Big Bang Marke Mlady

Bernd und Gerhard Mlady gewinnen zum ersten mal die Radball-Bundesliga. Foto: Gido Heß
(BDR) Wer zum ersten Mal die Radball-Bundesliga gewinnt, hätte eine Champagner-Dusche
verdient gehabt. Oder wenigstens dicke Schlucke aus dem überdimensionalen
Weizenbierglas. Doch dann standen Bernd und Gerhard Mlady nach ihrem
größten Karriere-Erfolg eher wie begossene Pudel da. Man musste nach dem
eigenen Einsatz in Darmstadt-Eberstadt auf die Ergebnisse aus Halle warten, wo
Obernfeld punktgleich angetreten war. Beide Teams hatten beim Finale einen
Punkt verschenkt – das Tor-Verhältnis musste entscheiden. Und erst nach schier
endlosem Warten war aktenkundig, dass André und Manuel Kopp in 22 Partien
seit Januar 2016 acht Treffer zu wenig erzielt hatten. Advantage RMC Stein. Prost,
ihr Franken, von denen Insider schon seit Jahren den Big Bang erwarteten.
Zumindest Keeper Gerhard, auch auf dem Feld in der kleinen Halle in Top-Form,
torgefährlich und durchsetzungsstark, schaltete dann in den „Jubel-Modus.“
„Dass wir es endlich geschafft haben.“ Seit sechs Jahren mischen die Cousins
in der höchsten Spielklasse mit, jetzt der große Coup nach einem Zitterspiel im
allerletzten Match gegen Schiefbahn (5:5). „Ja, nun können wir feiern“, meinte
Gerhard Mlady, der in den letzten Monaten fünf Kilo abgenommen hat. „Durch
eine Ernährungs-Umstellung und mehr Training. Und davon profitiere ich jetzt auf
dem Rad.“
Kollege Bernd aber wollte nicht ablassen, vom Gefühl des „bitteren Beigeschmacks.
Ja, das Ziel ist erreicht, aber wir haben viele gravierende Fehler gemacht. Wollten
es aus eigener Kraft schaffen – und nicht auf die Konkurrenz hoffen müssen.“
Aber so kam es zum Hitchcock-Showdown der angespannten Nerven in Hessen
und Sachsen-Anhalt. Ein Tor hier oder dort – und Obernfeld hätte Grund zum Feiern
gehabt. Jetzt müssen sich die Niedersachsen, Sieger des Deutschland-Pokals,
mit dem Attribut „ungeschlagen in allen Punktespielen“ begnügen. Nice to have…
Bundestrainer Jürgen King und Marco Rossmann als BDR-Koordinator kalkulierten
immer wieder die Tabellenstände durch. Wer würde den Silberteller des
Verbandes, erstmal überhaupt für die Sieger hergestellt, entgegen nehmen? Auch
nach Halle hatte man ein Exemplar geschickt. Doch dann ging die Auszeichnung
an den RMC Stein. Und King ordnete das Geschehene ein: „Dadurch sind Stein
und Obernfeld auch in der WM-Qualifikation (Anm: mit 11 Punkten) gleichauf.
Vieles deutet daraufhin, dass die Entscheidung erst bei der Deutschen Meisterschaft
fällt. So wollen wir es: das ist dann die Voraussetzung dafür, mit der besten
Form beim Saisonfinale, der WM in Stuttgart, anzutreten.“
Die Bundesliga-Serie war eine wichtige Etappe. Aber auf ihre „Champs Elysées“
biegen die Radballer erst in der Porsche-Arena ein.
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