Last-Minute-Extase - Lilien steigen noch nicht ab

Vorzeitiger Abschied vertagt: Die Lilien gewinnen mit 2:1 gegen Schalke 04.
Fußball. Hochdramatisch, aufregend, emotional - die Partie zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem FC Schalke 04 bot so ziemlich alles auf, was das Fußballherz höher schlagen lässt. Am Ende jubelte der Tabellenletzte der Bundesliga aufgrund eines Last-Minute-Tores durch Gondorf beim 2:1-Erfolg - dennoch aber verhalten, da ein minutenlanger Rettungseinsatz auf der Haupttribüne das Spielgeschehen in den Hintergrund stellte.
Trainer Torsten Frings motivierte seine Mannschaft, den drohenden vorzeitigen Abstieg mit aller Macht abzuwenden. Gondorf kehrte genauso wie Heller zurück in die Startformation des SV 98, Bangaard übernahm für Höhn in der Innenverteidigung. Nach einem verhaltenen Spielbeginn kam in der 9. Minute Daniel Caligiuri das erste Mal gefährlich vor das Darmstädter Gehäuse, doch sein Schuss verfehlte das Ziel knapp. Nur wenige Zeigerumdrehungen später fiel dann bereits der erste Treffer des Spiels - für den SV 98. Mit einem hohen Ball hatte der agile Jerome Gondorf Heller auf der rechten Seite geschickt, der den Ball mit großer Übersicht in den Rücken der Schalker Abwehr legte. Dort stand der bereits zuletzt treffsichere Mario Vrancic goldrichtig und schob zum etwas überraschenden 1:0 für Darmstadt ein (11.). Avdijaj vergab nur drei Minuten später die Chance auf den Schalker Ausgleich, womit die Drangphase von S04 eingeleitet wurde. Chancen im Minutentakt boten sich den Königsblauen - allerdings allesamt ohne Ertrag. Sowohl Kehler als auch Badstuber und Burgstaller vergaben gute Möglichkeiten zum Ausgleich nach Standardsituationen. Nachdem diese Offensivphase für die Lilien überwunden war, neutralisierte sich das Spielgeschehen wieder mit zunehmender Spieldauer. Lediglich ein Distanzschussversuch von Meyer (31.) erzeugte noch Torgefahr für die Gäste, während Heller mit einem Schlenzer von der Strafraumkante für die Lilien eine weitere Torchance hatte (39.). Da auch dieser das Gehäuse verfehlte, gingen beide Mannschaften mit einer knappen Darmstädter Führung in die Kabinen.
Wie schon in zahlreichen Spielen zuvor gaben die Lilien das Heft unmittelbar nach Wiederanpfiff aus der Hand. So war es auch am Sonntagabend gegen Schalke, die eine Chance nach der anderen verzeichneten. Burgstaller und Coke vergaben riesige Gelegenheiten in der 50. Spielminute, was auch am starken Darmstädter Keeper Michael Esser lag. Endgültig zum Helden der Partie wurde der Schlussmann der Lilien, als er einen zweifelhaften Strafstoß von Burgstaller mit dem Fuß parierte (58.). Von dem gehaltenen Elfmeter angetrieben, standen die Lilien in der Defensive kompakter als zuvor. Gondorf versuchte in der 68. Minute sein Glück mit einem Distanzschuss, doch Fährmann im Schalker Tor verhinderte das 2:0 für Darmstadt. Nachdem der Druck der Königsblauen wieder höher wurde, fiel dann doch der Ausgleich für S04. Nach einer Kombination auf der linken Seite flankte Aogo auf Coke, der per Kopf zum Ausgleich einnetzte (75.). Keiner im Stadion wollte es so wirklich wahrhaben, dass die Südhessen die knappe Führung so lange verteidigt haben und dann schließlich doch der Ausgleich fiel - symbolisch dafür stand die Anzeigetafel im Stadion, die erst einige Minuten nach dem Treffer von Coke den Ausgleich der Schalker anzeigte.
Kurz darauf brachte Frings Schipplock in die Partie, der sofort in den Mittelpunkt des Geschehens rückte: Nachdem der Angreifer des SV 98 nach einem langen Ball durchgestartet war, wurde er von Defensivspieler Kehrer zu Boden gerissen - die Konsequenz: rote Karte für den jungen Schalker. Als der vorzeitige Abstieg der Lilien in die 2. Liga schon eingemeiselt schien, schlug Gondorf in der dritten Minute der Nachspielzeit eiskalt zu und vertagte den Abstieg des Tabellenletzten auf mindestens nächstes Wochenende. Nach einem Freistoßtrick von Altintop flankte Heller in die Mitte, wo Kapitän Sulu noch an Torwart Fährmann scheiterte. Den Abpraller verwertete Gondorf aus kurzer Distanz dann aber eiskalt und führte den SVD damit zum knappen Heimsieg gegen die "Knappen" aus Gelsenkirchen.
Wichtig bleibt am Ende noch zu sagen, dass dem Fan, der in den letzten Minuten vom Notarzt behandelt wurde, gute Besserung gewünscht wird. Das Stadion hatte während dem Rettungseinsatz durchgängig aus Solidarität geschwiegen - auf allen Seiten wurde gehofft, dass es dem Fan bald wieder besser geht!
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.