Freier Fall oder Wiederaufstieg?

Stammkräfte wie Kapitän Sulu, Gondorf oder Heller sollen gehalten werden - ob das gelingt, wird sich zeigen. (Foto: Gido Heß)
Fußball. In den vergangenen Monaten hat sich abgezeichnet, dass der SV 98 in der kommenden Saison nicht mehr in der Bundesliga spielen wird. Zwei Trainerwechsel konnten die Mannschaft nicht mehr auf die Siegerstraße bringen und unter Umständen könnte am Sonntag der direkte Abstieg in die 2. Liga für den SV Darmstadt 98 bereits feststehen. Damit neigt sich ein zweijähriges Abenteuer in der höchsten deutschen Spielklasse dem Ende zu - doch ist das das Ende eines Märchens, welches sich seit Jahren in der 150.000 Einwohnerstadt in Südhessen abspielt, oder nur ein Umweg?
Mit Torsten Frings haben die Verantwortlichen des SV 98 im Winter einen erfahrenen Spieler als Trainer an Bord geholt. Nachdem das Experiment mit Norbert Meier nach der Ära Schuster gescheitert ist, sollte der Ex-Nationalspieler die Mannschaft wieder auf Kurs bringen. Doch in den letzten Wochen stellte sich trotz des erneuten Trainerwechsels heraus, dass das Team letztendlich von der Qualität her nicht erstligareif ist. Zwangsweise wird am Ende dieser Saison der Abstieg in Liga 2 erfolgen - mit Torsten Frings als Chefcoach.

Folgt Darmstadt dem Negativbeispiel Paderborn?

Ähnlich wie der SV Darmstadt 98 stieg auch der SC Paderborn vor drei Jahren überraschend in die Bundesliga auf. Doch das Abenteuer ging für den SCP sehr rasch nach nur einem Jahr zu Ende und es folgte der freie Fall von Liga 1 in Liga 3, wo man sich aktuell noch mitten im fast aussichtslosen Abstiegskampf befindet. Nach dem Abstieg aus Deutschlands Eliteklasse ging fast der komplette Kader samt Trainer auseinander - ein Spieler namens Mario Vrancic fand damals den Weg zu den Lilien. Könnte dem SV 98 ein ähnliches Szenario drohen und das blau-weiße Märchen ist endgültig beendet?
Der Kader wird im Gegensatz zu Paderborn nicht komplett auseinanderfallen. Im Gegenteil - 16 Spieler besitzen Verträge für die 2. Liga und teilweise sogar noch über zwei Jahre hinaus. Zudem sitzt Torsten Frings sattelfest in seinem Posten als Cheftrainer und die Führungsetage vertraut dem ehemaligen Nationalspieler voll und ganz. Bereits jetzt - wie am Beispiel der Neuverpflichtung von Kevin Großkreutz - versucht Frings, neue Spieler für die Mission Zweite Liga in der kommenden Saison an Bord zu holen. Unter ihm hat sich - im Gegensatz zu Meier und sogar zu Dirk Schuster - eine eigene Spielphilosophie entwickelt, die nicht nur auf das Zerstören des gegnerischen Spiels ausgelegt ist. Unter Frings hat man in ganz Südhessen das Gefühl, dass etwas neues heranwächst.

Frings lockt namenhafte Spieler nach Darmstadt

Der Spieler Torsten Frings dürfte wohl jedem halbwegs Fußballinteressierten bekannt sein. Stets war er als Kämpfer in der deutschen Nationalmannschaft bekannt, der keinen Zweikampf scheute und vor keinem Gegner zurückwich. Der Darmstädter Trainer hat sich als Spieler einen Namen gemacht, der noch heute in aller Munde ist. So ist es dem vergleichsweise jungen Trainer gelungen, Spieler wie Altintop oder Großkreutz nach Südhessen zu locken. Und eventuell gelingt es Frings sogar, beispielsweise Altintop noch dazu zu bewegen, ein weiteres Jahr Profifußball bei den Lilien an seine Karriere anzuhängen.

Als Fazit lässt sich ziehen, dass der SV 98 unter Trainer Torsten Frings durchaus eine wichtige Rolle in der 2. Liga spielen könnte. Ob es letztendlich für einen Wiederaufstieg reichen könnte, steht noch in den Sternen. Aber man sollte auch nicht nur schwarz oder weiß sehen - selbst ein Jahr im oberen Mittelfeld der Zweiten Liga wäre sicherlich ein Erfolg für die Stadt, die vor nicht allzu langer Zeit noch in der Versenkung Richtung Oberliga Süd gespielt hat. Dem Negativbeispiel Paderborn wird man ziemlich wahrscheinlich nicht folgen, da in Darmstadt in den letzten Jahren kontinuierlich konzentriert gearbeitet wurde und vor allem finanziell keine Riesenausgaben getätigt wurden. Man verfügt in Darmstadt über ein festes Bollwerk und Vertragsverlängerungen wie beispielsweise von Sandro Sirigu zeigen, dass die Stammkräfte auch in Zukunft Teil der Darmstädter Mannschaft bleiben wollen. Unter Frings geht das Märchen gewiss nicht zu Ende, sondern nimmt vielleicht nur einen kleinen Umweg in der Zweiten Liga. Wie die Berichterstattungen dann in einem Jahr lauten, ist momentan noch ungewiss...
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