40 Jahre Hausaufgabenhilfe des Caritasverbandes Darmstadt

Koordinatorin Gülsün Özcan, Dienststellenleiterin Hannelore Lehnard, Sozialdezernentin Barbara Akdeniz und Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer feierten mit vielen Hausaufgabenhelferinnen und –helfern ein Dankesfest anlässlich 40 Jahre Hausaufgabenhilfe beim Caritasverband Darmstadt.
Migrationsdienst des Caritasverbandes Darmstadt e. V. bietet im Jahr 700 Schülerinnen und Schülern Hilfe an

Schulprobleme sind Lebensprobleme für alle Kinder und ihre Eltern.
Eine düstere Zukunft erwartet Jugendliche, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind sehr gering, wer trotzdem einen Job findet, kommt über Niedriglöhne kaum hinaus und ist ein Leben lang von Arbeitslosigkeit bedroht.

Dass man Kindern diese düsteren Aussichten ersparen sollte und dafür aktiv Hilfe anbieten muss, war schon vor 40 Jahren ein Ziel des Caritasverbandes Darmstadt, der aus diesem Grunde 1973 die Hausaufgabenhilfe gründete. Ziel war es damals, schnelle Hilfe bei der Erledigung der Schularbeiten der Gastarbeiterkinder zu leisten. Mit Müttern, deren eigene Kinder aus dem Gröbsten waren und Studenten, die sich ein kleines Taschengeld verdienen wollten nahm sich die Sekretärin des damaligen Direktors Matthias Knöpfle mit großem Geschick und Organisationstalent dieser Aufgabe an.

40 Jahre später wird diese Hilfe nach wie vor benötigt. Insgesamt 700 Kinder wurden im Jahr 2012 vom Caritasverband Darmstadt betreut, 406 davon in Darmstadt, 294 im Kreis Bergstraße. Diese präventive Hilfe wird in Darmstadt an 14 Grundschulen und einer Lernhilfeschule angeboten, im Kreis Bergstraße und Darmstadt-Dieburg an sieben Grundschulen sowie in drei Begegnungshäusern. Geöffnet ist jeweils drei- bis viermal pro Woche für jeweils zwei Stunden. Die engagierten Caritas Mitarbeiterinnen Gülsün Özcan und Barbara Hammon brauchen neben ihrem Organisationstalent viele Betreuungskräfte. Derzeit sind es 131 Männer und Frauen, welche die Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren mit über 30 Staatsangehörigkeiten in 55 Gruppen betreuen.

Gisela Damiano ist seit 36 Jahren mit großem Engagement und vollem Herzen dabei. Über all die Jahre hat sie den Spaß an dem Hilfeangebot nicht verloren. „Ich komm super mit den Kindern klar. Auch wenn ich manchmal streng sein muss, ändert das nichts an unserem guten Verhältnis. Selbst nach einer gehörigen Standpauke sagte ein Junge zu mir: Frau Damiano, du hast ja recht. Ich hab dich trotzdem lieb“, erzählt die rüstige 77-jährige. Immer wieder mal trifft sie ehemalige Schülerinnen und Schüler. „Aus allen ist was geworden“, erzählt sie stolz.

Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer dankte beim Jubiläumsfest allen Helferinnen und Helfern, die mit viel Herzblut mit den Kindern den Schulalltag bewältigen, deren Sprachkompetenz erweitern und schulische Defizite aufarbeiten. „Die Hausaufgabenhilfe hat das Ziel,
Kindern die in benachteiligten Verhältnissen aufwachsen, zu schulischem Erfolg zu verhelfen. Das heißt, wir wollen, dass Kinder von Anfang an gute Noten schreiben und diese auch im Verlauf ihrer schulischen Laufbahn halten. Je früher eine Unterstützung anfängt, desto besser und nachhaltiger“, so Kiefer.

Reicht dieses Gruppenangebot nicht aus, gibt es dank der finanziellen Beteiligung des Ausländerbeirats das Angebot einer Einzelbetreuung. 2012 erhielten rund 41 Kinder eine solche Einzelbetreuung. Diese ist dann notwendig, wenn Kinder - oft mit Migrationshintergrund – wegen mangelnder Ausdrucksfähigkeit besondere Förderung benötigen. Zum Beispiel, weil sie als so genannte „Seiteneinsteiger“ ohne Deutschkenntnisse ins laufende Schuljahr eingeschult werden oder weil den Kindern und Jugendlichen Nichtversetzung bzw. Förderschuleinweisung droht.

Diese Angebote geben Kindern und Jugendlichen Hoffnung auf eine gute Zukunft. Es gibt mutmachende Beispiele: ein Schüler, der vor Jahren kurz vor dem Wechsel auf die Förderschule stand erhielt Einzelbetreuung und die Unterstützung und Beratung, die zu diesem Zeitpunkt nötig war. Heute ist er Sozialpädagoge und dem Team des Migrationsdienstes für sein Engagement sehr dankbar. Oder ein Schüler, der dank der Betreuung das Gymnasium besucht und nun selbst Hausaufgabenhelfer ist.

Zur Verbesserung der Sprachkenntnisse wird durch die Caritas zusätzlich dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr ein Sprachkurs in der Goetheschule angeboten. Auch in der Erich-Kästner-Schule und der Heinrich-Hoffmann-Schule sind wegen des hohen Bedarfs Kurse eingerichtet worden.

Die Hausaufgabenhilfe finanziert sich fast zu gleichen Teilen durch die Stadt Darmstadt, das Kultusministeriums und durch Eigenmittel des Caritasverbandes Darmstadt.

Die Mitarbeiterinnen des Migrationsdienstes Gülsün Özcan und Barbara Hammon koordinieren aber nicht nur die Hausaufgabenhilfe in Darmstadt und an der Bergstraße. Sie arbeiten auch eng mit den Schulen und dem staatlichen Schulamt zusammen, beraten und informieren zu Schul- und Ausbildungsfragen. Dazu führen sie viele Elterngespräche und gewährleisten die nötige Anleitung der Helferinnen und Helfer, sowie regelmäßige Aus- und Fortbildungen. Von den 151 Helferinnen und Helfern sind 120 Honorarkräfte, 31 Personen arbeiten ehrenamtlich (Darmstadt: 69 Honorar- und neun ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, Bergstraße 51 Honorar- und 22 Ehrenamtliche).

Ehrenamtliche Unterstützung wäre für rund 100 Kinder, die derzeit noch auf Wartelisten stehen eine echte Hilfe. Alle, die Lust haben, ehrenamtlich mitzuarbeiten und alle, die für ihr Kind einen Hilfebedarf sehen, können sich gerne unverbindlich informieren.

Kontakt:
Hausaufgabenhilfe des
Caritasverbandes Darmstadt e. V.
Gülsün Özcan (Darmstadt): 06151 609643
Barbara Hammon (Landkreis Bergstraße): 06251-85425173
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