Duell auf Augenhöhe Richtung WM

Noch einmal ran – dann ist das Kapitel Radball-Bundesliga 2016 (und damit die
erste Punkterunde um die WM-Qualifikation) abgehakt. Aber alles kam anders als
gedacht. Mindestens vier Teams „balgten“ sich jahrelang ziemlich auf Augenhöhe
um die Krone. „Und jetzt sind von drei nur noch zwei übrig geblieben“, analysiert
Bundestrainer Jürgen King. Jens Krichbaum muss aufgrund einer schmerzhaften
Schulterverletzung vorübergehend passen, das WM-Duo mit Roman Müller ist
vorerst geplatzt. Bleiben Tabellenführer Stein und Obernfeld, nur durch das Torverhältnis
getrennt, die am 11. Juni zum Showdown antreten.
Bernd und Gerhard Mlady müssen in Eberstadt ran. André und Manuel Kopp in
Halle. Wer gewinnt, dem winkt erstmals auch – materiell – eine passende Auszeichnung.
Eine gravierte Schale als Wanderpokal. Eine gute Neuerung des BDR.
Aber wer hält sie hoch, im Blitzlichtgewitter der Kameras? Die Protagonisten halten
sich mit Prognosen zurück. Bernd Mlady verweist auf das Ergebnis hö-heren
Trainingsaufwands („nicht nur im Fitness-Studio, sondern auch auf dem Rennrad“),
der die Kondition verbesserte. Während die Niedersachen dort noch stärker
sind, wo sie schon bisher überragend agierten. Stahlross-Keeper Manuel Kopp ließ
in 18 Partien – ohne Niederlage - gerade 25 Gegentreffer zu. „Meist durch Ecken
oder Vier-Meter. Aus dem Spiel klassieren wir kaum Treffer.“ Ein Insider meint,
diese effiziente Strategie skizziere überhaupt den aktuellen (Erfolgs-)Stil.
Der Bundestrainer nickt nur bedingt, wiegt eher den Kopf. „Von den Leistungen
bin ich nicht immer angetan.“ Er sieht Steigerungspotenzial. Vor allem im Hinblick
auf die (Heim-)WM. „Bei den Titelkämpfen in Stuttgart erwarten die Zuschauer
den Titel. Aber: im Moment sind uns Österreicher und Schweizer eine Nasenlänge
voraus.“
Doch noch ist Zeit, die WM steigt Anfang Dezember. Nach der Sommerpause
soll die zweite Saisonhälfte das Leistungsvermögen steigern. Und King spürt ein
Zusammenrücken. „Der Team Spirit ist besser“, sein Eindruck bei den Ka-derLehrgängen.
Selbst die Tatsache, dass aufgrund von Budgetkürzungen weniger
Zeit zur Verfügung steht und selbst das gemeinsame Abendessen selbst finanziert
(!) werden muss, wirft ihn nicht um. „Da bringt immer ein anderes Team etwas
mit…“ Und er richtete eine What’s App-Gruppe ein, über die seine Sportler kommunizieren.

Doch zunächst das "finale furioso" als Fernduell. Die Mladys haben für ihren WMTraum
auch die Ernährung umgestellt. „Da wird kein Müll reingepfiffen“, berichtet
Bernd und spricht von „bewusster“ Nahrungsaufnahme. Im Hinblick auf die
Wettkampfpause gibt er auch gleich den Takt vor. „Sommertraining“ lautet seine
Ansage. Vorher ist „Köpfchen“ gefragt. Die Abschlussprüfung zum Industriekaufmann
noch vor dem Bundesliga-Kehraus. Für Radballer jedoch die ganz normale
Mehrfachbelastung.
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