Unterstzützung aus dem Netz für Paris - Ein Kommentar

Nach den grausamen Anschlägen der islamistischen Terrormiliz IS wird in sozialen Netzwerken auf Unterstützung für Paris gebaut. "Facebook" empfiehlt seinen Nutzern eine Änderung ihres Profilbildes, wonach die Landesfarben Frankreichs (blau-weiß-rot) das eigene Portrait überdecken. Dieser Vorschlag findet bei vielen Nutzern Anerkennung, doch Hilfe sieht anders aus.
Einmal schnell das Profilbild geändert, und schon ist man ein besserer Mensch. "Ich habe von Anfang an die Menschen in Paris unterstützt und sogar etwas gegen den IS unternommen", könnt eine typische Aussage eines Nutzers sein. Doch inwiefern hilft man denn mit der Änderung des Profilbildes Menschen, welche gerade Verwandte und Geliebte nach einem Anschlag von Wahnsinnigen verloren haben? Wie hat man den Kampf gegen den IS unterstützt, wenn man nicht einmal weiß, wo sich die Köpfe dieser Terrororganisation aufhalten?
Ähnlich war es bei der im Frühjahr bekannt gewordenen "Ice-Bucket-Challenge". Nahezu jeder Nutzer hat sich eine Tonne Eis über den Kopf schütten lassen, um danach Freunden und Bekannten denselben Spaß vorzuschlagen. Aber was war denn noch einmal der Hintergrund dieser besagten Challenge? Für welche Krankheit sollte man denn spenden? Und wer von den ganzen Nutzern, die an dieser Challenge teilgenommen haben, spendete tatsächlich etwas für die Krankheitsbekämpfung?
Letztendlich ist es wieder ein weltbekannter "Internet-Hipe", welcher für eine Woche lang das ganze Netz durchziehen wird. Danach wird das Profilbild wieder geändert und man kann zufrieden wieder sein eigenes Leben verfolgen. Bis zum nächsten Anschlag der Terrormiliz, dann kann man ja wieder auf die Unterstützung aus dem Netz bauen...!
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