Eine Straße für Hindenburg?

Das Bündnis gegen Rechts Darmstadt und Umgebung fordert die Umbenennung der Hindenburgstraße in Darmstadt und erwartet mit Spannung die Abstimmung der Stadtverordnetenversammlung, die am Donnerstag, den 12.09.13, darüber zu entscheiden hat, ob sie sich dieser Forderung anschließt.

Wir fordern die Stadtverordneten aller Fraktionen dazu auf, sich nicht von möglichen Fraktionszwängen beeinflussen zu lassen und ihre Entscheidung einzig und allein auf der Basis ihrer politischen Überzeugung und ihres Gewissens zu treffen. Alle Stadtverordneten müssen sich dabei die Frage stellen, ob man Hindenburg als Namensgeber einer Straße in Darmstadt weiterhin akzeptiert oder mit einem Votum für die Umbenennung der Straße ein klares Zeichen für Frieden und Demokratie setzt.

Es geht um nicht weniger als die grundsätzliche Frage, nach welchen politischen Grundsätzen Straßen in Darmstadt benannt werden. Keine demokratische Partei darf daher bei der Abstimmung um die Hindenburgstraße den Mann, der Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt hat, als Namensgeber einer Straße in unserer Stadt tolerieren.

„Die Umbenennung der Hindenburgstraße ist mehr als der Austausch eines Namens, denn Straßennamen sind die Visitenkarte einer Stadt und Ausdruck ihrer politischen Philosophie“, so Sascha Schmidt (DGB-Jugendbildungsreferent).

Darmstadt ist eine weltoffene Stadt! Dies wird deutlich an der Bevölkerungsstruktur, den vielen Partnerstädten, der Universität, Hochschulen und den hier ansässigen Firmen und Instituten. Die Ehrung einer Persönlichkeit, die Wegbereiter für den deutschen Faschismus und letztlich für den 2. Weltkrieg war, sollte in Darmstadt ausgeschlossen sein.

Dass die Umbenennung der Straße in der Vergangenheit nicht gelungen ist, darf dabei kein Grund für eine Beibehaltung des Namens sein, sondern vielmehr ein Argument um endlich zu Handeln.

Die Stadt Darmstadt hat das Jahr 2013 zum „Darmstädter Gedenkjahr gegen das Vergessen“ ausgerufen. Für den Oberbürgermeister, die Regierungskoalition und die Stadtverordnetenversammlung bietet die Abstimmung über den Namen der Hindenburgstraße die Möglichkeit, der im Gedenkjahr oft betonten historischen Verantwortung gerecht zu werden.


Für das Bündnis

Sascha Schmidt (DGB-Jugendbildungsreferent)
http://hindenburgstrassemussweg.wordpress.com/

Folgende Organisationen in Darmstadt unterstützen die Forderung nach einer Umbenennung der Hindenburgstrasse:

Alevitische Gemeinde Darmstadt und Umgebung e.V., DKP Darmstadt-Dieburg, GALIDA Gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Darmstadt, DGB Stadtverband Darmstadt, DGB Jugend Südhessen, Die Linke Darmstadt, Bunte Hilfe Darmstadt, ATIF-Darmstadt (Förderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland), YDG (Neue Demokratische Jugend), Halkevi Darmstadt e.V., TKP-Darmstadt (Plattform der Kommunisten aus der Türkei in Darmstadt), AStA der TU Darmstadt, CARSI Darmstadt (Los Kanakos), DGB Kreisverband Darmstadt-Dieburg, antirassistische gruppe internationale solidarität (agis), Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD Darmstadt, AStA der h_da, Ausländerbeirat der Stadt Darmstadt, ver.di Jugend Südhessen
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