Umweltzertifikate vertreiben Indigene-Wie sauber ist Entega?

Wann? 09.10.2013 19:30 Uhr

Wo? Heiner-Lehr-Zentrum, Kopernikusplatz 1, 64289 Darmstadt DE
Darmstadt: Heiner-Lehr-Zentrum | „Umweltzertifikate vertreiben Indigene-Wie sauber ist Entega?“ unter dieser Überschrift lädt die AG Energiewende von Attac Darmstadt ein zu einer Informations-und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, dem 9.Oktober um 19:30 im Heiner-Lehr-Zentrum/Kopernikusplatz 1. Zu Beginn wird der Kurzfilm „Mutter Erde nicht zu verkaufen“ gezeigt, der die Problematik von Umweltzertifikaten in Südamerika zeigt. Im zweiten Teil geht es um Zertifikate, die Entega für Teile des Regenwaldes in der Republik Kongo erworben hat, um mit „grünem Erdgas“ werben zu können. Mitveranstalter ist der Kreisverband Darmstadt von Die Linke.

CO2-Zertifikate und Pseudo-Ökostromanbieter

Der Handel mit CO2-Zertifikaten hat sich zu einem Milliardengeschäft für
Finanzinvestoren und Energiekonzerne entwickelt. Momentan sind die Preise
im Keller und die Industrie und Kohlekraftwerke können ihr Gift fast umsonst
in die Luft blasen. Viele Pseudo-Ökostromanbieter etikettieren mit Zertifikaten aus skandinavischen und österreichischen Wasserkraftwerken ihren mit viel CO2-Ausstoß produzierten Graustrom in Ökostrom um, ohne dass auch nur ein Kilowatt mehr Ökostrom produziert wurde (Ausnahmen: Naturstrom, Greenpeace
Energy, E-Werke Schönau, Lichtblick).

UN unterstützte Umweltzertifikate/REDD

Auch die von der UN unterstützten REDD-Zertifikate (Zertifikate zur
Verringerung von Emissionen aus Entwaldung) dienen Firmen in den
Industriestaaten dazu, sich ein grünes Image zu geben oder Graustrom und
Gas grün zu waschen. Multinationale Konzerne kaufen große Flächen tropi-
schen Regenwalds auf oder Projektgesellschaften übernehmen die Gebiete
für 30 Jahre, um deren CO2-Bindungskapazität über Zertifikate in die
Industrieländer zu verkaufen. Für die lokale Bevölkerung führt das zu einer faktischen Enteignung. Die nationalen Regierungen nutzen die Situation, um aus indigenen Waldrechten und Gemeinbesitz Staatsbesitz zu machen.

Entega : Klimaneutrals Gas?

Auch die HSE/ENTEGA wäscht ihr „klimaneutrales“ Gas und Teile ihres
Ökostroms durch REDD-Zertifikate grün. Diese Zertifikate stammen aus dem
„Mai Ndombe“ Projekt im Kongo, das 300.000 Hektar im weltweit zweitgröß-
ten Tropenwaldgebiet umfasst. Das Projekt steht erst am Anfang. Die
Bewohner der Dörfer beklagen schon jetzt, dass sie nicht über den Zertifi-
kathandel aufgeklärt wurden, ihre Zustimmung nicht vor der Waldübernahme
eingeholt wurde, sie bis heute nicht wissen, welche Auswirkungen das
Projekt auf ihre traditionellen Landrechte und die Kontrolle über ihr Land hat.
Eine Anfrage bei der ENTEGA zu dieser Problematik blieb bis heute unbeantwortet.
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