Volles Haus bei der gemeinsamen Veranstaltung: „Energetische Sanierung: „Wie mache ich mein Haus zukunftssicher?“

„Ein starkes Team“ beim Vortrag, v. l.: Norbert Stang (Effizienz:Klasse GmbH), Matthias Martiné (Vorstand Volksbank Darmstadt-Südhessen eG), Felix Schäfer (Haus & Grund Darmstadt), Albrecht Förster (Vorstand HSE), Bastian Scholtysik (Volksbank Darmstadt-Südhessen eG) und Younes Frank Ehrhardt (Haus & Grund Hessen).
 
„Energetische Sanierung: „Wie mache ich mein Haus zukunftssicher?“ - zahlreiche interessierte Zuhörer im schönen Rahmen des Karolinensaales des Hess. Staatsarchives. (Foto: Haus und Grund Darmstadt)
Darmstadt: Karolinensaal im Hess. Staatsarchiv |

„Energetische Sanierung – wie mache ich mein Haus zukunftssicher?“

Diese Frage lockte trotz hochsommerlicher Temperaturen viele Interessenten in den vollbesetzten Karolinensaal. Veranstalter waren Haus & Grund Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Haus & Grund Hessen sowie die Effizienz:Klasse GmbH mit Sitz in der Darmstädter Handwerkskammer, das regionale Kompetenzzentrum für energieeffizientes und wirtschaftliches Bauen und Modernisieren. Mit dabei waren auch die Experten der Volksbank Darmstadt-Südhessen eG mit dem Vorstandssprecher Matthias Martiné. Alle Gäste lobten das integrierte Konzept dieses Formats, bei dem in drei Kurzvorträgen bauliche, finanzielle und rechtliche Fragen der energetischen Sanierung behandelt wurden. Somit wurden die Hausbesitzer nicht alleine gelassen mit Fragen wie: „Welche baulichen Maßnahmen sind sinnvoll? Wie komme ich an die richtigen Handwerker? Wer trägt die Kosten, was kann ich umlegen? Lohnt der ganze Aufwand, ist meine Immobilie dann wirklich mehr wert?“

Younes Frank Ehrhardt, Landesverbandsgeschäftsführer von Haus & Grund Hessen, führte durch den Abend und nannte die Energiewende die größte gesellschaftliche Herausforderung neben dem Demografischen Wandel. Matthias Martiné plädierte bei seinem Grußwort für die Volksbank Darmstadt-Südhessen eG für die Nachhaltigkeit bei diesem Vorhaben: Einmal für die Umwelt, einmal für die Kosten die man später einspart, und schließlich die verringerte Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger.

„Wo und wie ist energetische Sanierung sinnvoll? – Durchblick im Dschungel von Angeboten, möglichen Maßnahmen und Fördermöglichkeiten – lautete der Vortragstitel von Norbert Stang von der Effizienz:Klasse GmbH.

„Wir erstellen für den Kunden einen individuellen Modernisierungsfahrplan, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll umgesetzt werden können und wie es mit der Finanzierung und den Fördermöglichkeiten aussieht. Auch die Förderanträge füllen wir gleich aus“, so Stang.

Die zuvor aus einem Energieberatungsbericht ermittelten Kennwerte des Gebäudes und der Gebäudetechnik werden gemeinsam mit dem Kunden besprochen und der daraus resultierende Renovierungsumfang wird abgestimmt. Für diese Leistungen erhalten die Kunden Handwerker-Angebote aus der Region und Unterstützung in der Abwicklung der entsprechenden Fördermöglichkeiten. In der Umsetzung der Maßnahmen begleitet der Netzwerk-Energieberater den Kunden bei der Qualitätsprüfung der durchzuführenden Leistungen, so dass das vereinbarte Energiesparziel aus dem Modernisierungsfahrplan auch erreicht wird. Die Beratungen der Effizienz:Klasse GmbH sind kostenpflichtig. Eine umfassende Energieberatung für das Haus kostet 1.200 Euro, wird jedoch gefördert, so dass 480 Euro Kosten verbleiben, sie sind gut angelegt. Als Vorteile für ein modernisiertes und wärmegedämmtes Haus wurde nicht nur das gesteigerte Wohlfühlklima genannt, sondern auch das sinkende Schimmelrisiko bei richtiger Ausführung, und der verbesserte Schallschutz – und natürlich die Amortisierung der Kosten.

