Feierliche Indienststellung unseres neuen Baby-Notarztwagen

  Darmstadt: Mercedes-Benz Darmstadt | Anfang Juli 2014 wurde der neue ASB Baby-Notarztwagen des ASB Südhessen feierlich in Dienst gestellt.

 Nach der Begrüßung durch den Gastgeber Herrn Tobias Vogt von der Mercedes-Benz Niederlassung Darmstadt und dem 1. Vorsitzenden des ASB Südhessen Mathias Metzger, richteten auch der Darmstädter Bürgermeister Rafael Reißer, Landrat Klaus Peter Schellhaas, Schwester Liberata Ricker vom Darmstädter Marienhospital, der leitende Branddirektor Johann Hans Braxenthaler von der Berufsfeuerwehr Darmstadt und der langjährig ehrenamtlich tätige Samariter Willy Roth Ihre Grußworte an die ca. 50 anwesenden Gäste aus Politik, Kliniken, Firmen und vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die seit langer Zeit auf verschiedentlichste Weise den ASB Baby-Notarztwagen unterstützen.



Dr. med. Georg Frey, ärztlicher Leiter der Neonatologie der Kinderklinik Prinzessin Margaret in Darmstadt, erläuterte in einem sehr interessanten Vortrag Geschichte und Notwendigkeit des Baby-Notarztwagens Darmstadt. Die Gäste konnten das Sonderfahrzeug von innen und außen bewundern. Unsere Mitarbeiter Frank Sauer und Christian Knell erläuterten den interessierten Gästen die Neuerungen und Verbesserungen des Spezialfahrzeuges, welches ab sofort seine Einsätze von der ASB-Rettungswache Eberstadt fährt


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Der ASB Baby-Notarztwagen in Darmstadt, den der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Südhessen (ASB) gemeinsam mit den Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret betreibt, feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Seit 1984 leisteten unsere Mitarbeiter/innen über 260.000 Dienststunden und waren für ca. 9.000 kranke Neugeborene und Säuglinge helfend zur Stelle.

Das Fahrzeug ist neben einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des ASB mit einem Baby-Notarzt und einer Intensivschwester der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret besetzt. Zur Ausrüstung gehören der fahrbare Brutkasten (Intensivtransportinkubator) mit Beatmungsgerät und Überwachungsmonitor. Kernstück dieses Brutkastens, der ebenfalls durch die Kinderkliniken Prinzessin Margaret gestellt wird, ist der ständig beheizte Patientenraum, der ein Auskühlen des Säuglings verhindert und durch große Scheiben eine ständige Überwachung ermöglicht. Der kleine Patient liegt auf einer bequemen Unterlage, die zusätzlich stoßdämpfend wirkt. Zur Sicherung der Vitalfunktionen des Neugeborenen und zur Diagnosestellung sowie zur Einleitung einer notwendigen Therapie dienen eine Reihe von medizinischen Geräten, die direkt mit dem Transportinkubator verbunden sind.

Versorgt werden Früh- und Neugeborene mit während oder nach der Geburt auftretenden, teils lebensbedrohlichen Problemen. Die kleinen Patienten werden nach der ersten Versorgung vor Ort dann auf eine Neugeborenen-Intensivstation gebracht. Durch diesen Einsatz soll eine schnellstmögliche optimale Versorgung des Neugeborenen und damit das Vermeiden von Folgeschäden erreicht werden.

Fakten des neuen Fahrzeuges:

Mercedes-Benz Sprinter 319 CDI mit 140 KW (190 PS) mit Automatik-Getriebe, ABS, ESP, Klima-Anlage (separat regelbar für Führerhaus und Patientenraum) und Navigationssystem.
Ein Stromwandler ermöglicht eine 220 V Versorgung im Patientenraum für spezielle Geräte der Darmstädter Kinderklinik, z. B. Spritzenpumpen und spezielle Beatmungsgeräte.
Die Ausbaufirma des Innenraumes, die Firma Wietmarscher, hat einen Spezial-Tragetisch für Inkubatoren eingebaut. Insgesamt verfügt der Patientenraum über neun 230 V Steckdosen und fünf 12 V Steckdosen für den Anschluss verschiedenster medizinischer Geräte. Die weitere medizinische Ausstattung besteht aus einem Notfallrucksack, der elektrischen Sekretabsaugung und zwei Halteschienen für zusätzliche medizinische Geräte. Insgesamt führt das Fahrzeug 2.000 l Sauerstoff und 3.000 l Pressluft mit. Drei schwenkbare Betreuersitze mit 3-Punkt-Automatik-Gurten garantieren eine sichere Fahrt der medizinischen Crew.

Wie alle Rettungsdienstfahrzeuge steht der ASB Baby-Notarztwagen über Funk mit Freisprecheinrichtung mit der Leitfunkstelle des Darmstädter Rettungsdienstes (und bei Bedarf auch mit anderen Rettungsdienstleitstellen anderer Städte und Landkreise) in Verbindung.

Finanziert wurde das neue Fahrzeug ebenso wie seine fünf Vorgänger mit Spenden von Privatpersonen und Firmen! Die Anschaffungskosten dieses Fahrzeuges, die der ASB zu 100 % trägt, betragen 140.000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf ca. 130.000 Euro. Die Stadt Darmstadt bewilligt dankenswerter Weise seit vielen Jahren einen jährlichen Betriebskostenzuschuss. Die letztlich noch fehlenden Gelder werden durch Eigenmittel des ASB in Darmstadt, die überwiegend aus den Mitgliedsbeiträgen stammen, erbracht.

Neu ist bei diesem Fahrzeug die Position des Inkubators: Er wird, anders als bei herkömmlichen Rettungswagen, quer zur Fahrtrichtung transportiert. Dadurch ist eine optimale Betreuung der Säuglinge während der Fahrt gegeben, da sich der Inkubator direkt vor Notarzt bzw. Krankenschwester befindet. Außerdem ist durch die Einbauposition eine ideale Wirkung der Federung (Luftfederung) gegeben, da sich der Inkubator zwischen den beiden Achsen befindet.
Es handelt sich bei diesem Spezialfahrzeug des ASB Südhessen um ein Fahrzeug, welches den speziellen Bedürfnissen der kleinen Patienten gerecht wird.

Im Jahr 2013 fuhr der ASB Baby-Notarztwagen insgesamt 341 Einsätze. Geburtskliniken in Darmstadt, Bensheim, Dieburg, Dreieich-Langen, Erbach, Groß-Gerau, Groß-Umstadt und Heppenheim nahmen die Dienste der Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margaret und des ASB in Anspruch. Spezielle Fachkliniken, z. B. in Mannheim, Gießen, Frankfurt, Heidelberg und Düsseldorf waren Ziele von Verlegungsfahrten, die ebenfalls mit dem ASB Baby-Notarztwagen angesteuert wurden.

Der ASB Regionalverband Südhessen bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten, Helfern und Unterstützern für Ihren Einsatz zu Gunsten des ASB Baby-Notarztwagens!

Bilder: ASB / Martina Roth Kunst-Foto-Design
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