Experten aus Erfahrung im Caritaszentrum Darmstadt

Genesungsbegleiterinnen laden zum Vortrag ins Caritaszentrum Am Wilhelminenplatz ein


Am Mittwoch, den 20. September 2017 lädt das Caritaszentrum Am Wilhelminenplatz 7 um 15:30 Uhr alle Interessierten zum Vortrag „Genesungsbegleiter in der Praxis - Ein Rückblick auf vier Jahre Arbeit mit EX-INlern“.

Anja Schneider war vor vier Jahren die erste Genesungsbegleiterin, die der Caritasverband Darmstadt eingestellt hat. Mittlerweile sind schon fünf Kolleginnen dazu gekommen, die in verschiedenen Gemeindepsychiatrischen Zentren arbeiten und für Menschen mit psychischen Erkrankungen ein offenes Ohr haben. Seit Januar dieses Jahres verstärkt Andrea Keutz das Team Am Wilhelminenplatz. Gemeinsam mit Dienststellenleiter Norbert Schüssele, der von diesem Berufsbild von Anfang an begeistert war, stellen die Genesungsbegleiterinnen ihre Arbeit vor.

„Mein Team und ich haben mit den Genesungsbegleiterinnen so gute Erfahrungen gesammelt, dass wir gerne darüber berichten möchten und hoffen, dass sich noch viel mehr Arbeitgeber diesem Beruf gegenüber öffnen, der von manchen Personen doch noch recht kritisch beäugt wird“, so Norbert Schüssele. In seinen über 35 Caritasjahren hat er immer wieder die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein und das war er auch, als er vor vier Jahren die erste Genesungsbegleiterin zunächst als Praktikantin, dann als Minijobberin und schließlich als Halbtagsstelle eingestellt hat. Die Stelle mit der Kollegin nun auf eine Ganztagsstelle aufzustocken zeigt, wie positiv der Dienststellenleiter die Arbeit der Genesungsbegleiterinnen für seine Klienten erlebt. „Wenn Genesungsbegleiter mit den Klientinnen und Klienten über ihre Probleme und Ängste sprechen, dann wissen sie, was diese Menschen gerade erleben und durchmachen. Denn es gab eine Zeit, da ging es ihnen selbst nicht gut. Therapien und Hilfeangebote halfen ihnen, wieder an sich zu glauben und neue Ziele zu stecken.“ Das könne kranke Menschen ermutigen und ihnen zeigen, dass es Wege aus der Erkrankung gibt. Heilung oder ein stabiles Leben trotz Einschränkung erscheinen plötzlich möglich.

Die Klientinnen und Klienten und das Team des Gemeindepsychiatrischen Zentrums, in welches die beiden voll integriert sind, sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die Genesungsbegleiterin und bringen ihnen viel Wertschätzung entgegen.

Um Genesungsbegleiterin zu werden, müssen Psychiatrie-Erfahrene einem Weiterbildungskurs mit zwei Praktika absolvieren. Dort lernen sie, anderen Menschen in Krisen mit ihren Erfahrungen kompetent und professionell zur Seite zu stehen. „Die Ausbildung und die dazugehörigen Praktika haben mir sehr gut getan“, erzählt Anja Schneider. „Ich bin gereift und selbstbewusst geworden. Ich freue mich, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen, neue Wege und Ziele zu finden. Das Fachpersonal und ich bauen verschiedene Verbindungen zu den Menschen in akuten Krankheitssituationen auf. Dies ist für die Klientinnen und Klienten eine echte Bereicherung.“ Die beiden Genesungsbegleiterinnen haben ein gutes Gespür für die Klientinnen und Klienten, die Hilfe brauchen. „Ich meine sogar, wir haben durch unsere eigenen Erfahrungen ein schnelleres Gespür“, so Anja Schneider. Mit dieser Aussage tut sich der Dienststellenleiter etwas schwer, doch eine aktuelle Umfrage mit Kollegen und Klienten soll solche Zweifel klären. Die Präsentation der Umfrageergebnisse werden auch beim Vortrag vorgestellt.

„In Kliniken sind zur Zeit noch keine Genesungsbegleiterinnen anzutreffen“, bedauert Norbert Schüssele. „Doch gerade bei Ersterkrankten wäre es sehr wichtig, wenn diese den erkrankten Menschen zur Seite stehen könnten.“ Dies bestätigt auch Anja Schneider: „Wie sehr hätte ich mir bei meinem ersten Klinikaufenthalt jemand an meiner Seite gewünscht, der mir sagt, das ist nur eine Phase. Du musst dein Leben nicht in der Psychiatrie verbringen!“

Nach dem Vortrag ist Zeit zum Austausch, zur Diskussion und für eigene Fragen.

Der Eintritt ist frei.

Interessierte können sich auch mit den Mitarbeitenden des Caritaszentrums austauschen. In Darmstadt werden unter einem Dach eine Tagesstätte, Betreutes Wohnen, ein Zuverdienstprojekt, individuelle Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen sowie Krisenberatung angeboten.

Kontakt:
Caritaszentrum Darmstadt, Am Wilhelminenplatz 7, Tel.: 06151 60960
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