Caritas Suchthilfe – starker Partner mit Verantwortung

Das Bereichsteam ambulante Suchthilfe: Ruth Rothkegel (Dieburg), Andrea Wiechert (Darmstadt), Jochen Bickel (Heppenheim), Karl-Heinz Schön (Bereichsleitung) (v.r.n.l.)
Seit 45 Jahren Hilfeangebote für Menschen mit Suchtfragen

Seit 1968 - also seit 45 Jahren - wird Sucht als Krankheit anerkannt. Seit dieser Zeit ist der Caritasverband Darmstadt im Bereich Suchthilfe aktiv. Der Verband begann mit dem Aufbau örtlicher Suchtberatungsstellen und der Fachklinik für suchtkranke Männer in Bensheim. Mit 34 Betten startete die Klinik „Schloß Falkenhof“ 1968, schon vier Jahre später wurde das Angebot auf 64 Betten aufgestockt.

Lange Zeit wurde die Suchthilfe von der sozialarbeiterischen Arbeit mit Süchtigen geprägt. Abstinenz galt für Jahrzehnte als der einzig mögliche richtige Weg. Beratung, Entgiftung, Behandlung, so die gängige Therapiekette, die leider so manchen Klienten von der Suchthilfe abschnitt. Da Menschen mit Abhängigkeitsproblemen üblicherweise für die Dauer von sechs Monaten in Fachkliniken teils fern der Heimat behandelt wurden, galt es in der Öffentlichkeit als „Ungeheuerlichkeit“, als die Caritas Suchtberatungsstelle in Heppenheim vor 29 Jahren im Rahmen eines Modellprojektes begann, Alkoholentwöhnungsbehandlungen ambulant durchzuführen.

1984 finanzierten die Ersatzkassen erstmals die ambulante Rehabilitation. Sechs Jahre dauerte es, bis sie von der Deutschen Rentenversicherung anerkannt und in vollem Umfang finanziert wurde. Mit einem Team aus Suchttherapeuten, Psychologen und Fachärzten wurde die ambulante Rehabilitation mehr und mehr erweitert, so dass heute 100 Plätze in Heppenheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach sowie in Außenstellen eine wohnortnahe Versorgung sicherstellen.

Vernetzung mit Partnern

Besonders in den letzten zehn Jahren hat sich im Bereich der Suchthilfe viel verändert. Die ambulanten und stationären Angebote wurden durch teilstationäre und niedrigschwellige Angebote ergänzt. Der „Tunnelblick“ des Sondersystems Suchthilfe öffnete sich mehr nach außen. Alle, die sich bisher an der „Grenze“ zum Themenkreis „Sucht“ bewegten, sind heute näher zusammengerückt. Gemeinsam mit Arbeitsagenturen, Sozialverwaltungen, der Obdachlosen- und Jugendhilfe, Medizinern, Schulen, Kindergärten, Selbsthilfegruppen und vielen weiteren Partnern werden sowohl Ursachen als auch Lösungen für die Probleme, die durch Suchterkrankung entstehen, gesucht und auch gefunden.
Ein differenziertes Suchthilfesystem mit vielseitigen Kooperationen machte dies möglich. „Kombinierte ambulant-stationäre Behandlungen werden leichter. Das ist gut für den Patienten“, so Dr. Carlo Schmid, der ärztliche Leiter im Falkenhof.

Rückblick auf 45 Jahre Suchthilfe

Noch mal zum Anfang: Was vor 45 Jahren mit 15 Mitarbeitern begann, hat sich zu einem Hilfesystem mit rund 100 Mitarbeitern entwickelt. Wurden anfangs 350 Menschen geholfen, so sind es heute pro Jahr insgesamt 1.950. Hinter den Zahlen stehen Menschen, die ohne unsere Beratung und Hilfe nicht von ihrer Sucht loskommen.

