Kempe macht Wahnsinn am Bölle perfekt

Fußball. Spannung und Nervenkitzel sind seit dieser Saison bekanntermaßen keine Seltenheit in Darmstadt, doch heute haben sich die Lilien wieder einmal selbst übertroffen. Am Sonntagnachmittag erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Torsten Frings einen Punkt gegen Dynamo Dresden, obwohl die Lilien in der 89. Spielminute noch mit 1:3 zurücklagen.

Trainer Torsten Frings rotierte nach dem 2:2 in Heidenheim unter der Woche dreimal: Der verletzte Felix Platte wurde von Marvin Mehlem ersetzt, Steinhöfer rückte für Sirigu in die Startelf, dessen 100. Pflichtspiel im Lilien-Dress damit erst einmal verlegt wurde, und Yannick Stark rückte im defensivem Mittelfeld für Wilson Kamavuaka in die Startformation.
Die Lilien begannen mit Volldampf und hätten nach zehn Minuten durchaus schon mit zwei Toren führen können. Nach zwei Minuten parierte der Dresdner Keeper Schwäbe einen Kopfball von Stark und nur eine Zeigerumdrehung später scheiterte Großkreut freistehend vor dem Tor der SGD an Schwäbe. Mit hohem Pressing setzten die Lilien die Dynamo permanent unter Druck und rissen so das Spielgeschehen frühzeitig an sich. Doch die zunächst passiven Dresdner kämpften sich zurück in die Partie und hatten durch Mlapa in der 13. Minute eine erste Torgelegenheit. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging jedoch nur ans Außennetz. Zehn Minuten später schlug Dresden dann aber eiskalt zu: Nach einer Eckballstafette kam Konrad im Strafraum sträflich frei zum Abschluss und erzielte so das glückliche 1:0 für das Team von Trainer Uwe Neuhaus.
Angetrieben vom bitteren Rückstand nahm die Offensive des SV 98 wieder mehr Fahrt auf und wurde in der 30. Spielminute für diese Bemühungen belohnt: Tobias Kempe verwandelte einen direkten Freistoß aus zentraler Position zum verdienten 1:1-Ausgleich. Trotz weiterer offensiver Akzente war es wieder die Dynamo, die in Führung ging. Vier Minuten nach dem Ausgleich kam Konrad erneut nach einem Eckball freistehend zum Abschluss und erzielte mit seinem zweiten Treffer die Führung für Dresden. Drei Minuten später hätte es beinahe auf der anderen Seite schon wieder geklingelt, doch eine Direktabnahme vom furios aufspielenden Yannick Stark konnte Keeper Schwäbe gerade noch parieren. Somit ging es mit einer äußerst schmeichelhaften Führung für Dresen in die Kabinen.

Darmstadt nach der Pause spielbestimmend

Nach dem Seitenwechsel blieben die Lilien weiterhin zielstrebig und es entwickelte sich ein Handball-Spiel rund um den Strafraum von Dynamo Dresden. Das Team von Uwe Neuhaus war nun die eindeutig passivere Mannschaft und lief dem Ballbesitzspiel der Lilien zunehmend nur noch hinterher. Dennoch stand die Defensive sicher und die Mannschaft von Torsten Frings suchte lange vergeblich nach einer Lücke im Defensivverbund der Dynamo. In der 65. Spielminute musste also wieder eine Standardsituation her, doch ein Kopfball von Sobiech verfehlte das Tor von Schwäbe um Haaresbreite. In der 80. Minute schlugen die effizienten Dresdner eiskalt zu und sorgten für die vermeintliche Vorentscheidung: Darmstadt bekam den Ball aus der Defensive nicht geklärt und Konrad traf mit seinem dritten Treffer in dieser Partie sehenswert zum 3:1. Vorausgegangen war ein nicht geahndetes Foulspiel an Immanuel Höhn, doch der sehr umstrittene Schiedsrichter blieb trotz heftiger Proteste bei seiner Meinung. Zudem wurden den Lilien zwei mögliche Elfmeter verwehrt - das Glück mit den Schiedsrichtern sollte dem SV 98 auch am 8. Spieltag verwehrt bleiben.


Wahnsinnige Schlussphase in der Nachspielzeit

Das Spiel schien entschieden, denn bis zur 90. Minute konnte der SV 98 den wichtigen Anschlusstreffer trotz kleinerer Halbchancen nicht mehr erzielen. In der 88. Minute wechselte Frings mit Boyd zusätzlich zu Sobiech und dem bereits zuvor eingewechselten Jamie McLaren den dritten Angreifer ein - ein Wechsel, der sich bezahlt machen sollte. Einige Fans hatten das Stadion aus Frustration schon verlassen und Dresden war als der sichere Sieger gekürt worden - doch nicht mit den Lilien! In der ersten Minute der Nachspielzeit landete ein Eckball von Kempe auf dem Kopf des unmittelbar zuvor eingewechselten Terrence Boyd. Mit einem platzierten Kopfball stellte der US-Angreifer den Anschluss wieder her! Aufgrund von Pyrotechnik aus dem Block von Dresden war das Spiel zwischenzeitlich unterbrochen worden, sodass am Ende fünf Minuten Nachspielzeit auf der Anzeigetafel des Vierten Offiziellen standen. In der dritten Minute der Nachspielzeit machte Tobias Kempe den Wahnsinn vom Böllenfalltor dann perfekt: Nach einem Angriff der Lilien bekam Dresen den Ball nicht aus dem Strafraum und nach einem missglückten Befreiungsschlag fiel der Ball vor die Füße von Kempe, der den Ball unhaltbar per Direktabnahme in den Winkel schoss! Innerhalb der Nachspielzeit hatten die Lilien so einen 1:3-Rückstand aufgeholt und am Ende einen mehr als verdienten Punkt mitgenommen.
Kommenden Freitag sind die Lilien zu Gast beim FC Ingolstadt, ehe es anschließend in die zweiwöchige Länderspielpause geht. Beim FCI kann Torsten Frings dann wohl auch wieder auf den verletzten Felix Platte setzen, der mit Sobiech zuletzt prächtig harmonierte im Angriff der Lilien.
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