TGS und TGMSV fusionieren

"Gebannt lauschen die Mitglieder dem Verschmelzungsbericht der eindrucksvolle Zahlen lieferte. Das Vermögen von TGS beläuft sich auf über 5 Mio. und das von TGMSV auf über 3 Mio. Euro". (Foto: kram)
 
"Die bisherige Vorsitzende der TGS Heide Klabers und neue Vorsitzende des JSK mit ihrem Vorstandskollegen, früher TGMSV, Götz Schwarz". (Foto: kram)
 
"TGS Vorstand Lothar Mark im angeregten Gespräch mit Sportkreisvorsitzendem Peter Dinkel" (Foto: kram)

Zustimmungssoll weit übertroffen
Sportkreisvorsitzender: „Größter Erfolg in meiner Amtszeit“
Bürgermeister Hoffmann: „Signalwirkung für die Stadt“

Rodgau. Auf den Tag genau, 5 Jahre nach der vermaledeiten Abstimmung zur Fusion 2011 wollten es die beiden Jügesheimer Großvereine am 15. April noch einmal wissen. Wagemutig luden sie ihre Mitglieder in die GBS Aula ein und baten erneut um Zustimmung zur Verschmelzung. Dabei übernehmen die Turngesellen die TGMSV rückwirkend zum 1. Januar 2016 und nennen sich in Zukunft JSK Rodgau. Der Name wurde von den Mitgliedern beider Vereine bereits im Vorfeld ausgewählt und steht für Jügesheimer Sport- und Kulturverein Rodgau e.V..

Dem Ruf der Vorstände folgten die Mitglieder in Scharen. Insgesamt beteiligten sich 761 Stimmberechtigte an der Abstimmung, das waren rund 40% der 1900 Wahlberechtigten aus beiden Vereinen. Von den 457 Turngesellen stimmten 423 mit Ja bei 6 Enthaltungen und lediglich 28 Neinstimmen und erreichten damit 93% Zustimmung. Das sorgte bereits für stehende Ovationen bis Notar Roland Walden, der mit wachsamen Augen die Abstimmung leitete, daran erinnerte, dass beide Vereine das dafür notwendige Quorum von 75% erreichen müssen und die Zahlen von TGMSV bekanntgab. Von den 304 abgegebenen Stimmen votierten 260 mit ja, 4 enthielten sich und 40 stimmten dagegen. Die 86% Zustimmung ging nun im ausgelassenen Jubel der Mitglieder unter. Heide Klabers bedankte sich bei den Mitgliedern für diesen Vertrauensbeweis. Er beschert der Stadt Rodgau ein historisches Ereignis. Sie versprach den Mitgliedern weiterhin eine reibungslose Zusammenarbeit unter den Vorständen. Wobei eines klar wurde: Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an. Wir sind alle gefordert, Mitglieder wie Vorstand. Der Zusammenschluss muss gelebt werden, rief sie in den Beifall, der ihre Worte begleitete. Sie bedankte sich noch einmal bei ihren Vorgängern im Amt, die den Prozess vor 5 Jahren eingeleitet hatten. Dass es heute geklappt hat ist auch euer Verdienst. Am 1. Mai werden wir das erste große gemeinsame Familienfest im Maingau Energie Stadion feiern rief sie den Mitgliedern und Gästen zu. Erster Stadtrat Michael Schüssler gratulierte den Vorständen telefonisch und zeigte sich sehr zufrieden mit der hohe Zustimmung. Es zeigt, dass die Mitglieder diesen Weg gehen wollen, der seiner Ansicht nach auch der Richtige ist. Aus Rodgaus Partnerstadt Hainburg meldete sich Jürgen Hoffmann und gratulierte ebenfalls. Er sprach von einer Signalwirkung für die Stadt Rodgau. Mit dem neuen Großverein entsteht der Stadt ein starker Partner für Projekte die man sich früher nicht habe vorstellen können. Die Hohe Wahlbeteiligung und das eindeutige Votum der Mitglieder bilden ein gutes Fundament für die verantwortlichen Vorstände.