Heute bietet der Caritasverband Darmstadt Suchtberatung und ambulante Rehabilitation in Heppenheim, Darmstadt, Dieburg und Erbach an, stationäre Rehabilitation in Bensheim, nachstationäre Versorgung mit beruflichen und sozialen Hilfen in der Adaptionseinrichtung in Heppenheim, Tagesreha in Darmstadt und Betreutes Wohnen in Darmstadt, Darmstadt-Dieburg und an der Bergstraße. „All diese Hilfeangebote sind unter einem Konzeptdach“, berichtet Karl-Heinz Schön. „Wir arbeiten alle eng miteinander. So kommt ein Klient, der sich auf den Weg gemacht hat auch im Suchthilfesystem an und wir können ihn auf dem Weg aus der Krise heraus begleiten.“

Auch in Sachen Abstinenz geht der Verband neue Wege

50 Plätze bietet der Caritasverband Darmstadt im Bereich Betreutes Wohnen Sucht an. Denn auch Menschen, die nicht sofort abstinent leben können brauchen Hilfe und bekommen sie. Für „chronisch mehrfachgeschädigte Abhängigkeitskranke“ waren die Zugangsschwellen lange Zeit zu hoch. So ist Caritasdirektor Dr. Werner Veith sehr froh darüber, dass die Suchtberatung seit 2008 das „Betreute Einzelwohnen“ anbietet und damit eine Lücke im Suchthilfesystem geschlossen werden konnte. Inhalt der Arbeit ist unter anderem die durchgängige Unterstützung Betroffener im häuslichen Milieu. „Ziel ist die Sicherung des Überlebens, die Linderung von körperlichen Folgeerkrankungen und die Überwindung von Isolation und Abhängigkeit. Die Abstinenz verlieren wir nicht aus dem Auge.“ Zusätzlich vermeide das Betreute Wohnen Pflegebedürftigkeit, reduziere Suchtmittel und ermögliche Abstinenzphasen.


Neue Themen werden angepackt

„Stets schauen wir nach neuen Bedarfen und packen neue Themen an“, so Caritasdirektor Dr. Werner Veith. Zu erkennen ist dies auch im Suchthilfeverbund, einem Bündnis von sieben Caritasverbänden aus drei Bistümern. Hat ein Abhängiger das Ziel, den Weg zum suchtmittelfreien Leben zu finden, so braucht er Beratung und Information über die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, die bestens auf den Betroffenen individuell abgestimmt sind, der Wohnort darf dabei keine Rolle spielen.

Blick in die Zukunft

Planungsstillstand wird es auch in nächster Zeit nicht geben. „Die Online- / Mediensucht, die Sucht im Alter oder auch die Legal Highs, Drogen, die als Kräutermischungen, Lufterfrischer, Reiniger oder Badesalze angeboten werden, werden uns in Zukunft beschäftigen“, so Karl-Heinz Schön. „Wir müssen weiter an Prävention und Aufklärung arbeiten. Wenn es uns gelingt, diese Themen in die Öffentlichkeit zu bringen, durchdringen wir das Tabu und es wird für die Betroffenen normaler, die Hilfe in Anspruch zu nehmen, die sie dringend brauchen.“



Erstkontakte
Schnell und einfach


• Kostenlose Hotline 0800 8877600
Alle, die Suchthilfe brauchen, können unter dieser Nummer schnell und
unkompliziert Hilfe erfragen.

• Infoabend im Birkenweg 17, Darmstadt. Jeden Mittwoch 16:30 Uhr ohne
Anmeldung

• Offene Sprechstunden in unseren Suchtberatungsstellen
Montags 09:00 Uhr in Heppenheim
Dienstags 14:00 Uhr in Darmstadt
Mittwochs 14:00 Uhr in Dieburg

• Online-Beratung (Mail-Beratung)
Betroffene und Angehörige können sich einloggen und mit einem
gewählten Login Namen Fragen stellen oder Sorgen schildern.
Persönliche Angaben sind dazu nicht nötig.

• www.suchthilfe-hessen.de



Suchthilfe im Caritasverband Darmstadt im Überblick:

Fachambulanz für Suchtkranke
• Platz der Deutschen Einheit 21, 64293 Darmstadt
• Weißturmstraße 29, 64807 Dieburg
• Kalterer Straße 3 a, 64646 Heppenheim
• Hauptstraße 42, 64711 Erbach

Suchtberatung in
• Bensheim, Lampertheim, Mörlenbach, Viernheim

Tagesklinik „Am Birkenweg“
Fachklinik für Suchtkranke, Birkenweg 17, 64295 Darmstadt

Klinik Schloß Falkenhof
Klinik für suchtkranke Männer, Nibelungenstraße 109, 64625 Bensheim

Adaptionseinrichtung für Suchtkranke
Kalterer Straße 3 a, 64646 Heppenheim

Suchthilfeverbund der
Caritas in Hessen
Platz der Deutschen Einheit 21, 64293 Darmstadt
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