Ein Motor und treuer Wegbegleiter für die Caritas
Direktor des Caritasverbandes Darmstadt e. V.
Franz-Josef Kiefer feiert seinen sechzigsten Geburtstag
In Darmstadt war die soziale Lage der Menschen im Jahr 1922 geprägt von Arbeitslosengeld, Hunger, Not, rasant ansteigender Geldentwertung und bitterer Armut im Alter. Dies waren für Studentenseelsorger Prof. Schleußner Gründe genug, den Caritasverband für Darmstadt vor 90 Jahren zu gründen.
Franz- Josef Kiefer kam 1975 nach seinem Studium der Sozialarbeit zum Verband. Er absolvierte in Bensheim sein Anerkennungsjahr in der Klinik Schloß Falkenhof. Dem Verband, der damals rund 170 Mitarbeiter hatte – heute sind es über 900 – ist er seither treu geblieben und prägt dessen Entwicklung seit 36 Jahren konsequent und konstant zunächst als Sozialarbeiter, nach einem nebenberuflichen Studium als Diplompädagoge, seit 20 Jahren als Geschäftsführer und seit 9 Jahren als Caritasdirektor.
Als „Mann der frühen Stunde“ prägte er den Aufbau der ambulanten Suchtberatung im Verband entscheidend mit. „Mir hat damals sehr gefallen, dass die Caritas dieses innovative Thema der ambulanten Suchtberatung und Suchtbehandlung aufgegriffen hat. Wir sind da alle richtig schwungvoll rangegangen“, berichtet der Direktor, der heute mit Stolz auf ein gut funktionierendes Kompetenzzentrum Suchthilfe blicken kann.
In der Sucht habe er viel gelernt, erzählt Kiefer, der anlässlich seines 60sten Geburtstages einen kleinen persönlichen beruflichen Rückblick hält. So packte er als Geschäftsführer voller Elan mit einem begeisterungsfähigen Team das Thema Psychiatrie an. Zwei Beratungsstellen gab es vor 20 Jahren, heute gibt es ein Wohnheim und sieben Gemeindepsychiatrische Zentren, zwei in Darmstadt und je eins in Dieburg, Griesheim, Reinheim, Lampertheim und Bensheim. Tagesstätten, Caféläden Beschäftigungsprojekte sind als weitere Hilfeangebote für psychisch kranke Menschen geschaffen worden. Diese enorme Entwicklung ist auch gut in Mitarbeiterzahlen sichtbar: waren es anfangs 10 Mitarbeiter in der Gemeindepsychiatrie so sind es heute 120.
„Ein wesentliches Merkmal unserer Arbeit war und ist, zu schauen welche Hilfeangebote gebraucht werden. Dann reagieren wir schnell, professionell und zielgerichtet“, so Kiefer. Auch in der Altenhilfe habe man solche Dynamiken entwickelt. Moderne Konzepte bieten älter werdenden Menschen und deren Angehörigen eine Auswahl an vielfältigen Hilfeformen von teilstationären Angeboten wie Tagespflege und niederschwellige Betreuungsformen bis hin zu vollstationären Angeboten, Kurzzeitpflege und Betreutes Wohnen.
Bei Franz-Josef Kiefer ist regelrecht zu spüren, dass er gerne bei der Caritas arbeitet. „Für mich ist mein Arbeitsplatz ein emotional wichtiger Ort. Dies erlebe ich nicht nur bei mir sondern bei so vielen Mitarbeitern. Hier wird Dienstgemeinschaft umgesetzt, Werteorientierung nach innen und außen gelebt. Es ist ein tolles Firmenerlebnis.“
So erfuhr der Caritasdirektor auch große Werterschätzung in einer Feierstunde von seinen Mitarbeitern und Weggefährten. Besonders gelobt wurde seine Energie, sein zielgerichtetes Arbeiten und vernetztes Denken. „Sie sind ein Motor, der andere begeistern kann, der Menschen mitnimmt und ihnen auf Augenhöhe begegnet“, dankte der Aufsichtsratsvorsitzende Pfarrer Klaus Forster dem Jubilar.
Ja, er habe auch für die Zukunft noch große Ziele, bestätigt Kiefer. „Wir wollen behinderten Menschen unbedingt Arbeitsmöglichkeiten am ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Einen ersten Schritt gehen wir dabei in Lorsch, dort entsteht ein kommunikativer Treff für Jung und Alt im umgebauten und sanierten Karolinger Hof. Dieser wird ein Qualifizierungs- und Ausbildungsbetrieb, um behinderten und benachteiligten Menschen eine neue Chance zu bieten. Bis Mitte 2012 soll der Gastronomiebetrieb laufen und Anfang 2013 soll die Sanierung des Altbautraktes abgeschlossen sein.“ Gute Erfahrungen sammelt die Caritas auf diesem Gebiet seit Jahren durch den Bensheimer Qualifizierungs- und Ausbildungsbetrieb Villa Medici.
Einen Ausgleich zur Arbeit findet Kiefer in seiner Familie - seine Frau Ingrid hat er durch die Arbeit im Falkenhof kennengelernt, mit ihr hat er zwei Kinder - und im Sport. Seit mehr als 20 Jahren läuft er, seit zehn Jahren läuft er sogar Marathon. Auch mit 60 will er damit noch lange nicht aufhören.