Reduzierte Kosten waren auch der Einstieg von Bastian Scholtysik ins Thema, der für die Immobilienfinanzierungsspezialisten der Volksbank Darmstadt-Südhessen eG referierte. Neben gesteigerten Wohn- und Lebenskomfort, der Wertsteigerung der Immobilie, und der Attraktivität für Vermietungen sei dies einer der Vorteile der energetischen Modernisierung, vor allem bei günstigen Zinsen. Hierzu referierte er über die KfW-Programme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“, ab 1. August wird die mögliche Fördersumme nochmals erhöht. Pro Wohneinheit werden aktuell 100.000 Euro mit 0,75 % Effektivzins zur Verfügung gestellt, pro Einzelmaßnahme 50.000 Euro. Der Bauantrag für die zu fördernde Immobilie muss vor dem 1. Januar 2002 gestellt worden sein. Der Antrag kann bei der regulären Hausbank gestellt werden und muss von einem Energieberater bestätigt sein (KfW-Online-Antrag). Dies gilt für Eigentümer als Selbstnutzer oder Vermieter von Ein- oder Zweifamilienhäusern sowie für Wohneigentümergemeinschaften. Doppelförderung ist nicht zulässig, jedoch eine Kombination von Programmen bei Trennung der Baumaßnahmen.

Rechtsanwalt Felix Schäfer, Geschäftsführer von Haus & Grund Darmstadt, befasste sich anschließend mit „Den Anforderungen und Bedingungen im Mietrecht für energetische Sanierungsmaßnahmen“. Das Mietrechtsänderungsgesetz vom 1. Mai 2013 habe Verbesserungen für Vermieter gebracht, der Mieter müsse jetzt Maßnahmen der Energetischen Modernisierung dulden, also zulassen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Erhaltung und Modernisierung, die Erhaltungskosten trägt allein der Vermieter, so Schäfer. Energetische Modernisierung bedeutet Einsparung von Endenergie in Bezug auf die Mietsache. Die Maßnahme muss spätestens 3 Monate vor Beginn schriftlich angekündigt werden, mit Art, Umfang, Beginn, Dauer, der Erhöhung von Miete und weiteren formalen Kriterien. Falls kein Härtefall vorliegt, muss der Mieter die Maßnahme dulden, hat jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Um einen Rechtsstreit von vorneherein auszuschließen, kann eine gemeinsame Vereinbarung getroffen werden, über die zeitliche und technische Durchführung, die Gewährleistung und Ersatzansprüche sowie Miethöhe und Betriebskosten.

Bei der folgenden Modernisierungsmieterhöhung können 11 % der Kosten auf die Jahresmiete umgelegt werden, die Kosten für den gesparten Erhaltungsaufwand sind dabei abzuziehen. Drittmittel wie öffentliche Zuschüsse sind ebenfalls anzurechnen. Die Geltendmachung der Mieterhöhung muss in Textform erfolgen und dem Inhalt der Modernisierungsankündigung entsprechen. Sie ist bei Beginn des 3. Monats nach Zugang zu zahlen. Bei einer Energetischen Sanierung gilt der Ausschluss einer Mietminderung für die Dauer von drei Monaten, sofern die Wohnung noch bewohnbar ist.

Alle drei Vorträge wurden von vielen Nachfragen ergänzt. Am Schluss standen die Referenten nochmals in einer Expertenrunde dem Publikum zur Verfügung, das diese geballte Kompetenz zu einer engagierten Diskussion nutzte.

Mehr Informationen auch unter:
www.haus-und-grund-darmstadt.de
www.volksbanking.de
www.effizienz-klasse.de
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