„Keine Angst vor der Angst“

Caritasverband Darmstadt hilft Menschen mit Angst- und Panikstörung durch neues Gruppenangebot

Angst kennt jeder. Doch wenn die Angst vor Menschenmengen, Höhen, Spinnen oder Raumenge sich zur Phobie entwickelt und das tägliche Leben stark einschränkt, ist es Zeit, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jeder hat es schon selbst erlebt: Schwindel, Schweißausbruch, Herzrasen, Zittern und das alles wegen Angst. Angst hilft den Menschen dabei, Gefahren kontrollieren zu können. Was aber tun, wenn die Angst ihre Relationen verliert und sogar bis zur Panik führen kann?

Im November letzten Jahres hatte der Caritasverband Darmstadt in einem Vortrag über verschiedene Störungsbilder der Angst informiert und auf Behandlungsmöglichkeiten hingewiesen. Das Interesse der Besucher am Thema war so groß, dass die Caritasmitarbeiterinnen Gudrun Wäsche und Claudia Richter nun im nächsten Schritt eine Gruppe für Menschen mit Angst- und Panikstörungen in den Räumen des Caritasbüro Pfungstadt, Waldstraße 39, anbieten. In insgesamt sechs Treffen wollen die beiden ab dem 23. April gemeinsam mit den Teilnehmern Strategien erarbeiten, um mit der Angst und Panik umzugehen.

Aufgrund von Traumatisierung, früheren Erlebnissen von problematischen Situationen, die nicht verarbeitet und gelöst wurden, rufen Körper und Seele einen Notfall aus, obwohl kein Notfall besteht. „Das Wichtigste ist, dass die Menschen begreifen, dass sie ihrer Angst nicht hilflos ausgeliefert sind. Man kann lernen im Alltag mit solchen Situationen umzugehen, ohne sich selbst zu überfordern. Viele Betroffene hingegen vermeiden aus Angst vor der Angst bestimmte Situationen. Das kann das tägliche Leben sehr einschränken und sogar zur Vermehrung der Angst führen“, so Sozialpädagogin Gudrun Wäsche.
In der neuen Gruppe wird die Angst im Erfahrungsaustausch, Gespräch und in Information zum Thema gemacht. Das Miteinander Reden in der Gruppe und sich gegenseitig Tipps geben, wie man erfolgreich gegen die Angst ankämpfen kann, ist ein Ziel des neuen Angebotes der Caritas. „Wir möchten allen Menschen helfen, gleich welche Angst- und Panikstörung sie belastet. Indem die Teilnehmer die Krankheit besser verstehen lernen, können sie den Umgang mit der Erkrankung verbessern“, berichtet Claudia Richter. Die positive Erfahrung einer Dieburger Gruppe habe sie ermutigt, die Gruppe auch in Pfungstadt anzubieten. Der Bedarf ist da, denn Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland: Bei jedem siebten Menschen tritt im Laufe seines Lebens eine Angsterkrankung auf.
Weitere Informationen erhalten Interessierte im Vorgespräch oder in der offenen Sprechstunde - jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr in der Waldstraße 39 - sowie beim Kaffeetreff freitags von 10 bis 11:30 Uhr.

Bei Gruppenteilnahme entsteht ein Kostenbeitrag von insgesamt neun Euro für die sechs Abende.

Kontakt: Weitere Infos unter der Rufnummer 06157 4010.
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