Südhessischer Ausbildungsmarkt weist große Defizite auf

Zum Ausbildungsstart am 1. September gehen viele junge Menschen im Bezirk der Arbeitsagentur Darmstadt bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz leer aus. Sascha Schmidt, Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend in Südhessen: „Trotz der Erfolgsmeldungen der Arbeitsagenturen sind die Probleme am Ausbildungsmarkt längst nicht gelöst. Noch immer bleiben zu viele junge Menschen auf der Strecke und kommen nicht zu ihrer gewünschten Ausbildung. Die Verantwortung dafür liegt maßgeblich bei den Unternehmen in der Region.“
So stehen bei der Arbeitsagentur Darmstadt 3565 betrieblichen Ausbildungsstellen 5289 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Dazu kämen noch 153 Jugendliche in schulischen Berufsvorbereitungs- und Übergangsmaßnahmen. Insgesamt gingen laut Agentur 1241 sogenannte unversorgte Bewerber leer aus.
„Während die Situation im Raum Darmstadt (1076 Bewerber auf 1206 Stellen) relativ entspannt ist, sieht es im ländlichen Raum deutlich angespannter aus. Die Zurückhaltung vieler Unternehmen bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in den letzten Jahren, hat dazu geführt, dass in den Landkreisen mittlerweile zahlreiche junge Menschen ohne Berufsabschluss leben. Dies verdeutlichen die Zahlen aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg (1864 Bewerber auf 1044 Stellen), Groß Gerau (1961 Bewerber auf 1140 Stellen), Bergstraße (1609 Bewerber auf 1012 Stellen) und dem Odenwaldkreis (740 Bewerber auf 303 Stellen)“, erklärt Sascha Schmidt. Die davon betroffenen jungen Menschen müssten sich nach gescheiterten Bewerbungen in den vergangenen Jahren nun ohne Ausbildung durchs Leben schlagen. „Die Zahlen der Agentur sprechen eine eindeutige Sprache. Anstatt über angeblich fehlende Bewerber und Fachkräftemangel zu klagen, sollten die Unternehmen in Südhessen endlich ihrer Verantwortung nachkommen und ausbilden. Viele junge Menschen wollen hier in der Region ihre Zukunft planen“, ergänzt Schmidt.
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