Wie steht es um die Gründerförderung in Hessen?

Stand der Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen auf der Fachtagung der Gründungsförderer am 01.11.2017 in der IHK Darmstadt (v.l.n.r. Fachtagungsteilnehmer, Christian Albert, Tim Steininger).
Darmstadt: IHK Darmstadt |

Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen haken nach

Darmstadt, 07.11.2017. Knapp drei Viertel der Besucher der 15. Fachtagung der Hessischen Gründungsförderer finden, dass existierende Förderprogramme nicht ausreichend bekannt sind bzw. nicht zu den Bedürfnissen der Gründer passen.

Im Rahmen der Fachtagung befragten die Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen die insgesamt rund 150 Teilnehmer, bestehend aus Experten der Gründungsberatung und Gründern aus ganz Hessen nach dem Bekanntheitsgrad ihres Angebotes (Förderer) bzw. der Passgenauigkeit von Förderprogrammen (Gründer). Aus Sicht der Gründer sind Förderprogramme zu komplex und langwierig. Hinzu kommt, dass der notwendige Aufwand im Vergleich zum Nutzen für das Unternehmen oft als unverhältnismäßig hoch eingeschätzt wird. Diese Einschätzung mag u.a. an der von den Gründern bemängelten Bekanntheit von passenden Förderprogrammen liegen. In diesem Punkt sind sich Förderer und Gründer einig. Auch wenn die befragten Wirtschaftsförderer den Bekanntheitsgrad der Fördermöglichkeiten heute als besser einschätzen als noch vor wenigen Jahren, empfinden 73 % ihre eigenen Angebote als nicht ausreichend bekannt. "Im persönlichen Gespräch, wurde wechselseitige Vernetzung unter den Gründungsförderern als auch gemeinsame Gründermessen als Lösungsmöglichkeiten diskutiert", sagte Dr. Katja Riedel, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen. Im Kompetenznetz Gründungsberatung setzen die Wirtschaftsjunioren gemeinsam mit den Mitgliedern genau an diesem Punkt an: Gründer und Unterstützer zusammen zu bringen. Eine der nächsten Gelegenheiten ist der Tag der Gründung am 20. April 2018 in der IHK Darmstadt, der vom Kompetenznetz organisiert wird. "Auf dieser jährlichen Messe können Gründer ihr Netzwerk erweitern und mit Unterstützern ins Gespräch kommen", kommentiert Christian Albert, Unternehmer und Mitglied der Wirtschaftsjunioren. "Ein weiterer sinnvoller Ansatz sind Lotsen, die Gründer durch den Förderdschungel leiten können", sagt Tim Steininger, Rechtsanwalt und Wirtschaftsjunior in Darmstadt. Als Lotsen bieten sich u.a. die Industrie und Handelskammern, die Arbeitsagenturen und Beratungsangebote der Hochschulen als erste Anlaufstelle für Förderprogramme an.

"Finanzielle Förderung ist jedoch nicht alles", meint Dr. Katja Riedel, "das belastbare regionale und internationale Netzwerk der Wirtschaftsjunioren und die persönliche Weiterentwicklung, die unseren Mitgliedern ermöglicht wird, sind gleichfalls wertvoll für die jungen Unternehmer."

Im Rahmen der von den Gründertagen organisierten und den Wirtschaftsjunioren unterstützten Fachtagung der Gründungsförder ergaben sich zahlreiche Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Förderern und Möglichkeit für einen intensiven Austausch mit den Gründern und Finalisten des hessischen Gründerpreises. Besonders dieser direkte Austausch macht Unterstützungsmöglichkeiten bekannt und trägt dazu bei Förderprogramme auf die Bedürfnisse der Gründer anzupassen.

Die Wirtschaftsjunioren Darmstadt e.V. sind eine Vereinigung von jungen Unternehmern und Führungskräften mit rund 80 Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft. Die WJ Darmstadt e.V. gehören den Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) an und bilden mit rund 10.000 aktiven Mitgliedern den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist seit 1958 Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI).
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