SV 98 verliert wegen skandalöser Referee-Leistung

Fußball. Am Ende konnte keiner die richtigen Worte zur bitteren 1:2-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen finden. Trotz starker Leistung und einer leichten Überzahl an Torchancen gegenüber der Werkself verloren die Lilien auch das nächste Heimspiel vor ausverkauftem Heimbereich - weil Schiedsrichter Jochen Drees und sein Gespann etwas dagegen hatte.
Es ist schwierig, eine Überleitung vom Ergebnis zum Spiel zu finden. Denn in den ersten 30 Minuten spielten die Lilien den CL-Teilnehmer nahezu an die Wand. In der 5. Minute setzte sich Sandro Wagner gegen Ömer Toprak durch, doch sein Schuss aus 17 Metern ging knapp am Tor vorbei. Wenig später verpasste Rosenthal eine Heller-Flanke nur knapp, stattdessen flog Caldirolas Kopfball zu zentral auf das Gehäuse von Bernd Leno.
Ein Freistoß von Tobias Kempe konnte Leno ebenfalls parieren - wenn auch aufgrund der Platzverhältnisse mit größeren Schwierigkeiten (25.). Nur drei Minuten später belohnte Torjäger Wagner seine Mannschaft für die starke Leistung. Nach einem Einwurf auf Höhe der Strafraumkante verlängerte Wagner den Ball zu Rosenthal, der mit einem Seitfallzieher an Leno scheiterte. Den Abstauber verwertete Wagner dann eiskalt zur hochverdienten Darmstädter Führung.
Danach machten die Lilien mit ihrem Offensivschwung genauso weiter wie vor der Führung. Nur ein paar Sekunden nach dem Wiederanpfiff rauschte Niemeyers Schuss nach feiner Kombination vor dem Leverkusener Tor nur um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei.
Leverkusens einzige Halbchancen vergaben Bellarabi (32.) und Kießling (35.).
Somit blieb es zur Pause bei einer verdienten Darmstädter Führung, die die Werkself, welcher kein direkter Torschuss in der ersten Halbzeit gelang, gut im Griff hatte.
Nach dem Seitenwechsel ging die Offensivbemühung der Lilien deutlich zurück, doch auch die Leverkusener hatten kaum Zugriff auf Torchancen. Allerdings gelang dem Team von Roger Schmidt mit der ersten richtigen Chance auch direkt der Ausgleich (58.). Doch bei diesem Treffer entschied der schwache Schiedsrichter Jochen Drees gleich doppelt zugunsten der Werkself: Zuerst übersah er eine Abseitssituation von Mehmedi, der anschließend von Niemayer gefoult worden sein soll. Drees entschied auf weiterspielen, doch wie aus heiterem Himmel pfiff er Sekunden später auf einmal doch den Freistoß. Das Unglück nahm seinen Lauf - Toprak bedrängte Sulu im Strafraum, sodass dieser unglücklich ins eigene Tor köpfte - sein zweites Eigentor in der laufenden Saison.
Danach bemühten sich die Lilien weiter, etwas Zählbares mitzunehmen. Einen Drehschuss von Jerome Gondorf parierte Leno grandios zum Eckball.
In der 77. Spielminute drohte das Publikum dann zu eskalieren. Nach einem Darmstädter Eckball wurde der eingewechselte Mario Vrancic elfmeterwürdig gefoult, doch der Pfiff blieb - wie so oft - aus. Stattdessen spielte Leverkusen einen feinen Konter, den Julian Brandt nach abgefälschter Flanke im Tor unterbrachte - aus einer Abseitssituation heraus. Doch zum dritten Mal in Folge pfiff Drees für die Werkself, die sich am Ende als sehr glücklichen Sieger bezeichnen durfte. Kurios war dann auch noch, dass sich alle Lilienspieler, den eine Gelbsperre drohte, sich die letzte, entscheidende Sperre noch beim Schiedsrichter abholten. Damit fehlen mit Kapitän Sulu, Niemayer, Gondorf, Heller und Rausch gleich fünf Stammspieler - beim Auswärtsspiel in München. Das dürfte doch sehr zu verkraften sein, steht danach doch ein wichtiges Spiel bei Werder Bremen an und dürfte beim Rekordmeister nicht wirklich etwas zu holen sein.
Nach regulären Treffern hätten die Lilien Leverkusen wie schon im Hinspiel mit 1:0 geschlagen, doch es machte den Eindruck, dass sich der Videobeweis am SV 98 rächen wollte. Denn Trainer Dirk Schuster äußerte sich - im Gegensatz zu den anderen Bundesligatrainern - gegen den Videobeweis, da am Fußball nicht zu viel "herumgedoktert" werden soll. Die Rache fiel auf dem Fuße - mit dem Videobeweis hätten die Lilien statt 24 nun 27 Punkte auf dem Konto.
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