Die Gratulationskur an die Vorstände beider Vereine konnte beginnen. Allen voran Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel, der die neue, bisherige TGS- Vorsitzende Heide Klabers beglückwünschte und lobte: Es lohnt sich dranzubleiben. Der vor 5 Jahren eingeschlagene Weg war richtig. Er persönlich habe noch einmal für sein Amt im Sportkreis kandidiert um diese Fusion zu erleben. Der Erfolg der Modernisierung beider Vereine wird mit dem gemeinsam verfolgten Ziel, sich als moderner Familienverein zu präsentieren, neue große Erfolge bescheren, sagte er voraus. Der JSK Rodgau ist im Sportkreis nun der Mitgliederstärkste Verein mit über 3.000 Aktiven, gefolgt von SG Egelsbach, TSV Heusenstamm und Kickers Offenbach. Der JSK Rodgau ist zugleich auch einer der jüngsten Vereine, bei dem über die Hälfte aller Mitglieder unter 30 Jahre alt ist. Der JSK Rodgau ist aber zugleich der Familienverein mit einer Angebotspallette von über 20 Abteilungen, alle unter einem Vereinsdach, wie sie im Sportkreis kaum ein anderer Verein anbieten kann. Die Stadt Rodgau darf stolz auf diesen Verein sein, der durch sein ehrenamtliches Engagement bisher bereits Ausrufezeichen gesetzt hat. Viele Sterne des Sports funkeln neben reihenweise Hessischen-, Deutschen- und Europameistern. Jugendförderpreisträger gesellen sich zu Kulturpreisträgern der Stadt Rodgau. Außerdem punktet der JSK Rodgau als der führende Anbieter von Gesundheits-, Präventions- und Rehasport. Doch damit nicht genug. Der Sportkreisvorsitzende nahm die erste geglückte Fusion von zwei Großvereinen als Blaupause für weitere Fusionen die nun folgen werden. Dinkel lobte und dankte für die präzise Vorarbeit, die Transparenz und die offene Kommunikation der beiden Jügesheimer Vereine, dem Verschmelzungsprüfer und dem amtierenden Notar. Heide Klabers nahm die Würdigung auch im Namen ihrer Mitglieder gerne entgegen und lud alle Anwesenden zu einem Umtrunk auf Kosten des Hauses ein. Schatzmeister Stefano Uslenghi nahm es als gegeben hin.

Dem waren vier arbeitsreiche Stunden vorausgegangen. Gleich zu Beginn wurde Heide Klabers zur Versammlungsleiterin gewählt, erklärte den Ablauf des Abends und bat Verschmelzungsprüfer Dr. Jürgen Kaufmann um Erläuterung seines Verschmelzungsberichtes, der allen Mitgliedern neben der Satzung der TGS und dem Verschmelzungsvertrag offen zur Einsicht auslag. Die Zahlen, vor allem der Substanz der beiden alten Vereine ist beeindruckend. Die 1895 gegründeten Turngesellen kamen mit ihrem umfangreichen Grundvermögen, Kassen- und Bankbeständen auf über 5 Mio. Euro, während TGMSV mit mehr als 3 Mio. Euro über die Ziellinie ging. Zusätzlich gibt es noch die zwar juristisch selbständige Stiftung in Höhe von 500.000 Euro Stiftungskapital, deren jährliche Ausschüttungen wirtschaftlich dem JSK zugerechnet werden kann. Durch die in den Wochen vorher bekanntgegebenen Zahlen, die bereits in den Mitgliederversammlungen erörtert wurden und auch in den Geschäftsstellen den Mitgliedern zur Einsicht auslagen war der Informationshunger gestillt.

Roland Walden, der protokollierende Notar, konnte sein Werk beginnen. Es gehörte zu seinen Aufgaben, den Verschmelzungsvertrag und das Verschmelzungsprotokoll vorzutragen. Auch wenn die Mitglieder beider Vereine bereits vorher eingehend darüber informiert wurden, durch die amtlichen Bekanntmachungen, Aushänge sowie persönlichen Anschreiben. Der Notar, der bereits Verschmelzungserfahrung mitbrachte, übernahm das Procedere und ging zügig durch die trockene Materie, so dass bereits 30 Minuten nach Beginn der Versammlung die Urnen zur Stimmabgabe freigegeben wurden.

Zu diesem Zeitpunkt waren rund 300 Mitglieder anwesend. Im Laufe des Abends folgten mit jedem Trainingsende weitere Mitglieder dem Wahlaufruf, so dass die Wahlbeteiligung kontinuierlich auf über 40% der Wahlberechtigten anstieg. Im Foyer kam es zu schönen Begegnungen. Die Ehrenmitglieder Erika Rhein, Willibald Sahm, Rainer Bergert TGS Ehrenvorsitzender Willibald Englert, Hans Sahm, Erwin Kneisl und Prof. Jürgen Follmann als ehemalige Vorsitzende sowie Peter Dinkel ging der Gesprächsstoff nicht aus. Es wurden Erinnerungen von 2011 ausgetauscht und den Folgen der misslungenen ersten Fusionsrunde. Die Stimmung war heiter. Beherrschendes Thema war, wie konnte es anders sein, der „letzte“ TGS Derbysieg über TGMSV vom Vorabend, bei dem die Turngesellen in letzter Minute das 3:2 schossen und sich in der Tabelle vor den „Ortsrivalen“ schoben. Doch auch dieses Geplänkel gehört in Zukunft der Vergangenheit an. Dazu hatte die Regie für Essen und Trinken gesorgt, so dass die Zeit nicht lange wurde. Pünktlich um 22:00 Uhr öffnete der Notar die verschlossenen Urnen und die Spannung durfte steigen. Das Ergebnis wurde ausgiebig gefeiert. (kram)
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