Schwache Defensive beschert Lilien nächste Niederlage

Fußball. Am Ende war es wie oft zuletzt ein spannendes, torreiches Spiel am Böllenfalltor. Nach 90 Minuten musste sich Bundesliga-Absteiger mit 3:4 (1:1) dem 1. FC Nürnberg geschlagen geben - trotz früher Führung in der 6. Minute. Verantwortlich für die Niederlage war erneut eine erschreckend schwache Defensive, welche vor allem im zweiten Durchgang mächtig unter die Räder kam.

Im Vergleich zur 0:3-Auswärtsniederlage in Ingolstadt wechselte Torsten Frings seine Mannschaft ordentlich durch. Sechs Neue rückten in die Startformation; darunter Ersatztorwart Joel Mall, der den verletzten Stammkeeper Heuer Fernandes ersetzen sollte. Der Torwart erlebte bei seinem Debüt im Lilien-Dress einen rabenschwarzen Tag mit vier Gegentreffern, die zumindest nicht alle unhaltbar gewesen sind. Auch in der Abwehrreihe tauschte Frings auf zwei Positionen: Bangaard und Steinhöfer ersetzten Höhn und Sirigu, im Angriff gab Rosenthal neben U21-Nationalstürmer Felix Platte sein Comeback nach langer Verletzungspause. Außerdem rückte Yannick Stark anstelle von Kamavuaka neben Altintop im defensiven Mittelfeld in die Startelf.
Die Lilien begannen mit einem regelrechten Offensivfeuerwerk und bereits in der 6. Spielminute erzielte Yannick Stark die frühe Führung. Nachdem der SV 98 in der jüngsten Vergangenheit meist zurückgelegen hatte, konnte das Team von Torsten Frings endlich mal wieder einen Führungstreffer erzielen. Aytac Sulu flankte in den Strafraum, wo Bangaard den Ball per Kopf auf Stark zurücklegte. Der Darmstädter schloss direkt ab und der Ball flog - noch abgefälscht - zum 1:0 in den Winkel.
Danach neutralisierten sich beide Mannschaften zunehmend, ohne dass zwingende Torchancen entstanden. Wie aus dem Nichts kam der Club dann in der 23. Minute zum Ausgleich - nach einem hohen Ball verlängerte Bangaard den Ball unglücklich zu Gegenspieler Teuchert, der den herausgeeilten Mall mit einem Heber überwand und den glücklichen Ausgleich erzielte.
Direkt nach dem Ausgleich hatte Rosenthal die erneute Führung auf dem Kopf, doch sein etwas zu unplatzierter Kopfball konnte noch vor der Linie gekläert werden. Großes Pech hatten die Lilien in der 31. Minute: Nach einem langen Abstoß von Mall verlängerte Platte per Kopf auf Kempe. Der Ex-Nürnberger zog ohne zu zögern aus spitzem Winkel ab, doch der Innenpfosten verhinderte die überfällige Führung der 98er. Nur zwei Zeigerumdrehungen später der nächste Abschluss der Lilien - Yannick Stark zielte aus der Drehung von der Strafraumkante aber etwas zu hoch. Somit blieb es zur Pause bei einem für den Club sehr schmeichelhaften 1:1.


Lilien nach der Pause mit furiosem Beginn

Nach dem Seitenwechsel begannen die Lilien ähnlich offensivstark wie zu Beginn der Partie. Nach nicht einmal 100 Sekunden schloss Stark nach einem Dribbling von der Strafraumkante ab, doch sein Schuss verfehlte das Tor knapp. Sekunden später konnte Felix Platte einen Ball im Strafraum behaupten und legte sich diesen selbst halbhoch vor, aber auch der Schuss des jungen Angreifers strich um Haaresbreite am linken Pfosten des Nürnberger Tores vorbei.
Und wie schon in der ersten Halbzeit kam der Club praktisch wie aus dem Nichts zum Torerfolg: Nach einem Zuspiel auf Angreifer Ishak funktionierte die Abwehrfalle der Darmstädter Defensive nicht so wirklich, sodass der Angreifer freie Bahn auf das Darmstädter Tor hatte und Keeper Mall zum 2:1 für den Club überwand. Dieser Treffer brachte die Lilien völlig aus ihrem Konzept - nur Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Ex-Lilie Hanno Behrens das 3:1 auf den Fuß; der linke Pfosten rettete für die Lilien. Nach etwa einer Stunde fiel dann aber trotzdem das 3:1 für Nürnberg. Erneut war es Teuchert, der nach Zuspiel aus dem Mittelfeld frei vor dem Darmstädter Tor auftauchte und dem viel zu weit aufgerückten Torwart Mall das dritte Gegentor einschenkte.
In der 72. Minute keimte wieder Hoffnung auf bei Darmstadt. Erneut war ein Standard für ein Tor der Lilien verantwortlich: Sulu verlängerte nach Kempe-Ecke per Kopf auf Platte, der per Seitfallzieher den Anschlusstreffer erzielte. Die zurückgekommene Euphorie sollte aber nicht einmal zwei Minuten bestehen, da im direkten Gegenstoß Leibold nach einem Konter auf 4:2 für Nürnberg erhöhte.
Dennoch gab die Mannschaft von Trainer Frings nicht auf und kam drei Minuten vor Ende der Partie nochmals zum Anschlusstreffer. Nach einer Flanke stand Platte am langen Pfosten völlig frei und FCN-Verteidiger Löwen klärte in höchster Not den Ball unglücklich ins eigene Tor. Doch der Schlussspurt der Lilien blieb ohne Ertrag und somit stand am Ende die zweite Niederlage in Folge für den SV 98 auf der Anzeigetafel. Dies war vor allem bitter, da die Lilien den FCN durch eigene individuelle Fehler überhaupt erst ins Spiel haben kommen lassen, eigene Chancen nicht genutzt wurden und die Defensive erneut ein großes Manko war. Nächsten Freitag wartet mit Fortuna Düsseldorf der Tabellenführer auf die Lilien und danach kommt der Tabellenzweite Holstein Kiel ans Böllenfalltor - es stehen schwierige Wochen für Torsten Frings und seine Mannschaft an.
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