Dr. Carlo Schmid verabschiedet sich nach über 30 engagierten Caritasjahren

  Ärztlicher Leiter der Bensheimer Caritas-Klinik Schloß Falkenhof und der Tagesreha in Darmstadt war ein großer Ideengeber und Vernetzer

Am Freitag, den 6.November wurde Dr. Carlo Schmid von vielen Weggefährten in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Über 30 Jahre lang hat er die Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen geleitet und gemeinsam mit seinem Team das Konzept des Hauses als stationäre Spezialeinrichtung für alkohol-, tabletten- und drogenabhängige Patienten stets weiterentwickelt und professionalisiert.

Viel Dank, Lob und Anerkennung erhielt der Arzt, Psychiater und Psychotherapeut, der sich immer mit viel Herzblut für seine Patienten eingesetzt hat, viele neue Initiativen auf den Weg gebracht und ein gut funktionierendes Netzwerk mit vielen Kooperationen aufgebaut hat.

Durch sein langjähriges Engagement in der Arbeitsgemeinschaft katholischer Fachkliniken und im Bundesverband der stationären Suchtkrankenhilfe ist er maßgeblich an der überregionalen Bedeutung der Bensheimer Einrichtung beteiligt.
Der Caritas Aufsichtsratsvorsitzende Harald Poggel dankte Schmid für seine hohe Professionalität, seinen unermüdlichen Einsatz und seine herzliche Zuwendung. Dr. Andreas Koch, Geschäftsführer vom Bundesverband der stationären Suchtkrankenhilfe wandte sich mittels Videobotschaft an den guten Ratgeber und erfahrenen Kollegen und dankte ihm für seinen freundlichen und vertrauensvollen Umgang, seine Offenheit und Kooperationsbereitschaft. Er sei immer ein ausgezeichneter Repräsentant der Caritas gewesen und ein wichtiger Motor.

Stefan Bürkle, Geschäftsführer vom Bundesverband Caritas Suchthilfe e.V. lobte den konstruktiven und kritischen Begleiter als hervorragenden Vernetzer von ambulanten und stationären Einrichtungen.

Die Mitarbeitenden dankten dem Chef für sein immer offenes Ohr, bei beruflichen und privaten Schwierigkeiten, seiner Kompetenz, seinem Fleiß sowie seinem unermüdlichen Einsatz für die Patienten. Mit Kanon und Sketchen und weiteren Überraschungen bereitete das Team eine heitere und humorvolle Verabschiedung.

Nach dem Medizinstudium in Straßburg, Bochum und Würzburg sowie der Facharztausbildung an der Uni Würzburg, im Philippshospital Riedstadt und der Neurologie am Darmstädter Klinikum kam der Caritasverband Darmstadt wegen der Suche nach einem ärztlichen Leiter für die Caritas-Klinik Schloß Falkenhof auf ihn zu. Das Konzept der Klinik von Gruppen- und Familientherapie hatte Schmid fasziniert und so begann er am 1. September 1985 seine neue Aufgabe.

Von der therapeutischen Gemeinschaft entwickelte sich die Klinik unter seiner Leitung zu einer Reha-Einrichtung mit individuellem Therapieprogramm. Neben der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung wurde der Blick des Patienten auf ein beschäftigungstherapeutisches Angebot gelenkt, um diese auch lebenspraktisch zu beraten. So entwickelten sich Angebote wie Krankengymnastik, Sport- und Ernährungstherapie bis hin zum Lerntraining für Migranten, da dieser Patientenanteil auf rund ein Drittel angestiegen ist. Es war auch die Caritas-Klinik Schloß Falkenhof, die als erstes aktiv Kochkurse für die Patienten angeboten hatte. „Diese lebenspraktische Beratung, die Gruppentherapie und der familientherapeutische Ansatz sind Besonderheiten unserer Klinik“, so Carlo Schmid, der mit seinem Team einen wertschätzenden Umgang mit den Patienten pflegt. Auch unter den Patienten sollte ein gutes therapeutisch wirksames Klima herrschen, bei der breiten Spanne im Alter und im Bildungsniveau der Patienten ist dies immer eine hohe Herausforderung für das Mitarbeiterteam. Auch durch die Verkürzung der Behandlungsdauer und ein kränker gewordenes Klientel sind die Anforderungen an das Team und die Leitung stets gestiegen. Körperliche Krankheiten und psychische Störungen haben bei den Suchtpatienten sehr stark zugenommen. Mehr als ein Drittel der Patienten im Falkenhof leidet neben der Sucht an Depression, Burn Out, Persönlichkeitsauffälligkeiten, ADHS oder Psychosen. Weitere 20 Prozent haben Entwicklungsstörungen. Nicht nur für die Mehrfachkonsumenten wurden neue Konzepte erarbeitet sondern auch für jüngere Patienten, wie z.B. das U 30- Konzept mit Erlebnispädagogik oder für ältere Patienten das Ü 55-Konzept mit der Suche nach alternativen Lebenswerten zur Arbeit.

„Es gibt viele, die den Weg in die zufriedene Abstinenz schaffen, rund 80 Prozent kehren in die Erwerbsfähigkeit zurück, ein toller Erfolg“, so der Arzt. „Doch auch die Menschen mit Rückfälligkeit finden bei uns weiterhin Hilfe. Das war nicht immer so. Dank neuer Hilfeansätze holen wir nun die Patienten da ab, wo sie stehen, das ist wichtig. “

Rund zwei Drittel der Patienten werden aus dem vernetzten Behandlungsverbund zugewiesen. In dessen Aufbau und Weiterentwicklung hat der ärztliche Leiter immer viel Engagement investiert. Weitere Meilensteine der 30 Caritasjahre waren die Mitwirkung des ärztlichen Leiters am Aufbau der Adaptionseinrichtung in Heppenheim 1999 sowie der Tagesreha in Darmstadt 2005. Die drei Einrichtungen des Caritasverbandes Darmstadt e. V. bieten über 100 Behandlungsplätze, rund 80 Mitarbeitende sind dort beschäftigt.

Zum Januar 2016 übernimmt die Psychiaterin und Psychotherapeutin Dr. Ursula Hebrank die medizinische Leitung für die drei Caritas-Einrichtungen. „Eine geschätzte Kollegin, die die Kliniken kennt und hier vernetzt ist“, sagt Carlo Schmid, der sowohl für die Kliniken als auch für sich selbst optimistisch in die Zukunft blickt. Zunächst schmiedet er Reisepläne, so will der künftige Rentner zum Beispiel den Jakobsweg gehen. Von Kolleginnen und Kollegen bekam er dafür einen voll gepackten Rucksack geschenkt. Auch über eine Ausbildung zum Clown denkt er nach, um vielleicht auf einer Kinderkrebsstation für etwas Humor und Heiterkeit zu sorgen.
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