Waschsalon als offenes Angebot für psychisch Kranke in Darmstadt

Im Waschsalon duftet es nach frischer Wäsche. Es wird gewaschen, gebügelt und gemangelt. Trotz regem Treiben herrscht gute Stimmung. An den Bügelbrettern werden fleißig Kittel gebügelt und an den Bügelmaschinen werden Berge von Handtüchern geglättet. Es ist Mittwoch und bis zum Wochenende muss alles fertig werden, denn die Kunden warten Montag auf die Wäsche. Die Hochschule Darmstadt, das Hessische Landesmuseum, die Tagesreha der Suchtklinik und die Geschäftsstelle des Caritasverbandes Darmstadt gehören seit über zehn Jahren zum festen Kundenkreis. Ein Zeichen dafür, dass sie mit der Arbeit zufrieden sind.

Das freut die Menschen, die im Waschsalon arbeiten besonders. Die Wertschätzung tut ihnen gut, denn sie sind psychisch krank. Das Zusammensein und das Gefühl, eine Aufgabe und ein Ziel zu haben stützt und verbessert ihre Lebensqualität. Auch die Isolation wird vermindert, das ist wichtig, denn gerade bei psychisch kranken Menschen ist die Gefahr der Vereinsamung sehr groß ist.

Im Waschsalon und im gegenüberliegenden Werkstattbereich für Kreativprodukte können die psychisch kranken Menschen die Gelegenheit nutzen, sich behutsam und unverbindlich an die Hilfen und die Arbeit heranzutasten. Viermal die Woche sind sie eingeladen für zwei bis drei Stunden gemeinsam etwas zu tun, was ihnen Spaß macht.

Wer in den Besucher-Pool des Projekts aufgenommen werden möchte, hat zunächst ein Info-Gespräch bei einem der Hauptamtlichen, danach kann das Projekt auch ohne Verpflichtung und Regelmäßigkeit genutzt werden.

Im Durchschnitt sind es 10 – 15 Personen, die das niedrigschwellige Angebot nutzen. Viele werden gestärkt, die Erfahrung selber Leistungen zu erbringen mit denen man Geld verdienen kann, die Bezahlung liegt im Taschengeldbereich, stärkt das oft angeknackste Selbstbewusstsein und kann schon ein erster Schritt zu Heilung und Genesung sein.

Die Besucherinnen und Besucher können im Beschäftigungsprojekt ihre Belastungs- und Leistungsfähigkeit erproben und fördern. Hier ist es ähnlich wie in der freien Wirtschaft. „Wer hier arbeitet muss sich an Absprachen halten. Die Wäsche muss bis zu bestimmten Terminen fertig sein, sie muss vollständig sein und darf nicht verwechselt werden“, so Diplom-Sozialpädagogin Maria Werner Zahn. Sie achtet zusammen mit dem Kollegen Wolfgang Strowik darauf, dass die nötigen Qualitätsstandards eingehalten werden.

Es ist ein zielgerichtetes Arbeiten, die Klienten empfinden dies als motivierend. Die Betroffenen können Fähigkeiten einüben und festigen. Mit der dadurch gewonnenen Sicherheit können sie weitere Schritte auf den Arbeitsmarkt wagen.

Kontakt:
Tel.: 06151 60960
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