Urlaub – die schönste Zeit des Jahres?

Sie habe sich doch so darauf gefreut und dann war es der große Reinfall: der diesjährige Urlaub. Aber nicht, weil das Hotel nicht hielt was es versprach, nein, die abgebrochene Reise hatte ganz andere Gründe: die viele Zeit, die sie mit ihrem Ehepartner verbracht habe, habe gezeigt, dass vieles im Argen liege, so die Erfahrungen einer Klientin der Eheberaterin Anette Lück.

Die Diplom-Sozialpädagoginnen Martina Hartnagel und Anette Lück, die für den Verein die Paar- und Familienberatungen durchführen, wissen aus ihrer Berufserfahrung heraus, dass dies durchaus kein Einzelfall ist: „Gerade im Urlaub zeigt sich bei nicht wenigen Paaren, dass es ihnen gar nicht mehr so leicht fällt, freie Zeit miteinander zu verbringen. Im Alltag, mit Beruf und vielen Terminen, leben manche mehr oder weniger unbemerkt nebeneinander her. Haben sie endlich Zeit füreinander, so können Erwartungen an die gemeinsame Zeit sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Paaren zeigt sich gerade in dieser Zeit, dass einiges aus der Ordnung geraten ist.“

Nicht nur nach der Urlaubszeit sondern über das ganze Jahr hindurch gibt es in Dieburg das Angebot der Ehe- und Familienberatung. Diese Hilfe nahmen im letzten Jahr ca. 300 Männer und Frauen in Anspruch. „Gut ist es, wenn die Paare dann die Hilfe der Beratungsstelle nutzen, wenn sie merken, dass sie im Umgang miteinander etwas vermeiden, wenn sie versuchen, Konflikten auszuweichen. Leider bauen Viele zu lange darauf, dass sich die Schwierigkeiten wieder von selbst lösen. Doch dann besteht die Gefahr, dass die Probleme so weit fortschreiten, dass Trennung als Lösungsmöglichkeit in Erwägung gezogen wird“, so die Erfahrungen von Anette Lück.

Während in früheren Zeiten fast nur die Frauen den Erstkontakt zur Beratung hergestellt hatten, so sind dies in den letzten zwei Jahren zunehmend auch Männer. Die meisten kommen von Beginn an als Paar, aber es sind auch Einzel-gespräche zum Einstieg möglich. Im Schnitt nehmen die Paare fünf bis sechs Beratungstermine wahr, aber der Bedarf wird ganz individuell mit dem jeweiligen Paar abgestimmt.

Die Gründe, die zum Hilfebedarf führen, sind sehr unterschiedlich: Paare kommen mit dem Anliegen, ihre Ehe oder Partnerschaft zu verbessern – oft auf dem Hintergrund unterschiedlicher Vorstellungen, wie die Beziehung zu leben sei. Andere kommen bei Krisen, Problemen und Konflikten in Ehe und Partnerschaft oder bei Trennung. Dann gibt es auch Paare, die nach der Familienphase und nach dem Abschluss der beruflichen Phase durch den Ruhestand mit Beziehungsproblemen konfrontiert werden.
Auch individuelle Krisen, einschneidende Lebensereignisse und –veränderungen, wie beispielsweise eine Krankheit, er-fordern Hilfebedarf.

Die Beraterinnen beziehen nicht Partei und die Klienten merken schnell, dass es nicht um Schuld geht oder darum, Recht oder Unrecht zu haben. Im geschützten Raum der Beratung werden vielmehr Ressourcen und Handlungsalternativen gesucht, tragfähige Lösungen und verantwortliche Entscheidungen entwickelt. In Einzelberatung werden Klienten begleitet, die nach Trennungsprozessen Hilfe brauchen, um neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Meist sind die Klienten zwischen 35 und 50 Jahren, aber auch junge Paare und Rentner suchen die Beratungsstelle auf.
Die Kosten für das Erstgespräch sind frei. Bei weiteren Gesprächen wird mit den Betroffenen eine Eigenbeteiligung vereinbart. Die Beratungstermine werden von Anette Lück und Martina Hartnagel nach Vereinbarung angeboten.
Die Mediation, ein freiwilliges Verfahren zur Beilegung/Lösung eines Konfliktes, ist ebenfalls ein Angebot des Vereins für Ehe- Paar- und Familienberatung. Hierfür steht Monika Fahrenholz-Müller, Dipl. Sozialpädagogin, nach vorheriger Terminvereinbarung, zur Verfügung.
Tel.: 06071 / 9866-10 / -13 / -15
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.