund schlechter Ausbildungsbedingungen erweise sich die alljährliche Berufsschultour der DGB-Jugend als besonders wichtig.

Seit dem 04.09, bis 25.09, ist die DGB-Jugend wieder an einem dutzend Berufsschulen in Südhessen unterwegs, um junge Auszubildende über ihre Rechte in der Ausbildung informieren. „Wenn Auszubildende Probleme in ihrer Ausbildung haben, sind wir von der Gewerkschaftsjugend die kompetenten AnsprechpartnerInnen“, betont Sascha Schmidt. Zwar sollten sich Auszubildende in erster Linie an ihre AnsprechpartnerInnen im Betrieb wenden: die Jugend- und Auszubildendenvertretung. Doch dort, wo es keine Jugend- und Auszubildendenvertretung oder keinen Betriebsrat gibt, kann auch das nächste Gewerkschaftsbüro kontaktiert werden. Die konkreten AnsprechpartnerInnen, erfragt man am besten im regionalen DGB-Jugendbüro unter 06151-399716. Als besonderen Service der DGB-Jugend gibt es die anonyme Internetberatung auf www.dr-azubi.de.
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Daniel Tren aus Altheim | 16.03.2017 | 10:54  
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