Grillen mit Kindern

Kaum steigen die Temperaturen über ein erträgliches Niveau und der Sonnenschein lädt zum längeren Verweilen im Freien ein, schon wird der Grill aus dem düsteren Kellerverlies ans Tageslicht gebracht. Und dann wabbern wieder diverse Röst- und Aromastoffe durch die Gärten oder Grünanlagen. Vom Fleisch über Fisch bis hin zum Gemüse gelangt alles erdenkliche auf die offene Feuerstätte. Aber nicht alles Grillgut ist auch für die kleineren und jüngeren Grillfans gleichermaßen gut geeignet. Denn Kinder reagieren wesentlich empfindlicher auf manche Schadstoffe als Erwachsene.

Bläulicher Rauch, der durch in die Glut herab tropfendes Fett entsteht, enthält meist auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie Benzpyren sowie heterozyklische aromatische Amine (HAA). Letztere bilden sich vor allem in der Kruste von Koteletts, Steaks oder Würstchen. Beide Schadstoffklassen stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Abhilfe kann hier die Anschaffung eines Vertikalgrills schaffen oder das rigorose Entfernen von schwarz verbrannten Stellen am Fleisch oder Geflügel. Aber auch ein konsequentes Verpacken des Grillgutes in Alufolie sowie in Aluschalen, verhindert die Bildung einer bläulichen Rauchentwicklung. Der in Kauf zu nehmende Nachteil wäre allerdings ein nicht so intensiver Grillgeschmack.

Auch gehören gepökelte Fleischwaren wie Kassler, Fleischwurst, Leberkäse oder Wiener Würsten nicht auf den Grill. Denn durch die hohe Hitze des Holzkohlefeuers, können sich aus dem Nitrit im Pökelsalz und aus dem Eiweiß im Fleisch oder der Wurstware, krebserregende Nitrosamine entwickeln. Aus dem gleichen Grund haben auch Räucherfisch, geräucherter Schinken oder gar Speck nichts auf dem Grill zu suchen. Dagegen ist ungepökeltes oder ungeräuchertes Grillgut von Fleisch, Geflügel oder Fisch völlig unbedenklich. Aber auch das von Kindern viel geschmähte "Grünzeug" wie manche Gemüsesorten, lassen sich hervorragend grillen. Dies gilt auch für viele Obstsorten. Wird jenes Grillgut noch mit einiger Fantasie garniert, beispielsweise in Form von Spießen mit Champignons, Kirschtomaten und Zucchini- oder Paprikastücken, so ist kaum noch eine großartige Überredungskunst notwendig. Aber auch die alten Lagerfeuerklassiker wie süße Maiskolben, Stockbrot, Marshmellows oder Grillkartoffeln kommen bei Kindern meist gut an. Zum gutem Schluß kann auch ein Nachtisch in Form von Ananas im Sesammantel oder einer gegrillten Wassermelone kredenzt werden.

Das Grillen birgt aber ein erhebliches Gefahrenpotenzial für Kinder. Trauigerweise erleiden jedes Jahr eine erhebliche Anzahl von ihnen schwere Brandverletzungen durch den unsachgemäßen Umgang mit dem Grillfeuer. Insbesondere dann, wenn dabei Brennspiritus oder andere Brandbeschleuniger mit im Spiel sind. Schnell kann es hier zu Verpuffungen kommen, die ein meterhohes und -breites Flammenmeer verursachen. Leidtragende sind dann meist kleinere Kinder, die in der Nähe des Grills spielen. Und das oftmals mit lebenslangen tragischen Folgen.

Trotz allem darf es nicht dazu führen, die Kinder gänzlich vom Grill fernzuhalten, nur aus der Furcht heraus, es könnte ja etwas passieren. So verständlich die Sorge auch sein mag, lernen Kinder den richtigen Umgang mit dem Feuer nur, wenn man ihnen zeigt wie sie damit umzugehen haben. Dies gilt auch für die Einhaltung mancher Sicherheitsmaßnahmen. Nur so lässt sich der leichtfertige und gefährliche Umgang mit dem Feuer vermeiden. Allerdings sollten hier die Erwachsenen gleichfalls mit gutem Beispiel vorangehen. Denn Kinder lernen durch Nachahmung und das gilt auch bei riskanten Verhalten.

Tipps vom Grillexperten KamDi24
Generell sollten Kinder niemals alleine zum Grill gehen. Denn oft schon reicht ein kleinerer Stolperer oder eine falsche Bewegung um sich am heißen Grill zu verbrennen. Daher immer auf die nötige Standsicherheit des Grills achten! Des Weiteren sollte immer ein ausreichender Abstand zum Gesicht und dem Körper eingehalten werden. Ballspiele oder ähnliche Aktivitäten sollten in der Nähe des Grills völlig Tabu sein. Bei Verbrennungen ist die Brandwunde möglichst lange und ausdauernd mit fließenden kalten Wasser zu kühlen. Keinesfalls Salben oder andere Haushaltsmittel verwenden! Großflächige Verbrennungen sollten möglichst schnell vom Arzt behandelt werden.
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