Seit 40 Jahren ambulante Pflegehilfe der Caritas Sozialstation Darmstadt

  Für Menschen da, die zuhause leben möchten

Vieles hat sich in den 40 Jahren verändert, seit 1974 der Caritasverband Darmstadt mit der Gründung einer Sozialstation Neuland betrat. Nach Worms und Mainz war es der dritte Zusammenschluss von Gemeindeschwestern der ambulanten Kranken- und Altenpflege. In einer angemieteten Wohnung in der Victoriastraße 46 begannen sieben Ordensschwestern vom göttlichen Erlöser und eine freie Krankenschwester Hilfebedürftige zu unterstützen, damit diese weiter zu Hause leben konnten. Die Schwestern leisteten Hilfe, spendeten Trost und machten ihren Patienten Mut. Auch wenn heute keine Ordensschwestern mehr für die Caritas Sozialstation Darmstadt arbeiten, sich Autos und Räumlichkeiten geändert haben, der Kosten- und Leistungsdruck stark gestiegen ist, so sind doch professionelle Pflege, Engagement und der Blick auf die Menschlichkeit über all die Jahre erhalten geblieben.

Doch noch mal zurück zum Anfang:

Nach fünf Jahren erfolgreichen Schaffens wurde die häusliche Kinderkrankenpflege mit ins Angebot der Sozialstation aufgenommen. 1980 gab es die ersten Verträge mit den Krankenkassen, Pflegeleistungen wurden einzeln abgerechnet. Mit den Jahren wurde die Arbeit komplizierter. Die damalige Leiterin Sr. Klara Plechinger führte dies darauf zurück, dass die Krankenhäuser immer mehr stark pflegebedürftige Patienten nach Hause entlassen.

Nach 17 Jahren Victoriastraße zog die Sozialstation an den Schloßgartenplatz 5 um. Das Haus wurde eigens für die Sozialstation gebaut, nach Anforderungen, die man in den 90er Jahren an die Einrichtung stellte. So gab es einen Raum, in dem Pflegebetten und Matratzen lagerten und einen, in dem Zivis die Betten duschten. Heute türmen sich hier Aktenordner mit Pflegedokumentationen. Die Pflegereform lässt grüßen. Rund 35 Formulare sind heutzutage im Umlauf und fordern neben der Zeit für die Pflege einen erheblichen Anteil für die Dokumentation.

Zeit – und Kostendruck sind seither immer mehr gestiegen. So muss Rainer Deppe, der seit 1992 die Station leitet, auch bei den Tourenplanungen wirtschaftlich denken, damit diese kein Defizit einfahren. Fahrzeiten und ein guter Mix aus pflegerischen und medizinischen Leistungen erfordern bei rund 30 Pflegekräften und 100 über die Stadt verteilten Patienten ein großes Organisationstalent. Als Krankenpfleger war er vor seiner Leitungsfunktion selbst im Außeneinsatz und kennt die Hürden bei Wind und Wetter pünktlich beim Klienten sein zu müssen.

Auch vierzig Jahre nach der Gründung geht es darum, die Patienten zu beraten, ihnen zu helfen und sich für die Pflege zu Hause zu engagieren. Neben der Pflege werden Hausnotruf, Hilfe im Haushalt, Entlastung pflegender Angehöriger und professionelle Beratung angeboten.

„Doch der Wind ist in dieser Branche rauer geworden. Die minutengenaue Leistungsfestlegung und –abrechnung, die Vielzahl an osteuropäischen Pflegekräften und der Pflegekräftemangel bei steigender Zahl Pflegebedürftiger sind immer wieder neue Herausforderungen, auf die wir reagieren müssen“, so Rainer Deppe, der die Freude an diesem Beruf aber nie verloren hat und sogar Beruf und Ehrenamt miteinander verbindet. Den Gesprächskreis für pflegende Angehörige zum gegenseitigen Austausch bietet er in seiner Freizeit an.

Der Blick in die Zukunft der Sozialstation ist bei dem 52jährigen positiv. Die Zahl der pflegebedürftigen Alten werde durch den demografischen Wandel weiter zunehmen. Nicht jeder könne sich ein Heim leisten oder wolle dorthin. „Neben den stationären Leistungen wird es neue Wohnformen geben, die der Caritasverband mit modernen Konzepten umsetzen wird. Dazu ein Mix mit ambulanten Leistungen, denn die Pflege im häuslichen Bereich wird immer bleiben.“

Kontakt:
Tel.: 06151 74026, Schlossgartenplatz 5, Darmstadt
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Karl Heinz aus Alsbach | 08.05.2016 | 16:00  
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